Pilatus Cup im Luzerner Eiszentrum: Grazie, Pirouetten und viel Pailletten

Die Zuschauer beim Pilatus Cup im Luzerner Eiszentrum bekamen von den 350 Teilnehmern eindrücklich vorgeführt, wie elegant und vielfältig diese Sportart ist. Für die OK-Mitglieder gab es wenig Schlaf.

Theres Bühlmann
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Eiskunstlaufen Pilatus Cup in der Eishalle Luzern: Im Bild ist Juliana Panarese. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))
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Gina Zehnder bei ihrer Kür. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))
Eiskunstlaufen Pilatus Cup in der Eishalle Luzern. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))
Lena Banderet. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))
Juliana Panarese bei ihrer Kür. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))
Notenrichterin am Bildschrim. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))

Eiskunstlaufen Pilatus Cup in der Eishalle Luzern: Im Bild ist Juliana Panarese. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. Dezember 2018))

Für einmal jagten im Luzerner Eiszentrum nicht starke Männer einem Puck hinterher. Angesagt war letzte Woche Eleganz, Anmut und Grazie. Zur Austragung gelangte der 4. Pilatus Cup im Eiskunstlaufen, der zum zweiten Mal als Swiss Cup durchgeführt wurde, bei dem Qualifikationspunkte für die Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft vergeben wurden. Die rund 350 Läuferinnen und Läufer im Alter von 6 bis 20 Jahren rekrutierten sich aus der ganzen Schweiz, wobei das weibliche Geschlecht ganz klar die Mehrheit bildete.

Auf der Tribüne versammelten sich Fans und Bekannte, bevor es für die Protagonisten losging. Erst einmal noch kurz ein paar Schritte auf dem Eis, Trainingsjacke ausziehen, die letzten Anweisungen des Trainers entgegennehmen, dann galt es ernst – schöne Schrittkombinationen, gelungene Sprünge, Pirouetten in verschiedenen Varianten, gepaart mit Ausdruckskraft und Harmonie, technischer Präzision und alles auf die Musik abgestimmt. Umsetzen, was in den unzähligen Trainingsstunden auf und neben dem Eis geübt wurde.

Familiäre Unterstützung auf der Tribüne

Perfekt geschminkt und schön frisiert gehört in dieser Sportart auch dazu, genauso wie die Dresses mit viel Glitzer, viel Pailletten, viel Schimmer. Von den Zuschauerrängen gab es immer wieder Beifall, Oma drückte die Daumen, die Eltern fieberten mit, der Bruder hielt alles auf dem Smartphone fest, und die Schwester drückte den Teddybär, als Glücksbringer mitgenommen – ein Familienausflug der besonderen Art. Ab und zu flogen auch Plüschtiere und Blumen aufs Eis, wie bei den Grossen. Nicht alles gelang immer perfekt, es gab auch Strauchler und Stürze zu verzeichnen. Dann hiess es einfach aufstehen, unter aufmunterndem Applaus weiterlaufen, bis zur Schlusspose.

Einige Kategorien waren sehr stark besetzt, so auch jene der SEV Jugend Mädchen mit 43 Läuferinnen. Hier konnte sich Juliana Panarese vom Zuger Eislauf-Verein gut in Szene setzen, was ihr den feinen neunten Rang einbrachte. Eine, die hingegen das ganze Geschehen als Zuschauerin verfolgen musste, war die 12-jährige Iris Wespi vom Eisklub Luzern. Im Sommer erkrankte sie am Pfeifferschen Drüsenfieber, konnte nur reduziert trainieren und hat sich zusammen mit dem Trainerduo Patrick Addeo und Ingrid Scherrer entschlossen, auf eine Teilnahme zu verzichten. Seit fünfeinhalb Jahren frönt sie dem Eiskunstlauf, trainiert in der Woche rund acht Stunden auf dem Eis, dazu kommen Ballett und das Athletiktraining. Da bleibt neben der Schule und den Hausaufgaben nicht mehr allzu viel Zeit, aber wenn schon, dann trifft sie sich gerne mit Kolleginnen. Die Dresses wählt sie jeweils zusammen mit den Trainern aus, «denn diese müssen ja zur Musik passen». Ihr Lieblingssprung ist der Flip. 

«Ich übe daran, ihn zweifach zu springen, und manchmal klappt es schon.»

Angesprochen auf eines der Ziele für die nähere Zukunft sagte sie: «Ich möchte den Intersilber-Test schaffen.»

Als nächstes steht für die Luzernerin im Januar ein Wettkampf in Küssnacht an. Beim Pilatus Cup war sie trotz ihrer Absenz vom Eisfeld dennoch anzutreffen. Sie half mit, wo Hilfe gebraucht wurde, an einem Stand oder betätigte sich als Verkäuferin von Tombola-Losen. A apropos arbeiten: Das fünfköpfige OK, alles Mitglieder des Eisklubs Luzern und unter der Leitung von Daniel Eichenberger, der auch beim Verein diesen Posten innehat, musste vom Donnerstag bis Sonntag einen viertägigen Anlass stemmen. Es gab lange Tage und kurze Nächte, denn die Wettkämpfe begannen morgens um sieben und endeten schon mal erst um 23 Uhr. Der Aufwand lohnte sich, denn der Andrang auf die Startplätze war gross. «Wir konnten im Bereich Breitensport sehr viele Anmeldungen nicht berücksichtigen, um so die Kapazität für den Swiss Cup frei zuhalten», sagte er.

Rund 1000 Zuschauer fanden während der vier Tage den Weg in das Eiszentrum. «Das ist für uns sehr zufriedenstellend», sagte Daniel Eichenberger. Da haben sich die kurzen Nächte gelohnt.

Resultate unter: https://eisklub-luzern.ch/sport/pilatuscup/