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Defekte bremsen die Favoriten an der O-Tour

Hansueli Stauffer gewinnt erstmals den Bike-O-Tour-Marathon und wird neuer Leader der Bike Marathon Classics. Favorit Urs Huber wird Zweiter vor dem Obwaldner Martin Fanger.
Martin Platter
Die Rennspitze der Männer auf dem Weg auf den Pilatus. (Bild: PD (Alpnach, 9. September 2018)

Die Rennspitze der Männer auf dem Weg auf den Pilatus. (Bild: PD (Alpnach, 9. September 2018)

Das Klassement hatte bereits an den Flanken des Pilatus erste Konturen erhalten. Unter dem Tempodiktat von Huber zeigte die Spitzengruppe in der Steigung zur Lütholdsmatt Zerfallserscheinungen. Nur der frühere belgische Meister Frans Claes, Andreas Moser und Hansueli Stauffer vermochten das Hinterrad Hubers zu halten. In der Abfahrt vom Langis übernahm dann der Defektteufel die Rennregie. Frans Claes erlitt einen Hinterraddefekt und musste einen Schlauch einlegen, verlor bei der Reparatur jedoch mehrere Minuten und damit den Anschluss an die Spitze.

Zu Huber gesellte sich neben Stauffer in der Folge auch der Obwaldner Martin Fanger. In den steilen Rampen hinüber zum Ächerlipass drückte Huber jedoch abermals aufs Tempo. Fanger musste ihn ziehen lassen. Vom Tempoforcing nicht nervös machen liess sich Stauffer, der unbeirrt seinen Rhythmus fuhr. Das sollte sich auszahlen, wie sich kurz darauf herausstellte. Erneut schwang der Defektteufel sein Zepter. Diesmal traf es Huber: schleichender Luftverlust im Hinterreifen. Der Mettmenstetter musste anhalten, um nachzupumpen. Stauffer konnte die Führung übernehmen, die er bis ins Ziel verteidigte. Mit dem Sieg entthronte er den bisherigen Leader Adrien Chenaux, der das Ziel als Fünfter erreichte.

Martin Fanger erklärte seinen Rückstand in der ersten Steigung mit seinem etwas schwereren Arbeitsgerät: «Ich bin diesmal ein vollgefedertes Bike gefahren, das etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt, wie die Hardtails meiner Mitstreiter. Der Rückstand hat mich aber nicht beunruhigt. Wie erwartet konnte ich die fahrtechnisch anspruchsvolleren Abfahrten rasch wieder aufholen.» Am Ächerli habe sich das Spiel dann wiederholt. Huber zog weg und auch Stauffer konnte überholen. Fanger sagt: «In der Abfahrt konnte ich den Rückstand nicht mehr wettmachen. Mit all den Steinen im Trail und den Mitstreitern der kürzeren Runde war mir das Risiko zu gross, Vollgas zu geben.»

Norbert Amgarten unterstreicht Überlegenheit

Bei den Frauen freute sich Ariane Lüthi über den zweiten O-Tour-Triumph nach 2013.

Norbert Amgarten führt seine diesjährige Überlegenheit in der Fun-Kategorie – der Kernser führt in der Bike Marathon Classics mit einer makellosen Siegesserie – auf seine Erfahrung zurück. Bereits in den beiden Vorjahren konnte er den Gesamtsieg einheimsen und gewann erneut in Alpnach.

Bei den Frauen gewann die Luzernerin Renata Bucher zum zweiten Mal nach 2015. «Die O-Tour ist noch immer mein Heimrennen und bei dem wunderbaren Wetter macht es einfach Spass, teilzunehmen.» Neben anderen Marathon-Wettkämpfen bezeichnet Bucher das Biken noch immer als «Herzensangelegenheit». Leaderin bleibt Michèle Wittlin, die das Ziel als Sechste erreichte.

Alpnach. O-Tour-Marathon. Männer (86 km): 1. Hansueli Stauffer (Sigriswil) 3:46:06. 2. Urs Huber (Mettmenstetten) 1:18 zurück. 3. Martin Fanger (Genf) 2:55. 4. Andreas Moser (Madiswil) 7:04. 5. Adrien Chenaux (Fribourg) 7:20. 6. Emeric Turcat (Lausanne) 10:23. 7. Roger Jenni (Jenaz) 11:28. 8. Konny Looser (Hinwil) 12:37. 9. Andreas Kleiber (GER) 13:45. 10. Marc Stutzmann (Rüfenacht) 19:25.

Frauen (86 km): 1. Ariane Lüthi (Thun) 4:32:41. 2. Esther Süss (Küttigen) 3:05. 3. Andrea Ming (Neerach) 24:15. 4. Janine Schneider (GER) 35:59. 5. Antonia Bünter (Bern) 46:15.

Männer (45 km): Jeremias Marti (Gettnau) 2:04:36. 2. Simon Brändli (Zürich) 4:11. 3. Lars Zumstein (Samedan) 6:15. 4. Fadri Barandun (Samedan) 6:17. 5. Stijn Appel (NED) 7:58. 6. Andreas Plüss (Aarburg) 9:28. 7. Janis Spescha (Chur) 9:38. 8. Silva Kälin (Unteriberg) 9:52. 9. Patrick Zürcher (Oey) 10:21. 10. Hansjürg Brügger (Frutigen) 10:56.

Frauen (45 km): 1. Renata Bucher (Luzern) 2:38:36. 2. Tanja Blickenstorfer (Horgen) 4:21. 3. Alexandra Lehmann (Oey) 6:34. 4. Fabienne Niederberger (La Tour-de-Trême) 8:03. 5. Margrit Abächerli (Erstfeld) 11:17.

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