Altdorfer Handballer dürfen nicht nachlassen

Im ersten Heimspiel der 1.-Liga-Abstiegsrunde empfängt der KTV Altdorf mit Wohlen einen echten Gradmesser.

Urs Hanhart
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Altdorf-Goalie Jan Dittli ist auf der Suche nach seiner Topform.

Altdorf-Goalie Jan Dittli ist auf der Suche nach seiner Topform.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. November 2019)

Die Aufstiegsrunde hatte die KTV-Truppe nur knapp verpasst. Deshalb gingen viele davon aus, dass die Sicherstellung des Ligaerhalts eine reine Formsache werden würde. Aber die Altdorfer sind nicht sonderlich überzeugend in die Abstiegsrunde gestartet. Nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Dagmersellen bissen sie sich auch am krassen Aussenseiter West HBC fast die Zähne aus. Die Westschweizer konnten nur mit viel Mühe und in der Schlussphase auch noch dank Inanspruchnahme von grossem Wettkampfglück bezwungen werden. Wichtig war aber, dass die Urner die ersten zwei Punkte ins Trockene brachten. Dadurch ist der Druck nun etwas gewichen.

Zurücklehnen dürfen sie sich aber noch lange nicht. Die Mannschaften der dritten Erstliga-Abstiegsgruppe scheinen leistungsmässig nahe beisammen zu liegen. Jeder kann jeden schlagen, so sieht es jedenfalls nach den Startrunden aus. Deshalb muss jeder Punkt hart erarbeitet werden. Momentan wird die Tabelle von Wacker Thun II und doch eher überraschend vom KTV Visp angeführt. Beide haben noch eine weisse Weste. Hinter Dagmersellen liegt der KTV Altdorf an vierter Stelle. Diese Position würde gerade so eben für den Klassenerhalt ausreichen.

Pikant ist, dass die Gelb-Schwarzen morgen in ihrem ersten Heimspiel auf Handball Wohlen treffen, das unmittelbar hinter ihnen klassiert ist. Bei diesem Duell, das um 18 Uhr in der Altdorfer Feldli-Arena angepfiffen wird, handelt sich somit um einen echten Strichkampf. Altdorf und Wohlen kreuzten erst vor rund drei Monaten an gleicher Stätte im Rahmen der Qualifikation letztmals die Klingen. Damals gerieten die Urschweizer nach ausgeglichenem erstem Durchgang in der zweiten Halbzeit ziemlich in Rücklage. Nur dank eines starken Endspurts vermochten sie die Partie noch zu drehen und mit 24:21 Toren zu gewinnen.

Ein brisanter Kampf am Abstiegsstrich

«Wohlen war ein sehr unangenehmer Gegner für uns. Die Aargauer haben uns die Aufgabe alles andere einfach gemacht», bilanzierte Altdorfs Spiertrainer Mario Jelinic damals nach dem Schlusspfiff. Die Aufgabe bestand Mitte November darin, einen vermeintlich leichten Gegner, der auf dem vorletzten Tabellenplatz herumturnte, zu bezwingen, um auf Kurs Richtung Finalrunde zu bleiben, was damals mit Hängen und Würgen gelang. Jetzt vor dem erneuten Kräftemessen ist die Konstellation noch brisanter, winkt doch Wohlen die Chance, Altdorf mit einem Sieg zu überflügeln und unter den Strich zu verdrängen. Erst kürzlich luchsten die Aargauer Altdorf-Bezwinger Dagmersellen einen Punkt ab. Nun werden sie sicherlich versuchen, einem weiteren Favoriten ein Bein zu stellen.

Beim Sieg von Mitte November avancierte Altdorfs Keeper Jan Dittli zum Machwinner, parierte er doch 50 Prozent der gegnerischen Torwürfe. Inzwischen hat der Schlussmann seine Topform allerdings verloren. Im Rahmen der Abstiegsrunde vermochte er bisher noch nicht zu überzeugen.

Abstiegsrunde. 1. Liga, Gruppe 3. Samstag, 18.00, Feldli: Altdorf – Wohlen.