Der FC Hergiswil startet zum Saisonauftakt mit Angriffspower und holt den Derbysieg

Hergiswil lässt im Unterwaldner 2.-Liga-inter-Fussballderby Sarnen keine Chance: 3:1-Sieg.

Ruedi Vollenwyder
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Alles war angerichtet für ein tolles Unterwaldner Derby. Das Wetter stimmte, die fussballhungrigen Fans kamen in Scharen und der Hergiswiler Fanclub «Red-White Boys» sorgte mit einer gelungenen Choreografie für Stimmung. Nur einer spielte den Spielverderber – der FC Sarnen. Denn das Team um Trainer Roger Mathis hatte in diesem einseitigen Match keine Chance. Mit 1:3 mussten die Obwaldner geschlagen vom Grossmatt-Fussballfeld. Nur mit 1:3 ist man geneigt zu sagen. Denn hätten die spielfreudigen Hergiswiler nur einige der vielen Torchancen genützt, hätte es für die Obwaldner eine Kanterniederlage abgesetzt.

Der neue Hergiswil-Stürmer Luan Haxhimurati (im Hintergrund) drückt ab und trifft sehenswert zum 1:0 für die Nidwaldner.

Der neue Hergiswil-Stürmer Luan Haxhimurati (im Hintergrund) drückt ab und trifft sehenswert zum 1:0 für die Nidwaldner.

Bild: Manuela Jans-Koch (Hergiswil, 22. August 2020)

Schon das Startfurioso der Hergiswiler zeigte an, in welche Richtung das Team um Neo-Trainer Sascha Imholz gewollt war zu spielen: vorwärts und nochmals vorwärts. Der sehr gut spielende Sarnen-Goalie Ivo Sigrist konnte bis zur 22. Minute sein Gehäuse noch erfolgreich verteidigen. Als dann Luan Haxhimurati den Ball von der Strafraumgrenze aus ins hohe Eck donnerte, war auch er machtlos. Und Sarnen? In der 8. Minute (Lukas Koch) und kurz vor dem Pausenpfiff hatten auch die Obwaldner ihre Chancen. Daniel Rohrers Abschluss wurde im letzten Moment noch abgeblockt. Mit dem 0:1 waren die Sarner aber noch gut bedient.

«Es ist beruhigend, wenn man hinter einem so starken Sturm-Duo spielen kann.»

Die Startphase zur zweiten Halbzeit wurde dann allerdings zum Derby-Killer. Nach 90 Sekunden nützte Sandro Zimmermann, von Buochs gekommen, ein Blackout in der Sarner Hintermannschaft zur 2:0-Führung. Und nur sieben Minuten später sorgte Luan Haxhimurati (25) nach einem «Zuckerpass» von Shan Meyer für die frühe Derbyentscheidung. Der Sarner Ehrentreffer (87.) nach einem Freistoss von Randy Würsch und dem Abstauber von Marco Schmidlin war nur noch Resultatkosmetik. Genau wegen diesem Gegentor ärgerte sich Hergiswils Abwehrchef Yves Erni: «Ja, dieses Gegentor schmerzt. Da fehlte die Konzentration.» Sonst hatte der 25-Jährige über die Leistung seines Teams nichts auszusetzen. Er meinte fast euphorisch: «Es ist beruhigend, wenn man hinter einem so starken Sturm-Duo spielen kann. Mit ihrer Power nach vorne nahmen sie von uns Abwehrspieler viel Druck weg.» Und nennt ein weiteres Indiz zum Sieg: «Wir haben das umgesetzt, was uns Trainer Sascha Imholz vorgegeben hat.» Ein gelungener Einstand der Hergiswiler in die neue Saison, wenn auch die Derbystimmung nicht mit früheren Begegnungen zu vergleichen war. Auch Doppeltorschütze Luan Haxhimurati, der von Obergeissenstein (2. Liga) zu den Nidwaldnern wechselte, blickt glücklich auf dieses Derby zurück: «Es hat richtig Spass gemacht. Wir strotzten nur so vor Spielfreude und dies wirkte sich auf unser Selbstvertrauen aus. Meiner Meinung nach haben wir dieses Derby verdient gewonnen.»

FC Sarnen vermisst typische Stürmer

Trister fiel die Derbyanalyse beim Sarner Trainer Roger Mathis aus. «Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Da konnten wir mitspielen. Im zweiten Teil dieses Derbys liefen wir dem Ball und den Gegenspielern nur noch hinterher. Zudem schenkten wir den Hergiswilern mit unseren Eigenfehlern zwei Tore.» Und meinte, in sich gehend, weiter: «Von einer Angriffspower eines Luan Haxhimurati und Sandro Zimmermann kann ich nur träumen. Ich habe keine typischen Stürmer in meinem Team. Diese Ausgangslage ist ein Ebenbild der letzten Saison. So fällt es schwer, Spiele zu gewinnen.»

Nach dieser ersten Vorstellung muss sich der FC Sarnen wieder gegen einen Abstiegsplatz stemmen. Beim FC Hergiswil und Luan Haxhimurati herrscht hingegen Aufbruchstimmung: «Sarnen war sicher kein Gradmesser. Das Startspiel ist gelungen. Jetzt schauen wir weiter nach vorne.»

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