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Die Kägiswiler Skicrosserin Andrina Frank ist auf den Spuren von Fanny Smith

Andrina Frank will im Skicross für Furore sorgen. An den Schweizer Meisterschaften auf dem Hoch-Ybrig gelingt der 16-jährigen Obwaldnerin ein Achtungserfolg – und es kommt zu einem besonderen Duell.
Stephan Santschi
Die 16-jährige Andrina Frank aus Kägiswil wurde Zweite an den Schweizer Meisterschaften bei den Juniorinnen. Bild: Boris Bürgisser (Kägiswil, 8. März 2019)

Die 16-jährige Andrina Frank aus Kägiswil wurde Zweite an den Schweizer Meisterschaften bei den Juniorinnen. Bild: Boris Bürgisser (Kägiswil, 8. März 2019)

Noch nie startete Andrina Frank aus Kägiswil an Schweizer Meisterschaften. Und dann bekommt sie es in ihrer Premiere auf dem Hoch-Ybrig gleich mit dem nationalen Aushängeschild zu tun. Im Achtelfinal traf die 16-jährige Obwaldnerin am letzten Samstag unter anderem auf Fanny Smith – ihres Zeichens Weltmeisterin 2013 und Olympiadritte 2018 im Skicross. «Das war natürlich mega cool. Anhand ihrer Leistung erkannte ich, wo ich stehe und wo ich gerne noch hinkommen möchte», schwärmt Frank. Auf der Piste war sie erwartungsgemäss chancenlos, während Smith sich am Ende die Goldmedaille sicherte. Andrina Frank schaffte es auf Platz zehn.

Am Tag darauf freute dann aber auch sie sich über Edelmetall. An den Schweizer Junioren-Meisterschaften landete Frank auf dem zweiten Platz. Im Final der besten vier Athletinnen zeigte sich dabei, wie nahe Erfolg und Misserfolg im Skicross beieinander liegen. «Der Start gelang mir nicht so gut, ich wäre wahrscheinlich Vierte geworden. Kurz vor dem Ziel hatte es einige Wellen und als die beiden Führenden zusammenstiessen, konnten Sonja Kohler und ich noch an ihnen vorbeifahren. Es braucht manchmal eben auch Glück», erzählt Frank. So richtig zufrieden war sie unmittelbar nach Schluss mit ihrem Auftritt zwar nicht, weil ihr eben zu Beginn ein Fehler unterlaufen war. Rückblickend könne sie mit dem zweiten Rang aber sehr gut leben.

Wer weiterkommen will, muss improvisieren

Zumal Andrina Frank noch gar nicht so lange Skicross betreibt. Begonnen hat sie ihre Sportkarriere ursprünglich im Schwimmbecken beim SV Baar, später fuhr sie auch Ski, ehe sie sich vor zwei Jahren entschloss, voll auf Skicross zu setzen. Weshalb? «Weil ich mich schwer damit tue, wenn ich gegen die Zeit fahren muss. Ich brauche die Gegner auf der Piste. Im Parallel-Slalom war ich jedenfalls immer markant besser», erklärt sie. Skicross mit Direktduellen gegen drei Athletinnen mache ihr noch mehr Spass, zudem empfinde sie die Community lockerer und freundlicher als jene bei den Alpinen.

Nur mit der sportlichen Förderung ist das so eine Sache bei den Skicrossern. Trotz einer Spitzenathletin wie Fanny Smith, trotz Vorreiter Mike Schmid, der 2010 Olympiasieger geworden ist, bleibt die Sportart hierzulande eine Randerscheinung. Unterhalb den Nationalkadern von Swiss Ski gibt es keine Ausbildungsstruktur. «Lokale Skiklubs bieten kein Skicross-Training an und mit Ausnahme des Berner Oberlands haben auch die Regionalverbände keine Skicrossabteilung», erklärte vor der Saison Dominic Reber, Franks Trainer beim SX Riders Teams. Hierbei handelt es sich um ein privates Nachwuchsteam mit Zentralschweizern und Berner Oberländern, das jungen Skicross-Begeisterten mit eigenen Sponsoren ein Auffanggefäss bietet.

Sommertraining auf Startrampe im Melchtal

Im letzten Sommer konnte das SX Riders Team dank einer Startrampe im Melchtal erstmals Sommertrainings durchführen (wir berichteten). «Das half mir sehr. Ich hatte die Möglichkeit, anderen etwas abzuschauen und wir hatten genug Zeit, um die Starts zu analysieren», erzählt Andrina Frank. Im Skicross sei ein gelungener Start nämlich die halbe Miete. Und so sind ihre Fortschritte auf der Piste mittlerweile unübersehbar. Aktuell befindet sie sich in ihrer ersten internationalen Saison. Im letzten Dezember fuhr sie erstmals ein FIS-Rennen, im Januar folgte das Debüt im Europacup. «Der Sprung von der Kids-Kategorie in der Schweiz, in der man bis zum 16. Altersjahr fährt, bis zum Europacup ist natürlich gross», erzählt Frank mit einem Lächeln.

Anspruchsvolle Strecken wie beispielsweise jene auf der Reiteralm in Österreich oder das aggressivere Verhalten ihrer Konkurrentinnen in den Direktduellen auf dem Schnee seien Erfahrungswerte, die sie sich nun erst noch aneignen müsse. «Wie reagiere ich auf Manöver der Gegner? Wie steche ich in die nächste Kurve? Im Skicross ist die Erfahrung sehr wichtig. Ich muss frecher werden, um meinen eigenen Weg im Rennen gehen zu können.»

Jugend-Olympiade mit Andrina Frank

Wohin ihr Weg im Skicross noch führen könnte, weiss Andrina Frank freilich noch nicht. Dem Traum von der Teilnahme an Weltmeisterschaften oder gar Olympischen Spielen räumt sie in ihrem Hinterkopf aber durchaus etwas Raum ein. «Ich möchte so schnell wie möglich starten und dann soll keiner mehr an mir vorbeikommen», sagte sie bereits im letzten Sommer. Und heute fügt sie an: «Auch wenn es unrealistisch zu sein scheint – ich möchte immer jedes Rennen gewinnen.»

Das nächste Highlight und damit eine weitere Premiere ist übrigens bereits terminiert. Frank ist Teil des YOG-Projekts, einer Gruppe also, die im Hinblick auf eine Teilnahme an den Olympischen Jugend-Winterspiele (Youth Olympic Games) im Januar 2020 in Lausanne speziell gefördert wird. Das ermöglicht ihr wertvolle Trainings mit dem Europacupteam von Swiss Ski, während sie sich unter der Woche mangels tauglicher Skicross-Pisten vor allem mit Kraft- und Ausdauerübungen begnügen muss.

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