Aufstieg rückt für Stanser Handballerinnen in weite Ferne

Vier Spiele, vier Niederlagen – die Frauen des BSV Stans tun sich in der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL2 sehr schwer. Bei der 20:22-Heimniederlage gegen Yellow Winterthur ist erneut die Offensivleistung ungenügend.

Stephan Santschi
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Samira Schardt (Mitte) ist derzeit die einzige Linkshänderin im Stanser Kader.Bild: Roger Grütter (Stans, 2.3.2019)

Samira Schardt (Mitte) ist derzeit die einzige Linkshänderin im Stanser Kader.Bild: Roger Grütter (Stans, 2.3.2019)

Die Statistik zeigt das Stanser Manko klar auf: 78 Tore in vier Partien der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL2, also nicht einmal 20 Treffer pro Spiel, sind eine sehr dürftige Offensivbilanz. «Wenn uns die Gegnerinnen in Sachen Grösse und Gewicht überlegen sind, haben wir Probleme», erklärt Trainer Vicente «Ike» Cotrina Cabal am letzten Samstag. Gerade hatte er mit seinem Team die nächste Niederlage hinnehmen müssen, mit 20:22 zu Hause gegen Yellow Winterthur diesmal. Damit verbleiben die Nidwaldnerinnen punktelos am Tabellenende der Sechsergruppe.

Out von Nadja Fellmann besiegelt Niederlage

Zwar sind noch sechs Spieltage ausstehend und der Rückstand auf den Trennstrich ist mit vier Zählern noch nicht uneinholbar. Wer die Frauen des BSV Stans in dieser letzten Meisterschaftsphase allerdings spielen sieht, traut ihnen die Promotion in die höchste Liga schon jetzt nicht mehr zu. Da war einerseits die schlechte Einstellung in den zwei Wochen davor, als sie auswärts gegen Herzogenbuchsee (17:29) und Kreuzlingen (20:32) chancenlos geblieben waren. «Diese Auftritte haben mich etwas sauer gemacht», gibt Cotrina Cabal zu. Und dann ist da eben die mangelhafte Durchschlagskraft im Angriff, die sich nun gegen Yellow Winterthur erneut offenbarte. Auf eine gute erste Halbzeit, die mit einem 14:14 endete, folgte ein zweiter Durchgang, in dem die Stanserinnen zusehends harmloser wurden. «Wenn wir müde werden, verlieren wir die Explosivität», weiss der spanische Übungsleiter. Dann finden sie gegen eine robuste Abwehr wie jene von Winterthur kaum mehr Lücken. Während fast 28 Minuten der zweiten Halbzeit erzielte der BSV nur noch drei Tore, was den Gästen die Möglichkeit gab, bis zur 53. Minute entscheidend auf 21:17 davonzuziehen.

Der Bruch im Spiel erfolgte dabei nach 45 Minuten, als Nadja Fellmann nach einem Schlag gegen den Oberschenkel hinkend vom Platz musste. Sie war die einzige, die noch für Zug auf das gegnerische Tor gesorgt hatte, Stans führte da noch mit 17:16 und hatte durchaus Möglichkeiten gehabt, um sich deutlicher abzusetzen. Es war aber offensichtlich, dass sich die Equipe derzeit mit vielen Blessuren herumzuschlagen hat. Lara Ernst (Rücken) und Sina Kuster (Schulter), zwei Spielerinnen, die sonst im Rückraum für viel Betrieb sorgen können, sind nicht voll einsatzfähig und schleppen sich derzeit geradezu durch die Saison. Mit Julia Lussi und Harpa Rut Jonsdottir fehlen zudem zwei Kreisläuferinnen und ohne die Langzeitverletzte Alina Berchtold ist Samira Schardt die einzige Linkshänderin im Kader. «So ist es für uns schwierig, diese Spiele zu geniessen», sagt Cotrina Cabal. Angemerkt sei allerdings, dass am Samstag auch der Gegner nicht über eine grössere Breite im Kader verfügte – ganz im Gegenteil: Nach den roten Karten gegen Manser (42.) und dem verletzungsbedingten Out von Rutqvist (56.) hatten die Zürcherinnen keine einzige Ersatzspielerin mehr auf der Bank.

Cotrina Cabal: «Diesmal bin ich stolz auf mein Team»

Der Aufstieg, der vom Klub ohnehin nicht gefordert wird, dürfte damit kaum mehr realisierbar sein. Der Stanser Trainer betont denn auch, dass jetzt nicht die Resultate, sondern vielmehr die Einstellung in den Fokus rücken soll. «Gegen Yellow haben wir 60 Minuten gekämpft, diesmal bin ich stolz auf mein Team. In den letzten beiden Wochen war ich es nicht.»

Stans – Yellow Winterthur 20:22 (14:14)

Eichli. – 210 Zuschauer. – SR Odermatt/Rachad. – Strafen: keine Strafen gegen Stans, 5-mal 2 Minuten plus rote Karte für Manser (42./3-mal 2 Minuten) gegen Yellow Winterthur. – Stans: Schoch; Schardt (7/5), Schwab (1), Seerup Olesen (1), Fellmann (1), Grandjean (8), Kretz, Hurschler, Ernst (1), Sina Kuster, Flavia Kuster (1), Sägesser. – Bemerkung: Schoch pariert Penalty von Rutqvist (24./13:12). Schardt verwirft Penalty (57./17:21).