Frauen des BSV Stans sind jung und motiviert – aber auch konkurrenzfähig?

Die Frauen des BSV Stans bitten am Samstag zum ersten SPL2-Heimspiel gegen Zug II. Im Fokus steht der Kampf um den Ligaerhalt.

Stephan Santschi
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Die Stanser Spielertrainierin Gréta Grandjean (links) will mit ihrem Team «viel laufen und schnell spielen».

Die Stanser Spielertrainierin Gréta Grandjean (links) will mit ihrem Team «viel laufen und schnell spielen».

Philipp Schmidli

«Enttäuschung von A bis Z.» So lautet die Überschrift des Artikels auf der Website des BSV Stans zum ersten Auftritt der SPL2-Frauen. Gleich mit 21:32 verloren die Nidwaldnerinnen am letzten Wochenende in Olten, «wir haben nicht das gemacht, was wir besprochen hatten», merkt Spielertrainerin Gréta Grandjean rückblickend an. Ihr Eindruck: «Wir waren zu nervös, hatten nach über sechs Monaten ohne Ernstkampf zu viel Stress. Am Ende standen 25 technische Fehler zu Buche. Wenn man einfache Pässe nicht spielen kann, hat das nichts mit Taktik zu tun.»

Zwar schaffte ihr Team nach einem Fehlstart nochmals den Anschluss, verkürzte den Rückstand bis zur 35. Minute auf zwei Zähler (15:17). Dann aber ging gar nichts mehr, 12 Minuten lang blieb Stans ohne eigenen Torerfolg und schlitterte chancenlos in die Kanterniederlage.

Vielleicht war es ein Vorgeschmack auf eine Saison, die noch den einen oder anderen Rückschlag bereithalten könnte. Ob Stans in der zweithöchsten Liga der Schweiz konkurrenzfähig ist, muss sich erst noch zeigen. Bereits in der vergangenen Spielzeit tat sich das verjüngte Team schwer, belegte beim viral bedingten Abbruch im März aber immerhin den drittletzten Platz. Nun ist nochmals Routine verloren gegangen, mit Abwehrspezialistin Flavia Kuster (Rücktritt), der spielenden Co-Trainerin Steffie Seerup Olesen (Rückkehr nach Dänemark)und Goalie Claudia Schoch (zu Willisau) sind erneut wichtige Abgänge zu verzeichnen.

In dieser Saison gibt es keinen Direktabsteiger

Neu dazu stiess derweil lediglich Goalie Venera Kafexholli aus dem Nachwuchs der Spono Eagles. Zehn Spielerinnen im Kader haben Jahrgang 2000 oder tiefer. «Wir sind sehr jung und sehr motiviert», sagt Grandjean. Klar hätte die bald 30-jährige Ungarin gerne den einen oder anderen Neuzuzug begrüsst. Doch zwischen Nottwil und Zug sei es für Stans sehr schwer, vielversprechende Spielerinnen zu verpflichten. Immerhin reife mit Débora Fernandes Martins bei den U18-Inter-Juniorinnen der SG Stans/Emmen ein Talent heran, das dereinst für höhere Aufgaben eingesetzt werden könnte. Zu den wenigen im Team verbliebenen Routiniers zählen Nadja Fellmann, Barbara Schiffmann, Jsabel Kretz und, bei Bedarf, Grandjean selber.

Die Zielsetzung kann unter diesen Umständen nur auf den Ligaerhalt ausgerichtet sein. Entgegen kommt den Nidwaldnerinnen, dass es in dieser Saison keinen Direktabsteiger gibt. Goldach-Rorschach zog sich im Frühjahr freiwillig zurück, Aufsteiger gab es wegen der unvollständigen Saison keinen. Deshalb nehmen nur sieben statt acht SPL2-Equipen an der Meisterschaft teil, nächstes Jahr wird das Feld wieder komplettiert.

Zug kommt mit zwei Ex-Stanserinnen

Der Modus sieht vor, dass die Top zwei nach der SPL2-Hauptrunde (12 Spiele) in die Aufstiegsrunde kommen, derweil die Teams auf den Plätzen drei bis sieben in die Relegationsrunde müssen. Da die drei Reserveteams der SPL1-Klubs Brühl, Spono Eagles und Zug nicht aufsteigen dürfen, sind sie für die Abstiegsrunde gesetzt. Stans kämpft faktisch also mit Olten, Leimental und Arbon um zwei Aufstiegsrundenplätze. Sollten die Nidwaldnerinnen im schlechtesten Fall in die Relegationsrunde kommen und dort am Ende auch noch den letzten Platz belegen, könnten sie sich immer noch in der Barrage gegen den Zweiten der 1.-Liga-Finalrunde den Klassenerhalt sichern.

Stand jetzt befindet sich Arbon am ehesten in Reichweite des BSV Stans. Der Gegner, der am Samstag zum ersten Heimspiel im Eichli gastiert, ist auf dem Papier derweil der klare Favorit. Der LK Zug II mit den Ex-Stanserinnen Alina Berchtold und Harpa Rut Jonsdottir zählt zu den Spitzenteams der SPL2. «Wir werden uns auf unser Spiel konzentrieren. Wir wollen stark verteidigen, viel laufen und schnell spielen», gibt Grandjean die Marschroute vor. Und dabei, bliebe anzufügen, weniger Fehler machen als vor einer Woche in Olten.

Handball. SPL2. Samstag, 19.30: Stans - Zug II.