Der FC Ebikon steht vor dem grossen Ziel

Drittligist Ebikon befindet sich im Aufwind und träumt von den Aufstiegsspielen zur 2. Liga regional. Wesentlichen Anteil am Erfolg hat der 21-jährige Stürmer Hariz Osmanbasic.

Michael Wyss
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Der Ebikoner Stürmer Hariz Osmanbasic. (Bild: Michael Wyss (Ebikon, 18. Mai 2019))

Einen kurzen Abstecher machte der 1,80 Meter grosse und 75 Kilogramm schwere Offensivspieler mit bosnischen Wurzeln aber dennoch: «Ich versuchte mich im letzten Sommer in der 1. Liga bei Zug 94. Doch ich wurde nicht glücklich, konnte mich nicht wie gewünscht entfalten und kehrte deshalb in der Winterpause, trotz anderen Angeboten aus der 2. Liga inter, zu meinem Stammverein zurück.»

Osmanbasic' grösster Kritiker ist sein Vater

Es war eine gute Entscheidung: In der Rückrunde schoss der schnelle und technisch versierte Spieler bereits 16 Treffer (14 Tore in der Meisterschaft, 2 im Cup). «Es ist meine Aufgabe, Tore zu erzielen, es ist ein schönes Gefühl, wenn ich dem Team helfen kann. Überbewerten möchte ich das aber trotzdem nicht. Ich sehe mich nicht im Mittelpunkt.» Der grösste Kritiker ist übrigens sein Vater Halid (50), der die Partien seines Sohnes immer besucht: «Mein Vater ist mein Mentor, ich kann viel von ihm lernen.» Der 21-Jährige zeigt sich auf dem Spielfeld emotional, neben dem Platz aber eher ruhig und hat eine soziale Ader:

«Im Sommer, wenn ich jeweils meine Verwandten im bosnischen Dorf Janja besuche, bringe ich Menschen, die in ärmlichen Verhältnissen leben oder den Hilfsorganisationen, immer Geld mit. Meine Punkteprämie und einen Teil meines Lohnes spende ich.»

Aufstiegsrunde ist in Griffweite

Mit sieben Siegen und einer Niederlage in der Rückrunde avancierte Ebikon zum Kandidaten für die Aufstiegsrunde. Drei Runden vor Schluss hat das Team um Trainer Viktor Vrhovac bei einem Spiel weniger bereits fünf Punkte Reserve auf den einzigen Verfolger Olympique Lucerne (20 Spiele/36 Punkte). «Wir können den zweiten Rang aus eigener Kraft schaffen», sagt Vrhovac, «das Team hätte diese Aufstiegsrunde verdient. Wir spielen einen attraktiven und erfrischenden Fussball.» Am Sonntag kommt es zum Direktduell zwischen Ebikon und Olympique Lucerne. «Wenn wir punkten, sind wir durch», weiss Vrhovac. Übrigens: Ebikon stand in der Saison 2012/2013 letztmals in den Aufstiegsspielen.

Und wie ist man beim FC Alpnach der 0:3-Niederlage in Ebikon zufrieden mit dem Verlauf der Saison? «Wir belegen Platz 4 mit 34 Punkten, das ist sehr positiv. Wir müssen jede Saison einen grossen Kraftakt bewältigen, damit wir in dieser Liga bestehen können», sagt Trainer Patrik Odermatt (41), «diese Saison haben wir das mit Bravour gemeistert.»