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FCL-Spielerin Victoria Bischof gibt vor: «Der Cupsieg ist unser Ziel»

Der Start der FCL-Frauen in die NLA-Saison war wenig berauschend. Nun treffen sie im Cup-Achtelfinal auf GC.
Stephan Santschi
Victoria Bischof möchte am rechten Flügel des FC Luzern für noch mehr Wirbel sorgen. Bild: Pius Amrein (Luzern, 21. Oktober 2019)

Victoria Bischof möchte am rechten Flügel des FC Luzern für noch mehr Wirbel sorgen. Bild: Pius Amrein (Luzern, 21. Oktober 2019)

So richtig auf Touren kommen die Frauen des FC Luzern bisher nicht. Acht Runden sind in der NLA gespielt, am letzten Mittwoch kassierte das Team von Trainer Glenn Meier mit dem 0:2 in Basel schon die vierte Niederlage. Selbstredend, dass so nur eine durchschnittliche Klassierung herausschaut (Platz vier von acht Equipen). «Der Teamgeist ist sehr gut und auch das Zusammenspiel funktioniert. Mit dem letzten Pass und der Kaltschnäuzigkeit im Abschluss klappt es aber noch nicht», resümiert Flügelspielerin Victoria Bischof. Gut, dass morgen Samstag (15 Uhr, Leichtathletik-Stadion Allmend) im Cup-Achtelfinal gegen die Grasshoppers gleich die nächste Bewährungsprobe auf dem Programm steht.

Zunächst gilt unsere Aufmerksamkeit aber der erst seit dieser Saison in Luzern spielenden Victoria Bischof. Obwohl erst 19 Jahre alt, hat sie bereits vor vier Jahren in der NLA debütiert und sogar ein Auslandsjahr hinter sich. Ursprünglich aus Teufen im Kanton Appenzell Ausserrhoden stammend, fand sie 2015 zum FC St.Gallen. Trotz des Abstiegs in die NLB trat nach einem Spiel ein Vertreter einer Scouting-Agentur mit ihr in Kontakt und empfahl ihr einen Wechsel an ein US-College. Bischof sagte zu, liess ein Video von sich drehen und erhielt vom Georgia Gwinnett College ein Stipendium.

Gastspiel in den USA als verlorenes Jahr

Fortan studierte sie Business Management in der Kleinstadt Lawrenceville, etwa 30 Autominuten von Atlanta entfernt. Ihr Fokus aber lag mit bis zu zehn wöchentlichen Einheiten auf dem Sport. «Leider hat das nicht ganz so gut funktioniert», berichtet sie rückblickend. «Da ich mit dem KV schon eine Ausbildung in der Tasche hatte, machte ich in der Schule nur das Minimum. Das haben die Trainer nicht verstanden.» Zudem sei auch das fussballerische Niveau nicht so hoch gewesen, wie sie es erwartet hatte. «Wir machten viel im Kraftbereich, in Amerika legen sie grossen Wert auf die Physis.» Und so freut sie sich heute zwar über ihre stark verbesserten Englisch-Kenntnisse und Bekanntschaften mit Menschen aus anderen Ländern. In fussballerischer Hinsicht spricht die Ostschweizerin aber von einem verlorenen Jahr.

Beim FC Luzern macht sie nun einen Neustart, den Traum vom Fussballprofi hat Victoria Bischof noch nicht aufgegeben. Mit ihren Eltern, die in Teufen eine Immobilienfirma führen, hat sie eine Abmachung getroffen: «Ich setze ein, zwei Jahre voll auf Fussball. Wenn ich es nicht schaffe, werde ich mich zu 100 Prozent einem anderen Beruf widmen.» Aktuell hilft sie im Familienbetrieb mit Büro- und Hausmeisterarbeiten aus. Unter der Woche pendelt sie zwischen ihrer Wohnung in der Pilatus Akademie und dem Zuhause in Teufen – zweimal fährt sie mit dem Zug hin und zurück, zweieinhalb Stunden pro Weg. «Doch als Ausrede lasse ich dies nicht gelten. Die Zeit geht schnell vorbei, ich mache das gerne.» Schliesslich hat sie ein grosses Ziel vor Augen, ein Engagement im Ausland. Und auch das Schweizer A-Nationalteam (siehe Box) hat Bischof, die bis im letzten Frühjahr Teil der U19-Nationalauswahl war, im Hinterkopf.

Bischof will am rechten Flügel «frecher werden»

Und so nutzt sie die Reisestunden im Zug zum Lesen, aktuell befasst sie sich mit dem Buch «Die Gesetze der Gewinner». Ein Vorbild im Fussball habe sie nicht, merkt Bischof an. «Doch der Ehrgeiz und die Verbissenheit eines Cristiano Ronaldo sind inspirierend. Er setzt alles daran, um zu gewinnen.» Von dieser Einstellung möchte sie sich etwas abschauen.

Wie der FC Luzern als Ganzes, so ist bisher auch Victoria Bischof mit ihren persönlichen Auftritten noch nicht zufrieden. Am rechten Flügel fällt sie mit ihrer Schnelligkeit zwar auf, in Sachen Durchsetzungsvermögen hat sie aber noch Luft nach oben. «Ich bin ein Teamplayer, ein ruhiger Mensch. Nun muss ich frecher werden, mehr die 1:1-Situationen suchen und die Vorteile meiner Physis stärker ausspielen», meint sie selbstkritisch.

Vielleicht schon am Samstag, wenn NLA-Schlusslicht GC zum Cup-Achtelfinal in Luzern gastiert. «Die Zürcherinnen sind wie wir durchzogen gestartet. Ich erwarte ein spannendes Spiel, das wir gewinnen wollen», sagt Bischof und betont: «Der Cupsieg ist unser Ziel.» Spätestens dann würde den harzigen Saisonstart niemanden mehr kümmern.

Frauen, Schweizer Cup. Achtelfinals. Samstag. 15.00: FC Luzern (NLA) – Grasshoppers Zürich (NLA). – 17.30: Balerna (1. Liga) – FC Luzern (NLB).

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