Der EV Zug kann auch ohne Spektakel siegen

Der EV Zug findet in der Meisterschaft in Biel in die Spur zurück und siegt 2:1.

René Barmettler aus Biel
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Biels Beat Forster (links) im Duell mit Zugs Thomas Thiry: EVZ-Goalie hat auch diese Situation im Griff. Bild: Peter Schneider (Biel, 16. November 2019).

Biels Beat Forster (links) im Duell mit Zugs Thomas Thiry: EVZ-Goalie hat auch diese Situation im Griff. Bild: Peter Schneider (Biel, 16. November 2019).

Der EV Zug hatte alles im Griff, führte 2:1. Die Matchuhr zeigte noch fünf Minuten Rest an, die Zentralschweizer fuhren einen Entlastungsangriff. Just zu diesem Zeitpunkt schwächte der Kanadier David McIntyre sein Team, in dem sich er eine 2-Minuten-Strafe wegen übertriebener Härte einhandelte. Zug überstand diese letzte heikle Situation und siegte letztlich ohne Spektakel. «Das war ein Rieseneffort, jeder hat seinen Job zu 100 Prozent erfüllt», sagte ein sichtlich erleichterter Yannick-Lennart Albrecht hinterher.

Nach der ärgerlichen Niederlage gegen Davos am Abend zuvor stand Zug unter Druck. Die Siegbilanz lautet nun 10:9 in der laufenden Meisterschaft. «In der Phase, in der wir stecken, müssen wir die einfachen Sachen richtig machen, diese drei Punkte sind enorm wichtig für uns», sagte der Stürmer, der für den ungenügenden Oscar Lindberg in die zweite Sturmformation befördert wurde.

Genoni verletzt sich im Spiel gegen Davos

Die Freitagsspiele hallten nach: Biel gewann in Lausanne 3:2. Dabei kam ein Spieler zum Einsatz, der sein Debüt in der höchsten Schweizer Liga geben durfte. Grosses Thema in der Matchberichterstattung des «Bieler Tagblatt» war Elvis Schläpfer. Und ja, richtig geraten: Es ist der Sohn des in Biel vergötterten Kevin Schläpfer. Einst als Spieler (unter anderem auch bei Zug), aber vor allem als Trainer und Sportchef bei den Seeländern. Inzwischen ist aber Antti Törmänen an der Bande der Chef, nun tritt der 18-jährige Elvis in die Fussstapfen seines Vaters. Der Stürmer hatte indes einen unglücklichen Einstand: Er verbrachte in Lausanne mehr Zeit auf der Strafbank (6 Minuten) als er Eiszeit erhielt (3:23). Am Folgetag gegen Zug war er dann in der Rubrik «Überzählig» aufgeführt.

Beim Spiel Zug gegen Davos (4:5) verletzte sich EVZ-Goalie Leonardo Genoni an den Adduktoren, als ein Gegenspieler auf ihn gefallen war. Es blieb unbemerkt, Genoni spielte die Partie tapfer zu Ende. Am nächsten Tag musste er dann allerdings passen, Luca Hollenstein hütete das Tor. Es war der zweite Einsatz in der Meisterschaft von Beginn weg. Und der Eindruck bestätigte sich einmal mehr: Wenn Hollenstein spielt, verteidigen die Vorderleute vehementer. Der gute Job hinten eröffnete diesmal den Zugern die Möglichkeit, selber in Führung zu gehen. Während man gegen Davos in allen Spielabschnitten schnell in Rückstand geraten war, jubelten die Zentralschweizer in Biel bereits nach 50 Sekunden. Biel-Goalie Jonas Hiller kriegte einen vor ihm liegenden Puck nicht zu fassen: Raphael Diaz reagierte blitzschnell und schoss zum 1:0 ein. Auch beim 0:2 sah Hiller nicht besonders gut aus: In Überzahl drückte Lino Martschini nach einem schönen Zuspiel von Grégory Hofmann ab (17.). Der Weitschuss ging zur Überraschung aller am näheren Torpfosten rein, Hiller hatte sich von dort wegverschoben. «Zuletzt hatten wir das Problem, dass wir Gegentore erhielten, die ein Momentumkiller waren. Dass wir es diesmal waren, die 2:0 in Führung gingen, hat uns Aufschwung gegeben», sagte Albrecht.

Hollenstein wird zum besten Zuger gewählt

Noch vor der ersten Pausensirene verkürzte das Heimteam zum 1:2. Hollenstein konnte den Schuss von Luca Cunti nicht weit genug zur Seite abwehren, der aufgerückte Verteidiger Beat Forster hatte beim Nachschuss leichtes Spiel (19.). Der Mittelabschnitt endete 0:0, wobei Grégory Hofmann eine grosse Chance zum 3:1 ausliess (37.): Seinen Schuss wehrte Hiller mit der Maske ab. Zug war bis zu diesem Zeitpunkt das etwas bessere Team und auf Hollenstein war Verlass. Im Schlussabschnitt erhöhten die Bieler den Druck nochmals (15:6-Torschüsse), aber ihnen fehlten die Ideen, um die Zuger Abwehr und Hollenstein ein zweites Mal zu knacken. Der 19-Jährige wehrte 32 Schüsse der Berner Seeländer ab und wurde zum besten Zuger Spieler gewählt. Er zeigte, dass auf ihn Verlass ist, wenn Genoni etwas zustösst.

Resultate: Ambri-Piotta - Lausanne 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:1) n.V. Bern - ZSC Lions 2:1 (1:0; 1:1, 0:0). Biel - Zug 1:2 (1:2, 0:0, 0:0). Davos - Genève-Servette 2:3 (0:2, 0:0, 2:1). Rapperswil-Jona Lakers - Fribourg-Gottéron 9:4 (2:2, 6:1, 1:1). Lugano - SCL Tigers 1:2 (1:0, 0:1, 0:1).

Rangliste: 1. ZSC Lions 21/43. 2. Biel 22/38. 3. Genève-Servette 21/34. 4. Lausanne 21/33. 5. Davos 16/32. 6. SCL Tigers 19/30. 7. Zug 19/30. 8. Fribourg-Gottéron 19/25. 9. Lugano 20/25. 10. Bern 21/25. 11. Rapperswil-Jona Lakers 20/24. 12. Ambri-Piotta 21/21.

Biel - Zug (1:2, 0:0, 0:0)
6004 Zuschauer. - SR Lemelin/Mollard, Kaderli/Wolf. - Tore: 1. Diaz 0:1. 18. Martschini (Kovar, Diaz/Ausschluss Salmela) 0:2. 19. Forster (Cunti, Kohler) 1:2. - Strafen: je 3mal 2 Minuten. 
Biel: Hiller; Fey, Salmela; Rathgeb, Forster; Moser, Ulmer; Sataric; Ullström, Pouliot, Rajala; Kessler, Fuchs, Künzle; Kohler, Cunti, Tschantré; Holdener, Gustafsson, Neuenschwander; Karaffa.
Zug: Hollenstein; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Martschini, Kovar, Hofmann;; Simion, Leuenberger, Stoffel; Langenegger, Albrecht, Zehnder.
Bemerkungen: Biel ohne Schneider (überzähliger Ausländer), Riat, Hügli, Lüthi, Brunner und Kreis. Zug ohne Genoni, Bachofner, Schnyder, Morant, Thorell und Senteler (alle verletzt). - Biel ab 58:54 ohne Goalie. - Timeout Biel (59:53).