Unihockey
An Dramatik kaum zu überbieten: UH Luzern verpasst Sieg gegen Deitingen

Der 1.-Ligist Unihockey Luzern kassiert gleich zwei Niederlagen: 3:7 gegen Reinach, 9:10 gegen Deitingen. Ein Sieg hätte drinliegen sollen.

Ruedi Vollenwyder
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Eine echte Stütze für den Erstligisten Luzern: der NLA-erprobte Stürmer Daniel Gnos (am Ball).

Eine echte Stütze für den Erstligisten Luzern: der NLA-erprobte Stürmer Daniel Gnos (am Ball).

Das 1.-Liga-Spiel zwischen den Luzerner Unihockeyanern und Deitingen war nichts für schwache Nerven. Zwei Drittel lang «beschenkte» man sich aufgrund des schwachen Abwehrverhaltens gegenseitig mit einfachen Toren (4:5), dann ging im letzten Abschnitt so richtig die Post ab. Dank zwei Powerplay-Treffern durch Michael Sandmeier und Manuel Wagner drehten die Luzerner das Resultat, es stand 6:5. Und als Wagner zur 7:5-Führung (50.) nachdoppelte, glaubte man im Lager der Luzerner ernsthaft an einen Vollerfolg.

Doch innert 32 Sekunden war auch dieser schöne Vorsprung Makulatur: 7:7. Die zwei Schlussminuten waren dann an Dramatik kaum zu überbieten. 58:01: Deitingen traf zum 8:7. 58:39: Ein weiterer Weitschuss-Treffer brachte Luzern mit 7:9 ins Hintertreffen. Der Match schien für die Truppe um Trainer Sergio Lämmler verloren. Denkste! Die Matchuhr zeigte 59:25 an: Christoph Gilli, der 24-jährige Verteidiger, traf zum 8:9-Anschluss, neun Sekunden später versenkte derselbe Spieler den Ball zum 9:9. Der Jubel im Lager der Luzerner war ob dem imposanten Schlussspurt gewaltig. Doch dieser verstummte ebenso schnell. Die etwas abgeklärter spielenden Deitinger brauchten nur 20 Sekunden, um in der Verlängerung den zweiten Punkt zu erobern. So spannend, so aufwühlend kann nur Unihockey sein.

Die Gemütslage war bei Luzern nach dem Spiel etwas gedämpft. Auch beim 23-jährigen Daniel Gnos, der den 4:4-Ausgleich erzielte: «Die 7:5-Führung hätten wir nach Hause spielen müssen. In der Euphorie der Aufholjagd liessen wir wohl etwas die Ruhe und Disziplin vermissen. Dafür ist es umso erfreulicher, dass wir uns nach dem 7:9-Rückstand nochmals aufrafften und die Verlängerung erzwingen konnten.»

Daniel Gnos kehrt aus Sarnen zurück

Stürmer Gnos, der in Zürich Politikwissenschaft und Geschichte studiert, ist eine echte Stütze im entwicklungsfähigen Team der Luzerner. Er hatte eine erfolgversprechende Karriere vor sich. Während zweier Saisons spielte er für die NLA-Mannschaft Ad Astra Sarnen und kam in 26 Spielen zum Einsatz. «Dieses Engagement war für mich sportlich wie auch persönlich eine lehrreiche Zeit», sagt er.

Auf diese Spielzeit hin kehrte Gnos den Obwaldnern den Rücken. «Der Aufwand wurde mir nebst dem Studium zu gross. Ausserdem warfen mich etliche Verletzungen leistungsmässig zurück», begründet er seinen Wechsel. Ganz ohne Ambitionen kehrte er aber nicht nach Luzern zurück: «Ich will mithelfen, mit den vielen talentierten Junioren etwas Zukunftsträchtiges aufzubauen.»

Playoffs sind das Ziel

Das möchte auch Sergio Lämmler, Luzerns Präsident und Trainer in Personalunion. «Die Zeit, in der Finnen-Fraktionen unser Spiel prägten, ist vorbei», betont er. «Wir setzen voll auf einheimisches Schaffen. Und wie sich die Nachwuchsabteilung präsentiert, ist sehr erfreulich.»

Mit zehn Punkten aus ebenso vielen Partien ist Luzern laut Lämmer «knapp im Soll». «Ich hätte mir allerdings einen möglichen Drei-Punkte-Sieg gegen Deitingen gewünscht, um im Kampf um die Playoff-Plätze bessere Karten zu haben», meinte er nach der Niederlage am Sonntag etwas enttäuscht. Zumal die Zentralschweizer schon am Samstag gegen Reinach 3:7 verloren hatten. Ein Playoff-Platz (unter den besten acht Teams) ist das erklärte Ziel der Luzerner.

Übrigens: Im Schweizer Cup war für Luzern schon im 1/64-Final Endstation. Die Luzerner mussten sich dem 2.-Liga-Spitzenklub Sursee mit 4:7 beugen. «Ja, da haben wir uns recht blamiert», blickt Lämmler auf diesen Tiefpunkt zurück.

Reinach – Luzern 7:3 (0:1, 1:0, 6:2)

Pfrundmatt. – 55 Zuschauer. – Tore: 14. Gnos 0:1. 40. Vojtisec 1:1. 41. Dürli 2:1. 46. Hänny 3:1. 50. Galliker 4:1. 34. Jonas Fonseca 4:2. 54. Frey 5:2. 56. Sandmeier 5:3. 59. Keusch 6:3, 60. Keusch 7:3. – Strafen: keine gegen Reinach, 1-mal 2 Minuten gegen Luzern. –

Luzern: Mathis/Affentranger; Manuel Wagner, Jeffrey, Koller, Brönnimann, Lingg, Gerber, Linus Fonseca, Gnos, Simon Wagner, Wallimann, Baumgartner, Sandmeier, Ulmer, Gilli, Jonas Fonseca, Grönman.

Luzern – Deitingen 9:10 n. V. (1:1, 3:4, 5:4, 0:1)

Hofmatt, Meggen. – 45 Zuschauer. – Tore: 4. Jeffrey 1:0. 13. Pulver 1:1. 21. Zeller 1:2. 22. Baumgartner 2:2. 24. Stüdi 2:3. 28. Ulmer 3:3. 29. Barrer 3:4. 38. Gnos 4:4. 38. Galli 4:5. 47. Sandmeier 5:5. 48. Manuel Wagner 6:5. 50. Manuel Wagner 7:5. 52. Siegenthaler 7:6. 53. Siegenthaler 7:7, 59. Pulver 7:8. 59. Galli 7:9. 60. Gilli 8:9. 60. Gilli 9:9. 61. Barrer 9:10. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Luzern, 3-mal 2 Minuten gegen Deitingen. – Luzern: Mathis/Affentranger; Manuel Wagner, Jeffrey, Koller, Brönnimann, Lingg, Linus Fonseca, Gnos, Simon Wagner, Wallimann, Baumgartner, Sandmeier, Ulmer, Gilli, Jonas Fonseca, Grönman, Rutschmann, Jessen-Richardsen.

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