Die Altdorfer Handballer wollen zurück auf Finalrundenkurs

Im Handball-Spitzenkampf der 1. Liga gegen Leader Olten steht der KTV Altdorf gewaltig unter Druck.

Urs Hanhart
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Altdorfs Kreisläufer Tomas Adamcik (am Ball), hier im Spitzenkampf gegen Emmen.

Altdorfs Kreisläufer Tomas Adamcik (am Ball), hier im Spitzenkampf gegen Emmen.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. November 2019)

Durch die vor Wochenfrist erlittene Heimniederlage gegen Emmen sind die Urner in eine sehr ungemütliche Lage geraten. Drei Runden vor Abschluss der Qualifikation liegen sie punktgleich mit den zweirangierten Luzernern, die eine deutlich bessere Torbilanz aufweisen, auf dem dritten Platz. Der Rückstand auf Tabellenführer Olten beträgt einen Punkt. Das ist zwar nur wenig. Allerdings könnte der Abstand im schlechtesten Fall schon bald auf uneinholbare Dimensionen anwachsen. Altdorf muss nämlich am Sonntag auswärts gegen den Leader antreten. Dieser von vielen mit Spannung erwartete Spitzenkampf wird um 19 Uhr in der Oltner Stadthalle Kleinholz angepfiffen.

Olten hat zuletzt etwas geschwächelt

Mit Olten verbinden die Gelb-Schwarzen alles andere als gute Erinnerungen. Die Solothurner brachten ihnen nämlich Anfang Oktober in der Hinrunde, nach einer eindrücklichen Siegesserie, die erste Saisonniederlage bei. Diese war besonders bitter, weil sie einerseits vor heimischer Kulisse passierte und andererseits mit 21:27 überaus deutlich ausfiel. Altdorf befand sich damals lange auf Siegeskurs, verspielte jedoch durch einen Totaleinbruch in den letzten 20 Minuten ein phasenweise komfortables Fünf-Tore-Führungspolster. Trotzdem erachtet Coach Stefan Arnold Olten keineswegs als Angstgegner, und er sieht dem Rückrundenduell durchaus optimistisch entgegen. Seine Begründung: «In der Hinrunde hatten wir einen sehr schlechten Tag. Davon konnte Olten profitieren. Unser Team ist gut im Schuss und hat in den letzten Wochen zumeist überzeugend gespielt. Olten hingegen hat eher etwas geschwächelt. Zudem muss dieses junge Team erst noch beweisen, dass es auch bestehen kann, wenn es unter grossem Druck steht. Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass wir die Solothurner diesmal packen können.» Tatsächlich vermochte der aktuelle Tabellenführer in letzter Zeit nicht mehr sonderlich zu brillieren. Vor zwei Wochen musste er sich trotz Heimvorteil mit einem doch eher mageren 28:28-Remis gegen den Ranglistenvierten Muotathal zufrieden geben. Auch vor Wochenfrist beim Kräftemessen mit dem Tabellensechsten Muri geriet Olten überraschend an den Rand einer Niederlage. Nur dank eines starken Endspurts, mit dem der Leader in der Schlussviertelstunde einen Fünf-Tore-Rückstand wettmachte, resultierte letztlich ein hauchdünner 23:22-Heimsieg. Wenn die Urner ihre zu hohe Quote an leichten Fehlern im Vergleich zum Emmen-Spiel senken können, haben sie sicherlich gute Chance, den sonntäglichen Showdown erfolgreich zu gestalten.

Duell der beiden besten Abwehrreihen

Das Aufeinandertreffen von Olten und Altdorf ist nicht zuletzt auch ein Duell der beiden besten Abwehrreihen der dritten Erstligagruppe. Beide Teams haben bisher im Schnitt nur rund zwei Dutzend Tore pro Spiel zugelassen. Im Hinspiel machte vor allem Oltens Topskorer Julius Völklin den Unterschied. Er warf damals nicht weniger als elf Tore und schoss die KTV-Truppe richtiggehend ab. Ihn müssen die Urner unbedingt an der Entfaltung seines Könnens hindern. Ein besonderes Augenmerk gilt es auch auf Daniel Pakhomenko zu richten, der ebenso wie Völklin in dieser Saison bereits 62 Tore geworfen hat.

Im Gegensatz zu den beiden verbliebenen Konkurrenten um den Einzug in die Finalrunde hat Emmen in der drittletzten Runde eine vergleichsweise leichte Aufgabe zu lösen. Die Luzerner empfangen morgen Schlusslicht Kriens und dürften sich in diesem Kantonalderby in der aktuellen Situation wohl keine Blösse geben.

Handball, 1. Liga: Olten – Altdorf (Sonntag, 19.00, Kleinholz).