Der Wandel von Stans-Goalie Yves Imhof

Stans erkämpft sich gegen das erstarkte Solothurn ein 27:27-Remis. Zwei Muotathaler prägen das NLB-Spiel.

Stephan Santschi
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Stans-Torhüter Yves Imhof läutete für sein Team und auch für sich selber die Wende ein.

Stans-Torhüter Yves Imhof läutete für sein Team und auch für sich selber die Wende ein.

Bild: Jakob Ineichen (Stans, 22. Februar 2020)

Es war ein seltsames NLB-Spiel am Samstagnachmittag im Eichli. Phasenweise nahm es – passend zur Fasnachtszeit – gar närrische Züge an. Da waren die teilweise defekten Rollladen, die dazu führten, dass die Sonne in der ersten Halbzeit den Stanser Verteidigern ins Gesicht schien. Und da war generell der holprige Spielverlauf mit Hochs und Tiefs auf beiden Seiten, der in ein gerechtes 27:27-Unentschieden zwischen dem BSV Stans und Solothurn mündete.

36 Sekunden vor dem Abpfiff lagen die Nidwaldner noch mit 26:27 im Rückstand. Trainer Andy Gubler nahm ein Time-out und volles Risiko. Obwohl sein Team dank einer gegnerischen Zweiminutenstrafe mit einem Mann mehr auf dem Platz stand, nahm er Goalie Yves Imhof raus, um den Ausgleich mit einer doppelten Überzahl zu erzwingen. Das Vorhaben ging auf, wenn auch nur hauchdünn. Zunächst egalisierte Pascal Gwerder vom rechten Flügel aus das Skore. Ein paar Augenblicke waren aber noch zu spielen – und so lag es an Imhof, so schnell wie möglich zurückzukehren, um den Gegentreffer ins leere Gehäuse zu verhindern. Mit der Schlusssirene hielt er das Remis fest.

Yves Imhof stellt in der Winterpause sein Spiel um

Gwerder und Imhof, die beiden Muotathaler, sicherten Stans letztlich also den Punktgewinn. Beide stehen seit dieser Saison in Stanser Diensten. Während Gwerder im Sommer zum Stammverein zurückkehrt, bleibt Imhof in Stans. Zuletzt machte er mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. In den ersten drei Spielen in diesem Jahr kam er auf die hervorragenden Abwehrquoten von 46, 41 und 40 Prozent. «Ich habe in der Winterpause mein Spiel umgestellt», erklärt der 23-jährige Zimmermann. «Ich schaue nun mehr auf mich und bleibe nicht in der Torhüterecke stehen.» Dieser Tipp gab ihm sein Vater, der ebenfalls NLB-Goalie war.

Gegen die Solothurner hatte Imhof wie das ganze Team Mühe, ins Spiel zu finden. Nach einer Viertelstunde musste er gar Ersatzkeeper Stipan Maric weichen, ohne einen Ball abgewehrt zu haben. «In so einer Situation muss man ruhig bleiben. Will man es erzwingen, geht es immer hinten raus», sagt Imhof zur verpatzten ersten Halbzeit (14:16-Rückstand).

Penaltyparade bringt Stans zurück ins Geschäft

In der 36. Minute kehrte Imhof für einen Penalty zwischen die Pfosten zurück und wehrte ihn gegen Sandro Sieber ab. Damit läutete er für sein Team und auch sich selber die Wende ein. 15:19 lagen die Stanser zurück, und wären Imhof nicht sieben weitere Paraden gelungen, hätten sie erstmals nach sechs Spielen verloren. Auch wenn die 24:21-Führung nach 47 Minuten nicht zum Sieg reichte, war Stans gegen das erstarkte und neu mit dem früheren NLA-Spieler Nikola Isailovic auftretende Solothurn letztlich gut bedient.

Yves Imhof ist derweil auf gutem Weg, sich in der NLB zu etablieren. Doch er strebt nach mehr, möchte seine Grenzen ausloten. Einmal pro Woche trainiert er mit Kriens-Luzern. Und so wie es aussieht, wird er in der kommenden Spielzeit eine zweite Übungseinheit beim NLA-Team absolvieren können. Dafür nimmt er den langen Anfahrtsweg aus Muotathal in Kauf, der, je nach Verkehrslage, 50 bis über 100 Minuten betragen kann. «Ich möchte Verantwortung übernehmen. Sonst würde sich dieser Aufwand für mich nicht lohnen.»

Wichtige Inputs von einem früheren Nationalgoalie

Seine eher bescheidene Körpergrösse von 1,85 m macht er mit gutem Stellungsspiel und Explosivität wett. «Am meisten profitierte ich von Roman Schelbert. Er lehrte mich, dass ich mich nicht zu viel, dafür aber richtig bewegen muss», erzählt Imhof mit Bezug auf den ehemaligen NLA- und Nationalkeeper aus Muotathal. Auffällig ist sein zurückhaltendes Naturell, grosse Gefühlsausbrüche sind von ihm auf dem Feld nicht zu erwarten. «Erst nach 60 Minuten ist es vorbei. Dann werde ich erlöst und es zeigt sich, ob der Match gut oder nicht gut war.» Gegen Solothurn war seine Leistung dank der Steigerung in Halbzeit zwei in Ordnung, am Ende stand eine respektable Fangquote von 34 Prozent zu Buche.

Stans – Solothurn 27:27 (14:16)
Eichli. – 246 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Stans, 5-mal 2 Minuten gegen Solothurn. – Stans: Imhof (1)/Maric; Gwerder (3), Obad (6/1), Skrebsky Dutra (4/2), Scherer (4), Imfeld, Riederer (4), Kuster (1); Achermann (2), Wanner, Gautschi (2), Gnos. – Solothurn: Diethelm/Brändle; Hofer (2), Isailovic (9), Tatarinoff (3), Zildzic (5/1), Zeltner (2), Szabo (3), Beer; Sieber (1/1), Blaser (1), Helmy, Moggi, Althaus (1). – Bemerkungen: Obad wirft Penalty an die Latte (26.). Imhof pariert Penalty von Sieber (36./15:19).