Unihockey
Bittere Niederlage für Ad Astra, nun übernimmt Tomas Chrapek das Team

Ad Astra Sarnen verliert das Brünig-Derby gegen Schlusslicht Thun mit 4:5. Der Frust sitzt tief. Ab Montag haben die Obwaldner einen neuen Trainer.

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Die Sarner müssen in dieser schwierigen Phase noch enger zusammenrücken.

Die Sarner müssen in dieser schwierigen Phase noch enger zusammenrücken.

Bild: Andrè Düsel

Überschwänglicher Jubel auf der Seite der Thuner nach der Schlusssirene. Die Spieler rannten auf das Feld und bejubelten den ersten Saisonsieg ausgelassen, während sich Ad Astras Topskorer Alexander Rudd beim Schiedsrichter über eine ungeahndete Szene kurz zuvor beschwerte und in ein kleines Handgemenge mit seinen Gegenspielern geriet. Die Szene zeigte deutlich auf: Der Frust beim Schweden und seinen Sarner Kollegen über die erneute Niederlage sass tief. Selbst gegen das NLA-Schlusslicht fanden die Obwaldner nicht zurück auf die Siegesstrasse.

Schon der Start in das Kellerduell missriet dem Heimteam. Sechs Minuten waren gespielt, als die Thuner mit 2:0 vorne lagen. Die frühe Führung war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Die Heimfans konnten den ersten Treffer der Sarner, aber keine Zeigerumdrehung später bejubeln: Luca Rizzi kam nach einem Freischlag aus der Ecke an den Ball und versenkte diesen präzise unter der Latte. Wenig später erhielt Ad Astra eine Überzahlgelegenheit, blieb in dieser allerdings einmal mehr blass. Wie schon in den Spielen in den vergangenen Wochen blieb die nominell stark besetzte Sarner Powerplay-Formation zunächst ohne Erfolgserlebnis.

Endlich wieder ein Powerplay-Tor

Im Mitteldrittel sollte sich dies ändern: Erik Oweling traf nach einer schönen Ballstafette per Direktabnahme zum 2:2. «Endlich gelang uns wieder einmal ein Treffer in Überzahl», meinte Valerio Läubli, der diesmal die Chance erhielt, sich an der Seite der Schweden in der Powerplay-Formation zu beweisen. Der Ausgleich gab den Sarnern jedoch nicht den erhofften Schub. Statt selbst erstmals in Führung zu gehen, waren es die Gäste, die kurz nach Spielmitte zwei Unachtsamkeiten in der Hintermannschaft des Heimteams eiskalt ausnutzten und per Doppelschlag auf 2:4 davonziehen konnten.

Die Massnahme von Patrick Pons und Patrick Schaller, dem Interim-Trainerduo von Ad Astra, zu Beginn des Schlussabschnitts war naheliegend: Mit zwei Formationen sollten der Spielrhythmus und gleichermassen auch der Druck auf das Tor der Thuner erhöht werden. Die Massnahme zeigte die erhoffte Wirkung: Das Heimteam spielte jetzt zielstrebiger und war bemüht, den Ballbesitz in gute Abschlusspositionen zu verwandeln. Thun dagegen lauerte vermehrt auf Kontergelegenheiten. Spätestens nach Durots Anschlusstreffer zum 3:4 in der 47. Minute kehrte die Spannung zurück in die Halle. Die Hoffnung der Obwaldner erhielt jedoch bald den nächsten Dämpfer: In Überzahl traf Thun zum 3:5. Erst 40 Sekunden vor Schluss hatten die Sarner nochmals eine Antwort mit Rudds Tor zum 4:5 bereit. Die Thuner retteten die knappe Führung über die Zeit.

«Thun war uns heute kämpferisch überlegen. Sie wollten den Sieg mehr als wir. Dies zeigte sich über die ganze Spieldauer in den Zweikämpfen, die wir viel zu selten für uns entscheiden konnten», analysierte Läubli. «Generell waren wir lange zu passiv unterwegs. Erst im Schlussdrittel ist es uns gelungen, wirklich Druck zu machen. Das ist zu wenig.»

Der neue Trainer war zuletzt in der NLB tätig

Tomas Chrapek bei der Vetragsunterzeichnung.

Tomas Chrapek bei der Vetragsunterzeichnung.

Bild: PD

Tomas Chrapek wird neuer Cheftrainer von Ad Astra. Er unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende – mit Option auf Verlängerung um eine Saison. Der ehemalige tschechische Nationalspieler war zuletzt in der NLB bei Langenthal als Headcoach tätig. «Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit Tomas einen Kenner der hiesigen Unihockey-Szene nach Sarnen zu holen. Wie die optimale Besetzung auf den weiteren Posten im Staff aussehen wird, ist noch in Klärung. Ich hoffe, dass wir diesbezüglich bis Ende der nächsten Woche Klarheit haben», so Sportchef Roman Schöni. Chrapek wird heute das erste Training seines neuen Teams leiten. Das nächste Spiel findet erst Mitte Dezember statt. (JH)

Sarnen – Thun 4:5 (1:2, 1:2, 2:1)
Dreifachhalle. – 320 Zuschauer. – Tore: 3. Ammann (Baumann) 0:1. 6. Bühler (Würz) 0:2. 7. Rizzi (Höltschi) 1:2. 26. Oweling (Forslind/Ausschluss Rehor) 2:2. 32. Baumann (Bärtschi) 3:2. 34. Garbely 2:4. 47. Durot (Odermatt) 3:4. 50. Bühler (Graber/Ausschluss Oweling) 3:5. 59:21 Rudd (Läubli/Ausschluss Saurer) 4:5 (Sarnen ohne Torhüter). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Sarnen, 3-mal 2 Minuten gegen Thun.
Sarnen: Amrein; C. von Wyl, Hagert; Burri, Oweling; Höltschi, Läubli; B. von Wyl, Rudd, Forslind; Eberhardt, Furrer, Odermatt; Sommerhalder, Rizzi, Durot; Rüegger.
Bemerkungen: Sarnen ohne Britschgi, Bitterli, Kramelhofer, Dubacher und Durrer (alle Ersatz), Lingg (abwesend) sowie Schöni und Boschung (beide verletzt). 56:33 Time-out Thun. 58:11 Time-out Sarnen.

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