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Altdorfs Handball-Ära in der NLB ist zu Ende

Tristes Wochenende für die Zentralschweiz: Der KTV Altdorf verliert in Emmen mit 33:39 und steigt nach 18 Jahren aus der NLB ab. Auch die Emmer werden die Relegation nicht mehr verhindern können.
Stephan Santschi
Der 39-jährige Marius Kasmauskas, hier im Hinspiel gegen Emmen, beendet seine Karriere. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 1. Dezember 2018)

Der 39-jährige Marius Kasmauskas, hier im Hinspiel gegen Emmen, beendet seine Karriere. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 1. Dezember 2018)

Der KTV Altdorf ist in der NLB eine Institution, seit 2001 spielt der Verein auf dieser Stufe – in der Saison 2013/14 gab er sogar ein kurzes Stelldichein in der NLA. Mit der 33:39-Niederlage im Spiel der letzten Hoffnung am vergangenen Samstag in Emmen ist das Ende einer Ära aber definitiv: Die Urner steigen ab, nach 18 Jahren im Nationalliga-Handball. Zwar sind noch zwei Spieltage ausstehend, doch mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ist ihr Schicksal vorzeitig besiegelt. «Es lief alles gegen uns. Angefangen hat es mit der Erkrankung unseres Präsidenten. Mit ihm ging ein wichtiger Entscheidungsträger verloren», bilanziert Stefan Arnold.

Arnold war neun Jahre lang Präsident des KTV Altdorf, ehe er sein Amt im Sommer 2017 an Beat Arnold übergab. Beim SVP-Nationalrat ist im letzten August ein Hirntumor diagnostiziert worden. Aktuell ist er auf dem Weg der Genesung, sein Amt im Handballklub hat er aber niedergelegt. «Einige ehemalige Vorstandsmitglieder helfen aus», erklärt Stefan Arnold, unter anderen eben auch er selber. Eine weitere Hiobsbotschaft war die im September durch einen Brand zerstörte Baldini-Halle, was den Trainingsbetrieb stark belastet.

Atmosphärische Störungen im Verein

Nach Wunsch lief es auch auf dem Platz nie. Der KTV Altdorf wusste um die schwierige Ausgangslage, nachdem Spielertrainer Mario Obad, Marko Koljanin, Kevin Ledermann, Martin Betschart, Samuel Wyss und Roland Szabo den Verein verlassen hatten. Hinzu kamen verletzungsbedingte Absenzen von Schlüsselspielern wie Marius Kasmauskas und Edvinas Vorobjovas. Und es gab atmosphärische Störungen im internen Bereich. «Wir hatten einige Nebenschauplätze, auf verschiedenen Stufen hat es im Verein nicht harmoniert», erklärt Arnold. Dazu passt die Aussage von Trainer Sebastian Munzert, der schon zu Saisonbeginn sagte, dass aufgrund der vielen ausländischen Spieler in der jüngeren Vergangenheit «das Wir-Gefühl im Verein nicht mehr so da gewesen» sei. «Wir sind ein sehr kleiner Klub», erklärt Stefan Arnold, «im Nachwuchs haben wir zu wenig Breite. Und es ist für uns schwierig, Schweizer Spieler nach Altdorf zu holen. Wir sind etwas weit weg», meint er mit Blick nach Emmen, Kriens und Stans, wo sich starke Kooperationen gebildet hätten.

Der Abstieg in die 1. Liga, so schwerwiegend er im Kontext der Vereinschronik auch ist, kann für den KTV Altdorf deshalb eine Chance sein. «Ein Weltuntergang ist es nicht, ich bin froh, dass diese Saison bald vorbei ist, dann werden wir sie abhaken», sagt Stefan Arnold.

Spielertrainer Sebastian Munzert verlässt Altdorf

Noch ist die Kaderplanung in vollem Gange, fest steht aber schon jetzt: Trainer Munzert wird den Verein verlassen. Der Litauer Kasmauskas, mittlerweile 39-jährig, tritt zurück, auch sein Landsmann Vorobjovas dürfte gehen. Der Deutsche Florian Henrich, der Slowake Tomas Adamcik und der Bosnier Amer Zildzic sollen bleiben. «Kombiniert mit der einen oder anderen interessanten Verstärkung könnten wir eine sehr schlagkräftige Truppe zusammenstellen», glaubt Arnold. Ob man den sofortigen Wiederaufstieg anstreben werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Vorne mitspielen wolle man in der 1. Liga aber ganz bestimmt.

Die Emmer haben derweil trotz des Sieges gegen Altdorf nur noch theoretische Chancen auf den Ligaerhalt. In den letzten beiden Runden müssten sie vier Punkte und neun Tore gegenüber Biel aufholen. Für Trainer Heinz Fuhrimann ist die Messe jedenfalls gelesen. «Wir sind auch abgestiegen», hält er fest. Für sie sei der Aufstieg im letzten Jahr zu früh gekommen. «Wenn wir nicht bereit sind, mehr in den Handball zu investieren, reicht es auf diesem Niveau nicht.»

Er bedauert zudem, dass in der Zentralschweiz weiterhin kein nachhaltiges Miteinander unter den Vereinen möglich ist. Von A-Ligist Kriens-Luzern, mit dem Emmen auf Nachwuchsstufe zusammenarbeitet, sei im Abstiegskampf keine Unterstützung gekommen. «Im Gegensatz zu Winterthur und Bern, wo man sich hilft. Solange bei uns gewisse Personen nicht bereit sind, ihre Egos für den Handball zurückzustellen, wird es in der Zentralschweiz nicht funktionieren.»

24. Runde. Samstag: Biel – Stans 29:29. Emmen – Altdorf 39:33. Kadetten Espoirs Schaffhauen – Birsfelden 27:27. Endingen – Solothurn 26:18. SG Yellow/Pfadi Winterthur – SG Wädenswil/Horgen 27:25.

Rangliste: 1. Endingen 24/46. 2. Lakers Stäfa 23/35. 3. Möhlin 23/33. 4. BSV Stans 24/31 (743:662). 5. STV Baden 23/25. 6. Kadetten Espoirs Schaffhausen 24/24. 7. Steffisburg 23/22. 8. Solothurn 24/22. 9. SG Wädenswil/Horgen 24/21. 10. Birsfelden 24/19. 11. SG Yellow/Pfadi Winterthur 24/16. 12. Biel 24/16. 13. Emmen 24/12 (688:774). 14. KTV Altdorf 24/10 (597:698).

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