Den Sarnern fehlt die Durchschlagskraft

Ad Astra Sarnen verpasst es wieder, zu Hause die ersten Punkte einzufahren. Gegen Chur Unihockey verliert es 3:6.

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Der Sarner Cornel von Wyl (links) schiesst, der Churer Daniel Sesulka blockt ab. Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 16. November 2019)

Der Sarner Cornel von Wyl (links) schiesst, der Churer Daniel Sesulka blockt ab. Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 16. November 2019)

Die Vorzeichen standen gut aus Sicht von Ad Astra Sarnen vor dem zehnten NLA-Meisterschaftsspiel: Im letzten Spiel vor der Nationalmannschafts-Pause gelang endlich der erste Sieg, Center Kaapo Savinainen gab nach überstandener Verletzungspause endlich sein Meisterschafts-Debut und mit Chur Unihockey kam ein Gegner nach Sarnen, welcher in Reichweite des Heimteams schien. Alles Gründe, welche für Zuversicht auf Seiten von Ad Astra sorgten. Mit vier Niederlagen en Suite im Gepäck reisten die Bündner zudem nicht gerade mit übermässig Selbstvertrauen in den Obwaldner Hauptort, was sich in einer eher passiven Spielweise auf dem Feld spiegelte.

Dass sich die Sarner nicht mehr gewohnt sind das Zepter in die Hand zu nehmen, zeigte sich in der Startphase. Das Spiel war zähflüssig, beide Teams scheuten sich davor, grosse Risiken einzugehen. So erstaunte es nicht, dass der erste Treffer der Partie eher zufällig zu Stande kam: Ein Abschluss von Churs jungem Finnen Hyrkkönen, welcher sein Ziel eigentlich verfehlte, wurde zwei Mal abgelenkt und landete so hinter dem überraschten Britschgi im Tor des Heimteams im Netz. 13 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Kurz darauf fasste Basil von Wyl einen ärgerlichen Ausschluss – es sollte der einzige in der ganzen Partie bleiben – als er in der offensiven Zone für ein Handspiel auf die Strafbank geschickt wurde. Die Churer Powerplay-Formation nutze diese Möglichkeit eiskalt aus, Stucki traf mit einem scharfen und platzierten Direktschuss.

Zwingende Torchancen bleiben Mangelware

Mit wenig Aufwand kamen die Churer somit innert etwas mehr als zwei Minuten zu maximalem Ertrag und lagen plötzlich mit 0:2 in Führung. Ein Dämpfer für das Heimteam und die erneut zahlreich erschienenen Fans, der sich erst wieder etwas legte, als Markström mit einem für ihn typischen Weitschuss in der 19. Minute zum 1:2 traf.

Den besseren Start ins Mitteldrittel erwischten die Sarner. Die beste Chance auf den Ausgleich bot sich Jonas von Wyl, nachdem er mustergültig von Marco Schöni freigespielt wurde. Sein Abschluss landete jedoch am Pfosten. In den nächsten Minuten waren gefährliche Torszenen auf beiden Seiten eine Fehlanzeige, die wenigen Abschlüsse parierten die beiden Schlussmänner Britschgi und Reich jeweils souverän. Kurz vor der Sirene bot sich Cornel von Wyl noch einmal eine gute Gelegenheit zum Ausgleich, er setzte den Ball jedoch aus dem Slot über das Tor. Folglich hatte der knappe 1:2-Rückstand der Sarner auch zum zweiten Seitenwechsel noch Bestand und es war klar, dass diese enge und bisweilen von beiden Mannschaften fast ängstlich geführte Partie im Schlussdrittel entschieden werden würde.

Der Torreigen setzte wenig überraschend auch nach dem zweiten Pausentee nicht ein. Sehenswert dann jedoch, wie der nächste Treffer zu Stande kam. Ärgerlich nur aus Sicht der Sarner, dass dieser auf der falschen Seite fiel: Stucki bediente Rieder mit einem langen Querpass, dieser zimmerte den Ball unhaltbar für Britschgi unter die Latte (49.). Fünf Minuten vor Schluss schien der Mist definitiv geführt zu Gunsten der Gäste, Hyrkkönen hatte zwei Mal auf Pass vom tschechischen Verteidiger Sesulka aus dem Slot reüssiert, Chur führte mit 5:1. Ad Astra bäumte sich zwar nochmals auf, Roman Schöni und Cornel von Wyl mit einer schönen Einzelleistung verkürzten nochmals auf 3:5. Blomberg mit einem gekonnten Ablenker erstickte die Hoffnung auf die späte Wende jedoch sogleich wieder im Keim und sorgte dafür, dass die Bündner alle drei Punkte mit in die Heimat nehmen konnten. «Offensiv sind wir zurzeit ganz einfach zu harmlos. Drei Tore reichen in einem Unihockey-Spiel selten zu Punkten, dies hat sich auch diesmal wieder bewahrheitet. Diese Niederlage ärgert definitiv, es wäre etwas drin gelegen», meinte ein enttäuschter Cornel von Wyl nach Spielschluss. Aller guten Vorzeichen zum Trotz: Der erste Sarner Heimsieg in der NLA lässt somit weiterhin auf sich warten. (jh)

Sarnen – Chur 3:6 (1:2, 0:0, 2:4)
Vereinshalle. – 533 Zuschauer. – SR Anderegg/Röder.
Tore: 13. Blomberg (Hyrkkönen) 0:1. 15. Stucki (Sesulka/Ausschluss B. von Wyl) 0:2. 19. Markström (C. von Wyl) 1:2. 49. Rieder (Stucki) 1:3. 53. Hyrkkönen (Sesulka) 1:4. 55. Hyrkkönen (Sesulka) 1:5. 56. R. Schöni (C. von Wyl) 2:5. 57. C. von Wyl (Furrer) 3:5. 58. Blomberg (Jung) 3:6.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Sarnen.
Sarnen: Britschgi; Kunelius, Markström; Läubli, Berchtold; Höltschi, J. von Wyl; B. von Wyl, Savinainen, C. von Wyl; Durot, Ma. Furrer, R. Schöni; Dubacher, M. Schöni, Bitterli.
Chur: Reich; Sesulka, Jung; Beeler, Stucki; Weber, Bischofberger; Blomberg, Hyrkkönen, Torri; Rieder, Mani, Cavelti; Stingelin, Schlegel, Amato.
Bemerkungen: Sarnen ohne Amrein, Kramelhofer und Eberhardt (alle Ersatz) sowie Boschung und Liikanen (beide verletzt). 53. Timeout Sarnen. Sarnen ab 56. mehrheitlich ohne Torhüter und mit 6. Feldspieler.