Auf jeder Unterlage aktiv

Die Steinhauserin Andrea Morger (22) lebt für den Fussball, der sie zwölf Monate im Jahr beschäftigt. Denn wenn sie nicht auf dem grünen Rasen spielt, dann im Sand oder auf dem Hallenboden.

Michael Wyss
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Beachsoccer: Andrea Morger aus Steinhausen spielt bei den Beach Kings Emmen und in der Nationalmannschaft obwohl sie den Sport erst seit einem Jahr macht.(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 20. Juni 2018))

Beachsoccer: Andrea Morger aus Steinhausen spielt bei den Beach Kings Emmen und in der Nationalmannschaft obwohl sie den Sport erst seit einem Jahr macht.
(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 20. Juni 2018))

«Fussball, das ist meine grosse Leidenschaft – er bestimmt mein Leben», sagt Andrea Morger. Dass dies so ist, zeigt der Terminkalender der 22-jährigen Steinhauserin. Mit wöchentlichen mindestens fünf Trainingseinheiten und zwei bis drei Partien am Wochenende bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. Selbst der Tag des Interviews mit unserer Zeitung war Fussballlastig: Morger spielte um die Mittagszeit noch in Liestal BL ein Beachsoccer-Meisterschaftsspiel und am späteren Nachmittag in Luzern ein Fussball-Freundschaftsspiel.

Auf dem Rasen ist sie mit den Femina Kickers Worb in der Nationalliga B engagiert und Assistenztrainerin beim U17-Team Young Boys/Wyler. Im Sand spielt sie bei den Beach Kings Emmen und gehört dem Nationalteam an. In den Wintermonaten ist sie im Futsal (Hallenfussball) bei Team von Mobulu Uni Bern aktiv. «Es wird mir nicht langweilig», sagt die sympathische Morger lachend. In Bern ist sie nicht nur wegen des praktischen Sports: Sie studiert in Bern Sportwissenschaft und Chemie. Ihr Berufswunsch ist Kantilehrerin.

Im Wohnquartier gespielt

Die Freude am Fussball entdeckte Morger, die einen älteren Bruder (Thomas) hat, im FC Baar. Dort spielte sie während zwölf Saisons, vom Nachwuchs bis zum 1.-Liga-Team. «In Steinhausen wurde kein Fussball für Mädchen angeboten, deshalb suchte ich im Kanton Zug einen anderen Verein. In Baar fand ich einen super Ausbildungsverein. Ich hatte gute Trainer und mit Roland Thalmann einen grossen Förderer», blickt sie zurück.

Schon als kleines Kind kickte Morger im Wohnquartier mit den Jungs. «Die Fussballer-Gene wurden mir aber nicht in die Wiege gelegt», führt Morger aus. Tatsächlich nicht: Ihr Vater Erich war einst Bergsteiger und begeisterter Kletterer. Auch Andreas Morger versuchte sich zwischenzeitlich im Kletterverein.

Mit ihren erst 22 Jahren hat sie schon einige sportliche Erfolge feiern können. Mit dem Zweitligisten FC Baar wurde sie einst Innerschweizer Cupsiegerin und feierte den Aufstieg in die 1. Liga. Und mit dem Beachsoccer-Nationalteam holte sie an der Europameisterschaft im vergangenen Jahr die Silber- und vor drei Wochen die Bronzemedaille. Einen grossen Traum hegt Morger für das Jahr 2019: «Ich würde gerne mit der Beachsoccer-Nationalmannschaft in San Diego an den World Beach Games teilnehmen.» Ob Morger ein Aufgebot erhält, hängt natürlich von ihren Leistungen ab.

Die Liebe zu Arsenal London

Besonders angetan ist die Steinhauserin vom englischen Fussball. «Das Kick and Rush gefällt mir. Ich liebe den Offensivfussball. Das Barcelona-Geplänkel mit dem Ball hin- und herspielen behagt mir gar nicht.» Morger ist grosser Fan von Arsenal London. Das geht auf eine frühere Nachbarin zurück. «Sie schenkte mir ein Arsenal-Dress. So begann die Liebe zu diesem Verein. «Im 2016 wohnte ich dem Londoner Derby Arsenal gegen Chelsea bei – das war ein Erlebnis! Ich werde sicher eines Tages wieder nach London gehen.» Besagte Nachbarin war niemand Geringerer als Nicole Remund (28), die siebenfache Schweizer Fussballmeisterin mit dem FC Zürich und ehemalige Nationalspielerin.

Mittlerweile ist die Beachsoccer-Saison für Morger vorbei. Die Beach Kings Emmen scheiterten kürzlich an der Halbfinal-Qualifikation in der Schweizer Meisterschaft. «Nun freue ich mich auf die Fussball-NLB-Saison mit Worb», blickt Morger voraus. Der Auftakt in die neue Spielzeit ist am kommenden Sonntag. Vermutlich sind dann auch ihre Eltern an der Seitenlinie am Mitfiebern. «Meine Familie unterstützt mich bei der Ausübung meines Hobbys. Wenn sie Zeit finden, kommen sie meine Spiele besuchen, das schätze ich sehr.»

Mit dem U17-Team YB/Wyler beginnt die Saison für die Assistenztrainerin bereits am Samstag. Es wartet also ein weiteres Fussball-ausgefülltes Wochenende auf Andrea Morger.