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Argentinier bringt Luzerner Landhockeyanern eine «neue Welt»

Seit dem 1. September hat der Luzerner SC einen neuen Trainer. Mit dem gebürtigen Argentinier Jorge Federico Tanuscio bestritt er in seiner Karriere Dutzende Nationalspiele.
Stefanie Barmet
Der 37-jährige Argentinier Jorge Federico Tanuscio zeigt sich über die Mentalität und die Einstellung der Luzerner Spieler erfreut. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 7. Oktober 2018)

Der 37-jährige Argentinier Jorge Federico Tanuscio zeigt sich über die Mentalität und die Einstellung der Luzerner Spieler erfreut. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 7. Oktober 2018)

Jorge Federico Tanuscio coachte vier Jahre lang das Frauenteam der Black Boys HC Genf, den amtierenden Schweizer Feldmeister. In Luzern agiert der 37-jährige Argentinier seit Anfang September als Chefcoach und bereitet sämtliche Einheiten von denjenigen der Nachwuchs- bis hin zu jenen der Eliteteams vor. Er trainiert und coacht das NLA-Männer-Team, während er das NLA-Frauen-Team trainiert und assistiert. Bereits während seiner vierjährigen Tätigkeit in Genf sei ihm das enorme Talent der Luzerner aufgefallen. «Die Frauen sowie die Männer aber auch die Junioren haben extrem grosses Potenzial. Sie können mehr erreichen, als meine vorherigen Teams in Genf. Besonders gut gefällt mir die Mentalität und die Einstellung der Luzerner Spieler.»

Seit fünf Wochen ist Jorge Federico Tanuscio nun in seinem neuen Amt tätig. «Ich bin sehr glücklich, wie die Trainings ablaufen. Natürlich gibt es noch einige Punkte, die wir verbessern können, aber dafür haben wir ja auch Zeit.» Bruno Affentranger, Präsident des Vereins, ist ebenfalls begeistert vom neuen Trainer. «Die Black Boys Genf haben dank ihm eine enorme Entwicklung erlebt. Dass wir so einen erfahrenen Trainer nun nach Luzern holen konnten, ist für unseren Verein extrem toll. Mich fasziniert die positive Einstellung, die er an den Tag legt und auf die Spielerinnen und Spieler überträgt.»

Profikarriere in Belgien

Jorge Federico Tanuscio kam mit 23 Jahren nach Belgien, wo er als Profi im Sturm spielte und immer wieder für die argentinische Nationalmannschaft im Einsatz stand. Seit sieben Jahren ist er in Belgien sowie in der Schweiz als Trainer aktiv. «Dass wir von seiner langjährigen Erfahrung profitieren können, ist extrem wertvoll», so Affentranger. Die Zusammenarbeit sei sehr gut angelaufen. «‹Fede› hat eine neue Welt nach Luzern gebracht und den Spielern einen professionelleren Umgang zum Sport vermittelt. Von der Ernährung über die detaillierte Videoanalyse – wir haben bereits einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Zudem trainieren unsere Spieler und Spielerinnen momentan deutlich mehr als je zuvor», stellt Bruno Affentranger, fest.

Ein Titel in den nächsten drei Jahren

Der Klubpräsident macht kein Geheimnis daraus, dass die Luzerner in absehbarer Zukunft Schweizer Meister werden wollen. «Noch nicht in dieser Saison, aber in den nächsten drei Jahren ist der Titel sowohl mit den Frauen als auch mit den Männern unser Ziel.» International werden die Frauen, die aufgrund des Verzichts eines Teams nachgerückt sind, in dieser Saison im Europacup im Einsatz stehen. «Eine grosse Herausforderung für dieses Team. Ich bin gespannt, wie es sich verkaufen wird», so Affentranger weiter.

Kommunikation vorwiegend in Englisch

Jorge Federico Tanuscio verfolgt die Ziele mit seinen neuen Teams Schritt für Schritt. «Wir schauen von Spiel zu Spiel, aber natürlich wollen wir uns Ende Saison in den Top-4 klassieren.» Anders als in den bisherigen Klubs, die er coachte, werde in Luzern die Verteidigung hoch gewichtet. «Verteidigung ist die grosse Stärke der Luzerner, das gefällt mir.» Momentan findet die Kommunikation zwischen Spieler und Coach vorwiegend in Englisch statt. «Schweizerdeutsch spreche ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht», sagt Jorge Federico Tanuscio lachend. Er fühlt sich in Luzern sichtlich wohl.

Es wird mehr und intensiver trainiert

Im Fussball sieht man es oft: Ein Trainer wird ein-, ein anderer ausgewechselt, wenn es gerade sportlich nicht so läuft. Der Einmaleffekt tritt danach eventuell ein, verpufft aber meist sehr schnell wieder. Und weiter geht das Spiel. Auf den Neuen folgt bald der Nächste. Im Landhockey hat diese Jobrotation keine Tradition. Familiäre Strukturen lassen diese gar nicht erst zu, die 22 Schweizer Landhockeyklubs vertrauen auf Stabilität und Kontinuität. Dennoch hat der Luzerner SC seit dieser Vorrunde einen neuen Cheftrainer. Es ist die logische Weiterentwicklung auf dem Weg, den der Klub auf dem Luzerner Utenberg vor einigen Jahren eingeschlagen hat. Und es ist eine Zäsur nach drei Jahren. Vom Betonmischer zur Tormaschine Neu steht mit «Fede» Tanuscio ein Mann an der Seitenlinie, der selber auf höchstem Niveau gespielt und über ein ausgezeichnetes, internationales Netzwerk verfügt. Der detailversessene Taktiker und Techniker (siehe Porträt) bringt neue Faktoren in den Klub, die das Deutschschweizer Klublandhockey bislang nicht gesehen hat. Es lässt sich leicht überprüfen und ist ziemlich simpel: Die Aktiven trainieren mehr und wesentlich intensiver als bisher. Zudem widmen sie sich Videomeetings und über WhatsApp Spielkonzepten. Auf der sehr guten athletischen Basis, den seine Vorgänger gelegt haben, baut Tanuscio nun seine Taktiken auf. Sie sollen den traditionellen Betonmischer LSC zu einer Tormaschine werden lassen. Luzerns Fanionteams sollen schlicht offensiver spielen und resoluter den Abschluss suchen. LSC-Männer führen Rangliste an Zunächst winkt vor allem einmal der Abschluss der Vorrunde. Nicht mehr und nicht weniger. Luzerns Männerteam grüsst als Tabellenführer, die Frauen-Equipe bewegt sich in der Spitzengruppe. Wer jedoch die Torgefahr vermessen haben will, der sieht, dass noch etwas Arbeit wartet. Defensiv stimmt bei den Männern alles, vor dem gegnerischen Kasten jedoch können sie noch zulegen. Zwölf geschossene Tore in sechs Partien sind nicht schlecht und mehr als in den Vorjahren, aber noch nicht das, was man in Luzern möchte. Die Frauen sind da schon weiter und liegen über dem Schnitt von drei erzielten Treffern pro Spiel, mehr als je zuvor. Erreicht haben sie dies mit Systemumstellungen, variablen Reaktionen auf gut gelesene, gegnerische Taktiken und vor allem mit schematischen Torschusstrainings, in denen der Trainer Entschlossenheit im gegnerischen Schusskreis einimpft. Es scheint den LSC-Fanionteams Spass zu machen – nur so sind die fröhlichen Gesichter auf dem Utenberg-Kunstrasen derzeit zu deuten. (pd)


Männer, NLA Samstag: Servette – Rotweiss Wettingen 3:1. Black Boys Genf – Grasshoppers 4:3. Olten – Basler HC 5:1. Stade Lausanne – Luzerner SC 2:2, 3:2 n. P. – Sonntag: Servette – Grasshoppers 1:3. Black Boys Genf – Rotweiss Wettingen 0:4. Olten – Stade Lausanne 5:1. Luzerner SC – Basler HC 2:0. – Rangliste (alle 6 Spiele): 1. Luzerner SC 15. 2. Olten 12 (15:10). 3. Servette 12 (13:10). 4. Basler HC 10. 5. Grasshoppers 9. 6. Rotweiss Wettingen 8. 7. Black Boys Genf 4. 8. Stade Lausanne 2. Frauen, NLA: Luzerner SC – Olten 3:0. Basler HC – Grasshoppers 2:0. Black Boys Genf – Rotweiss Wettingen 0:2. – Rangliste (alle 4 Spiele): 1. Rotweiss Wettingen 12. 2. Black Boys Genf 9. 3. Luzerner SC 6 (13:6). 4. Olten 6 (11:8). 5. Basler HC 3. 6. Grasshoppers 0.

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