Beim Hildisrieder SV übt man sich in Geduld

Die 3.-Liga-Fussballer von Hildisrieden mit dem Urner Trainer Simon Bosshard verlieren gegen Adligenswil 3:4. Das Schlusslicht bleibt ohne Punkte.

Michael Wyss
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Simon Bosshard, Trainer Hildisrieder SV.

Simon Bosshard, Trainer Hildisrieder SV.

Bild: Michael Wyss

«Was soll ich sagen? Wir machten diesmal vieles richtig. Doch es hat wieder nicht gereicht. Bitter. Mein Team hat das nicht verdient», zeigte sich Hildisriedens Trainer Simon Bosshard (41) enttäuscht. «Hopp Höudi», wie die Fans ihre Lieblinge auf der Sportanlage Bogenhüsli immer wieder anfeuerten, stand dem Sieg nahe. Näher als Adligenswil. «Wenn du immer führst und letztlich mit leeren Händen dastehst, kannst du nicht zufrieden sein», so ein enttäuschter Bosshard.

Mit sieben Niederlagen sind seine Schützlinge in die Saison gestartet, mit anderen Worten: Der Kampf um den Ligaerhalt hat mit dieser Niederlage begonnen. «Wir haben keinen Druck vom Vorstand und gehen unseren Weg akribisch weiter. Die Entwicklung der Spieler geniesst Priorität. Es stand ein Team auf dem Platz mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren. Es fehlt folglich an Erfahrung, wir machen ein Reifeprozess durch», weiss der Altdorfer und sagt weiter: «Wir haben uns nicht mit möglichen Punkten belohnt und müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Adligenswil kam sehr einfach zu ihren Treffern.» Nach sieben Partien ohne Punktgewinn fehlt dem HSV ein Erfolgserlebnis: «Das wäre ganz wichtig. Wir müssen uns einmal belohnen für unseren Aufwand. Der Kampf stimmte und auch der Wille war da», so Bosshard, der auf diese Saison hin von Brunnen II (4. Liga) nach Hildisrieden wechselte. «Der HSV ist ein sympathischer Verein, der mich einfach gereizt hat. Es ist eine grosse Herausforderung für mich, eine schöne Aufgabe, mit den jungen Spielern zu arbeiten. Sie werden ihren Weg meistern.» Bosshard übrigens wohnt in Altdorf und fährt dreimal (rund 360 Kilometer) in der Woche nach Hildisrieden. «Ich habe hier eine interessante Aufgabe für mich gesehen, deshalb war der Weg für mich sekundär. Wenn man etwas mit Leidenschaft macht, spielt es keine Rolle, wo man wohnt.»

Bereits sieben Punkte Rückstand auf Rang zehn

Seit diesem Sommer im Kader des Fanionteams ist das HSV-Eigengewächs Manuel Estermann. Der 17-jährige Verteidiger kennt die Gründe, warum Hildisrieden das Tabellenende ziert: «Wir haben erst sechs Treffer erzielt, sind einfach nicht effizient genug, Aufwand und Ertrag stimmen nicht im Verhältnis. Wir müssen kaltblütiger werden. Den Ligaerhalt werden wir schaffen, davon bin ich überzeugt. Auch wenn wir nun mit sieben Punkten Rückstand eine hohe Hypothek auf den rettenden zehnten Rang aufweisen. Ein Sieg kann uns beflügeln. Wir geben nicht auf, im Fussball kann es schnell gehen.»

Am Sonntag kommt mit Ebikon ein Topteam. Estermann: «Wir müssen uns auch nicht vor den Rontalern verstecken. Die Chancen sind intakt, dass wir das Punktekonto endlich eröffnen. Es braucht ein perfektes Spiel. Das kann uns gelingen.»

«Es war keine überzeugende Leistung, der Sieg eher glücklich. Doch wir hatten diese Saison auch schon viel Pech. Ich bin einfach froh, dass wir den eminent wichtigen Sieg bei einem Mitkonkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt geholt haben», so Adligenswil-Trainer Adrian Indergand (31). Mit einer Niederlage wäre der FCA in den Abstiegssumpf geraten. «Nun haben wir etwas Luft nach hinten», weiss Indergand. Seine Kicker stehen mit acht Punkten auf Rang neun und wittern wieder Kontakt zum Mittelfeld. Am Sonntag kommt Leader Rothenburg. Indergand: «Wir sind auf dem Papier Aussenseiter, dieser Sieg lässt uns aber mit einer gestärkten Moral in diese Partie steigen. Rothenburg wird bei uns beissen müssen.»