Bittere Derby-Niederlage für die Altdorfer Handballer

1.-Liga-Leader Altdorf zieht im Handball-Spitzenkampf gegen Emmen mit 28:32 den Kürzeren und fällt auf den dritten Platz zurück.

Urs Hanhart
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Mario Jelinic traf für Altdorf acht Mal ins Schwarze, benötigte dazu aber nicht weniger als 17 Anläufe.

Mario Jelinic traf für Altdorf acht Mal ins Schwarze, benötigte dazu aber nicht weniger als 17 Anläufe.

Das am Samstag ausgetragene Duell zwischen Spitzenreiter Altdorf und dem Tabellendritten Emmen lockte fast 500 Zuschauer in die Feldli-Arena, so viele wie zu den besten Zeiten des Urner Traditionsclubs. Und die Zaungäste brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn sie bekamen von Beginn weg eine ungemein temporeiche Partie zu sehen. In der Startphase schlossen beide Teams ihre Angriffe fast durchs Band mit Torerfolgen ab. Es rappelte nur so im Gebälk und die Verteidigungslinien sowie die dahinter postierten Keeper hatten nicht viel zu melden. Nach 15 Minuten waren bereits 20 Treffer gefallen, auf beiden Seiten deren zehn.

Während die Gäste den hohen Torfrequenzrhythmus bis zur Pause durchziehen konnten, begann es in der Angriffsmaschinerie der Platzherren zunehmend zu harzen. Durch zahlreiche Fehlwürfe und technische Fehler gerieten sie immer mehr ins Hintertreffen und handelten sich bei Halbzeit einen erklecklichen 14:19-Rückstand ein. Nach dem Wiederanpfiff wuchs der Abstand zunächst sogar auf sechs Längen an und die Felle drohten vollends davon zu schwimmen. Doch die Gastgeber steckten nicht auf und kämpften sich wieder näher heran. Allerdings erwies sich die durch das Leistungstief gegen Ende der ersten Halbzeit eingehandelte Hypothek als zu gross, zumal die Luzerner stets Gegensteuer gaben, wenn es für sie wieder etwas enger wurde.

Emmen lässt nach, Altdorf profitiert nicht

«Konditionell waren wir eindeutig besser drauf als unser Gegner. Emmen hat in der Schlussphase deutlich nachgelassen. Aber leider konnten wir daraus keinen Profit ziehen, weil uns zu viele leichte und damit unnötige Fehler unterlaufen sind», bilanzierte Altdorfs Coach Stefan Arnold. Tatsächlich war sein Team gegen Ende des Spiels drauf und dran, noch eine Wende herbeizuführen.

Spielertrainer Mario Jelinic warf in der 54. Minute ein Tor zum 26:28, wodurch nochmals Hoffnungen aufkeimten. Doch Kreisläufer Tomas Adamcik musste gleich anschliessend, inmitten der Aufholjagd, eine Zwei-Minuten-Strafe absitzen. Dennoch hatte der Zwei-Tore-Abstand bis in die Schlussphase hinein Bestand. In der letzten Minute machten dann die Gäste den Sack gegen die nun alles auf eine Karte setzenden Hausherren mit zwei schnellen Gegenstosstreffern endgültig zu.

Ein Ex-Altdorfer gehört zu dem Matchwinnern

Durch diesen Taucher ist Altdorf hinter Olten und Emmen auf den dritten Platz zurückgefallen, punktgleich mit den Luzernern, die aber eine wesentlich bessere Torbilanz vorzuweisen haben. Für Arnold ist die Devise klar: «Jetzt müssen wir am kommenden Sonntag gegen Olten gewinnen. Sonst können wir uns die Finalrunde wohl abschminken.»

Ganz grossen Anteil am Auswärtserfolg von Emmen hatte ausgerechnet ein Akteur, der über viele Jahre zum Stamm des KTV-Kaders gehörte, nämlich Schlussmann Marcel Luthiger, dem sogar ein erfolgreicher Weitwurf übers ganze Feld ins leere Altdorfer Gehäuse gelang. Er parierte 17 von 45 Würfen und kam so auf eine Erfolgsquote von 38 Prozent. Insbesondere die Flügelspieler bekundeten grosse Mühe, ihren Ex-Teamkameraden zu bezwingen. Sie scheiterten noch und noch mit ihren Abschlussversuchen. Auch Altdorfs Keeper Christian Amrein, der gegen Ende der ersten Halbzeit von Jan Dittli das Hüten des Kastens übernahm, setzte sich ausgezeichnet in Szene, brachte er es doch sogar auf eine Quote von 43 Prozent.

Zu viele Ungenauigkeiten im Altdorfer Spiel

Ausschlaggebend für die Niederlage waren die vielen Fehler, insbesondere in Form von ungenauen Pässen, die zu teilweise verheerenden Ballverlusten führten, und die mangelnde Treffsicherheit bei den meisten gelb-schwarzen Offensivakteuren. Jelinic traf achtmal ins Schwarze, benötigte dazu aber nicht weniger als 17 Anläufe. Einzig die beiden Kreisläufer Tomas Adamcik (4 Tore) und Marc Häusler (1) fielen punkto Abschlusseffizienz positiv aus der Reihe.

Altdorf – Emmen 28:32 (14:19)
Feldli. – 480 Zuschauer. – SR Rachad, Odermatt.
Altdorf: Amrein, Dittli; Luca Aschwanden, Gisler, Arnold (1), Pascal Aschwanden (1), Häusler (1), Fallegger, Auf der Maur (3), Henrich (3), Jelinic (8), Adamcik (4), Vizi (7).
Emmen: Luthiger (1); Schelbert (5), Häberli (3), Brunner (1), Weingartner (3), Acha-Orbea (1), Ravlija (7), Bucher (4), Lou Dürger, Augugliaro, Flavio Dürger, Kovacevic (7), Baumann.