Handball
Altdorf feiert wichtigen Zittersieg und bleibt in Tuchfühlung mit der Spitze

Altdorf setzt sich nach turbulenter Schlussphase gegen 1.-Liga-Tabellennachbar Olten hauchdünn mit 30:29 durch.

Urs Hanhart
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Der Altdorfer Samuel Wyss bei einem Torwurf: Insgesamt trifft der Rückraumspezialist sieben Mal.

Der Altdorfer Samuel Wyss bei einem Torwurf: Insgesamt trifft der Rückraumspezialist sieben Mal.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 23. Oktober 2021)

«Ich bin sehr froh, dass wir wenigstens den Minimalvorsprung über die Runden retten konnten. Mein Team hat sich für diese Leistung ein grosses Kompliment verdient, auch wenn es gegen Ende des Spiels nochmals sehr knapp geworden ist, was nicht nötig gewesen wäre. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden mit dem Auftritt», das sagte der sichtlich erleichterte KTV-Altdorf-Trainer Stefan Epp unmittelbar nach Beendigung der nervenaufreibenden Partie gegen Olten.

Eigentlich waren die Urner vor heimischer Kulisse lange auf bestem Weg, einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg einzufahren. Sie lagen von Beginn weg ständig vorne und führten phasenweise mit bis zu fünf Längen Vorsprung. Fünf Minuten vor dem Abpfiff lagen die Platzherren noch immer beruhigend mit 29:25 in Front, und der Mist schien geführt. Doch dann begann plötzlich das grosse Zittern. Dazu sagte Epp:

«Olten hat zu einer starken Schlussoffensive angesetzt und uns sind gleichzeitig diverse unnötige Fehler unterlaufen. Dadurch ist in unseren Reihen Hektik aufgekommen.»

Die letzten zwei Minuten konnten die Gelb-Schwarzen mit einer Drei-Tore-Reserve (30:27) in Angriff nehmen. Dennoch wurde es nochmals sehr eng. Aufgrund von Ballverlusten durch technische Fehler und Fehlwürfen auf Seiten der Gastgeber kamen die Solothurner immer näher heran. 20 Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene bewerkstelligten sie den 29:30-Anschlusstreffer. Was danach kam, war nichts für schwache Nerven. Die wegen einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Petar Bubalo in Unterzahl agierenden Altdorfer verloren den Ball, wodurch sich den Gästen gar noch die Ausgleichsgelegenheit eröffnete. Aber Altdorf-Keeper Christian Amrein parierte das Wurfgeschoss von Jan Peter mirakulös, wodurch er seinem Team die volle Punkteausbeute in extremis rettete.

Starker Auftritt der beiden Goalies

Die beiden Schlussmänner hatten grossen Anteil am vierten Saisonsieg im siebten Meisterschaftsspiel. Sowohl Fabio Arnold, der den Kasten in der ersten Halbzeit hütete, als auch Christian Amrein, der im zweiten Durchgang zwischen den Pfosten stand, machten beide rund 40 Prozent der gegnerischen Würfe unschädlich und hielten je einen Siebenmeter. Als bester Skorer mit sieben Torerfolgen bei elf Anläufen konnte sich Rückraumspezialist Samuel Wyss in Szene setzen, gefolgt von Florian Henrich, der sechs Mal einnetzte und Rechtsaussen Fabian Auf der Maur, der fünf seiner sechs Chancen in Tore ummünzte und damit punkto Effektivität alle übertrumpfte.

«Für uns ist dieser Heimerfolg sehr wichtig, denn dadurch ist es uns gelungen, den Anschluss an die Spitze einigermassen zu halten», betonte Epp, und er fügte noch an:

«Wenn wir die beiden nächsten Heimspiele gegen Muri und Kriens gewinnen, ist ein Sprung weit nach vorne möglich. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies schaffen.»

Altdorf liegt an vierter Stelle mit fünf beziehungsweise vier Punkten Rückstand auf die beiden Spitzenreiter Emmen sowie Dagmersellen und muss auf den einen oder anderen Ausrutscher dieses Luzerner Duos hoffen. Aber so wie die Meisterschaft bisher gelaufen ist, dürfte noch einiges möglich sein. Der ehemals souveräne Leader Muotathal ist inzwischen auf den dritten Platz abgerutscht und liegt mittlerweile in Reichweite der Urner.

Altdorf – Olten 30:29 (17:15)
Feldli. – 140 Zuschauer. – SR Pfenninger, Nayer.
Altdorf: Arnold, Amrein; Schleich (1), Müller, Marco Inderbitzin, Aschwanden (1), Wyss (7), Carlo Inderbitzin, Ledermann (3), Auf der Maur (5), Kovacevic, Henrich (6), Bubalo (3), Adamcik (4).
Olten: Pantelic; Von der Mühll (1), Tano Baumann (6), Külling (4), Ilan Baumann (2), Peter (3), Born (1), Büttiker, Gnehm (4), Bieri, Dubi (3), Schenker (1), Aufdenblatten (4).