Bei den Weggiser Fussballern beginnt der Kampf ums Überleben

Drittligist Weggis verliert gegen Olympique Lucerne 1:2 und sieht sich mit dem Abstiegskampf konfrontiert.

Michael Wyss
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Andrin Demarmels, Trainer des Weggiser SC.

Andrin Demarmels, Trainer des Weggiser SC.

Michael Wyss

«Ja, ich bin enttäuscht. Es wäre ein Unentschieden möglich gewesen. Zehn Minuten Unkonzentriertheit und wir wurden dafür bestraft», zeigte sich der neue Weggis-Trainer und gebürtige Küssnachter Andrin Demarmels (31) frustriert. Die zweite Niederlage im zweiten Meisterschaftsspiel besiegelte der überragende Olympique Lucerne Spieler Dursum Music. Der 20-jährige Topskorer, er erzielte fünf Treffer in drei Pflichtspielen in Meisterschaft und Cup, sicherte den Stadtluzernern mit einem Doppelschlag (47. 0:1; 53. 0:2) den Sieg. Dem Gastgeber gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Lukas Mikulicius (68. 1:2). Demarmels: «Ich habe ein junges Team mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren. Wir bezahlen viel Lehrgeld. Es ist eine Entwicklung, die wir durchleben.»

Für Weggis, das praktisch mit einem unveränderten Kader in die neue Meisterschaft startete, geht es diese Saison nur um ein Ziel: Ligaerhalt. Demarmels, der früher im Weggiser-Fanionteam (4. und 3. Liga) spielte: «Das ist jedes Jahr eine grosse Herausforderung für uns, in der 3. Liga spielen zu können. Es benötigt einen enormen Kraftakt. Positiv ist, dass unser Fanionteam aus Eigengewächsen besteht und die Spieler das Herz am richtigen Fleck haben. Dass wir mit eigenen Spielern arbeiten und den Nachwuchs sukzessive integrieren, ist die Vereinsphilosophie. Da nimmt man auch einmal sportliche Rückschläge in Kauf.»

Sportliche Rückschläge werden in Kauf genommen

Druck vom Vorstand betreffend Saisonziel gibt es nicht, wie der Weggiser bestätigte: «Wenn wir in der 3. Liga bleiben, haben wir unser Ziel mehr als erreicht. Wenn wir im schlimmsten Fall in den sauren Apfel beissen müssten, würde die Welt nicht untergehen. Doch wir sind ehrgeizig genug und wollen in der 3. Liga bleiben, das wäre wichtig für unseren Nachwuchs.» Sonst bestehe die Gefahr, dass sie abwandern. Nach der 1:4-Schlappe gegen Ibach II und der 1:2-Niederlage gegen Olympique Lucerne steht Weggis auf dem letzten Platz in der Gruppe 1. «Die Saison ist noch jung, doch wir benötigen ein Erfolgserlebnis. Die jungen Spieler leben von positiven Momenten», weiss WSC-Captain Patrick Hegglin (26) und sagt: «Es benötigt noch mehr Laufbereitschaft, wir müssen mutiger sein und noch mehr Zweikämpfe suchen. Es braucht zehn Prozent mehr in jedem Bereich. Der Weg stimmt.»

Auch Olympique dürfte es schwierig haben

Für Olympique Lucerne war es ein wichtiger Sieg, wie Trainer Daniel Bucher bestätigte: «Nach der 1:4-Niederlage gegen Hünenberg mussten wir eine Reaktion zeigen. Ich bin froh, dass wir in Weggis siegten.» Auf die Ziele angesprochen, meinte der 46-jährige frühere Nationalliga-B-Verteidiger des FC Emmenbrücke: «Ich bin Realist und weiss, dass wir vor einer schwierigen Saison stehen. Wir nehmen Spiel für Spiel. Wichtig ist, dass wir schnell aus dem Abstiegsbereich kommen und in Ruhe weiterarbeiten können.» Bucher, zuletzt beim Drittligisten Zell engagiert, musste nach dem Abgang von sechs Spielern ein neues Team formen. Ihm liegt aber auch die Entwicklung junger Spieler am Herzen: «Die Aufgabe hier bei Olympique Lucerne hat mich gereizt, weil ich hier mit jungen Akteuren arbeiten kann. Wichtig ist, dass sie Spielpraxis erhalten und einen Schritt nach vorne machen können. Ich sehe viel Talent in diesem Team.»

Viel Können bringt unter anderem Matchwinner Music mit: «Ich bin wieder glücklich und geniesse das volle Vertrauen des Trainers. Die Freude am Fussball ist zurück. Ich bin happy.» Der Topskorer kam vom Zweitligisten Sempach zu den Stadtluzernern.