Den Härtetest hat Ueli Schnider bestanden

Der Entlebucher Langläufer Ueli Schnider beendet erstmals die Tour de Ski. Nun folgt die WM-Hauptprobe.

Roland Bösch
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Ueli Schnider beendet die Tour de Ski auf dem 33. Schlussrang.

Ueli Schnider beendet die Tour de Ski auf dem 33. Schlussrang.

Bild: Urs Flüeler/Keystone (Lenzerheide, 29. Dezember 2019)

Der Schlussaufstieg der Tour de Ski auf die Alp Cermis hat es in sich. Auf den letzten 3,5 Kilometer legen die Athletinnen und Athleten bei einer durchschnittlichen Steigung von 12 Prozent mit Spitzen von 30 Prozent 420 Höhenmeter zurück. Es ist sozusagen die Krönung der Tour nach sieben Rennen innerhalb von neun Tagen. «Die Schlussetappe auf die Alp Cermis war schon sehr, sehr hart», sagt der Entlebucher Langläufer Ueli Schnider. Der A-Kaderathlet gehört seit der Saison 2008 einem Swiss-Ski Kader an und beendete am Sonntag erstmals die Tour de Ski. «Den Schlussaufstieg selber habe ich mir etwas länger vorgestellt. Die grösste Herausforderung stellte die Gesamtbelastung dar, die man nach sechs gelaufenen Rennen mit sich trägt», blickt Ueli Schnider auf die harten Tage zurück. Der Langläufer, der Ende Saison den 30. Geburtstag feiert, beendete die Tour im Mittelfeld an 33. Position. «Ich habe auf der Tour gelernt, dass man ohne Topform mit grossen Leistungsschwankungen leben muss», analysiert Schnider. Er spricht dabei die drei Rennen in Val di Fiemme an. Im Massenstartrennen in der klassischen Technik konnte er nicht wie gewünscht mitlaufen. 24 Stunden später folgten im Sprint die Finalqualifikation und als 24. erste Weltcup-Punkte in dieser Saison. Der Schlussrang ist in der Gesamtbetrachtung für den Grenzwächter hingegen zweitrangig. Viel mehr ist Ueli Schnider dankbar, dass sein Körper der Belastung Stand gehalten hat.

Neuer Trainer mit neuen Impulsen

Lange Zeit war ungewiss, ob Ueli Schnider an der Tour de Ski überhaupt starten kann. Nach einer guten Saisonvorbereitung zog sich der Athlet, der im Skiclub Flühli gross geworden ist, in der Skihalle von Oberstorf eine leichte Fussverletzung zu. «Diese erwies sich hartnäckiger als angenommen. Bis Mitte Dezember konnte ich keine rennmässigen Skating-Einsätze auf höchstem Niveau laufen und musste auch den Heimweltcup in Davos auslassen», gibt Schnider zu Protokoll. Dieser kleine Rückschlag war nach einem sehr guten Sommertraining mit neuem Sprinttrainer und neuen Impulsen für den Entlebucher etwas ärgerlich. Nach dem Weltcup-Start Ende November 2019 in Kuusamo galt seine volle Aufmerksamkeit entsprechend dem Fuss mit einem Abstecher in den Continentalcup.

Via Davos ging es am Sonntagabend für Ueli Schnider von der Alp Cermis direkt nach Bolsterlang. Im Dorf rund 20 Minuten entfernt von Oberstdorf hat sich der Luzerner mit seiner Freundin Sofie Krehl niedergelassen. Die 25-jährige Deutsche erzielte übrigens kurz vor Weihnachten mit dem 10. Rang im Teamsprint und dem 12. Rang im Sprint ihre bisher besten Weltcup-Resultate. «Der Körper freut sich nun auf etwas Erholung», blickt Ueli Schnider in die Zukunft. Der Athlet des Skiclub Grenzwachtkorps hofft, mit dem Schwung der Tour de Ski einen Formaufbau zu starten. Im Blickfeld hat er dabei die Weltcup-Rennen am Wochenende vom 25./26. Januar in Oberstdorf. «Die beiden Klassisch-Rennen in meiner zweiten Heimat gelten als Generalprobe im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr. Ich will einen Akzent setzen können», gibt Ueli Schnider zu verstehen. Zudem will sich Ueli Schnider so für die erstmals in Skandinavien ausgetragene FIS-Ski-Tour 2020 aufdrängen. Es warten sechs Rennen innerhalb von neun Tagen.

Furger wird drittbester Schweizer an der Tour de Ski

An 27. Position beendete mit dem Urner Roman Furger ein weiterer Zentralschweizer erstmals die Tour de Ski und war somit hinter Dario Cologna und Jonas Baumann drittbester Schweizer. Der 30-jährige Schattdorfer lief bei vier von sieben Rennen in die Weltcuppunkte. Der frischgebackene Familienvater sorgte insbesondere mit dem 13. Rang im Sprint auf der Lenzerheide für ein Ausrufezeichen. Aus gesundheitlichen Gründen die Tour frühzeitig abbrechen musste hingegen die Eigenthalerin Nadine Fähndrich. (rb)