Die Altdorfer Handballer haben die Finalrunde im Visier

Der KTV Altdorf steigt mit zwei prominenten Rückkehrern in die 1.-Liga-Handballmeisterschaft.

Urs Hanhart
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Mario Obad (links) ist aus Stans zurück und wirft künftig die Tore wieder für die Altdorfer.

Mario Obad (links) ist aus Stans zurück und wirft künftig die Tore wieder für die Altdorfer.

Urs Hanhart

Praktisch auf den Tag genau vor einem halben Jahr bestritt der KTV Altdorf sein bislang letztes Meisterschaftsspiel. Mitte März besiegte der Urner Traditionsklub den Aussenseiter Handball Wohlen im Rahmen der 1.-Liga-Abstiegsrunde auswärts hauchdünn mit 27:26. Danach musste die Meisterschaft aufgrund der Coronapandemie abgebrochen und vorzeitig beendet werden. Es gab weder Auf- noch Absteiger. Interessanterweise müssen die Gelb-Schwarzen zum Auftakt der neuen Meisterschaft wiederum an derselben Stätte gegen den gleichen Gegner antreten. Das Spiel in Wohlen wird am Samstag um 17.45 Uhr in der Hofmatten-Turnhalle angepfiffen.

Seit dem letzten Ernstkampf hat sich bei den Altdorfern vieles geändert. Die Rückraumspezialisten Florian Henrich und Benjamin Vizi sowie Kreisläufer Marc Häusler und Linksaussen Flavio Fallegger figurieren nicht mehr im Kader. Ein Aderlass, der nur teilweise kompensiert werden konnte. Zurückgekehrt zur KTV-Truppe sind zwei sehr prominente Akteure. Einerseits handelt es sich um den langjährigen Spielertrainer Mario Obad (38), der zuletzt zwei Saisons in der Nationalliga B für den BSV Stans spielte, und andererseits um Keeper-Legende Marcel Luthiger (37), der zuletzt für HB Emmen den Kasten hütete.

In der Breite schwächer geworden

Zur Rolle der beiden Routiniers sagt Stefan Arnold, Teamverantwortlicher und Assistenzcoach: «Marcel Luthiger wird hauptsächlich als Goalie-Trainer agieren. Ab und zu wird er aber auch selber zwischen den Pfosten stehen, falls es zu personellen Engpässen kommen sollte. Mario Obad ist als Spieler zu uns zurückgekehrt. Als Spielertrainer zeichnet weiterhin Mario Jelinic verantwortlich.» Neu zu Altdorf gestossen ist zudem der erst 17-jährige Kreisläufer Matteo Kovacevic, der die Rolle von Marc Häusler übernehmen soll.

Arnold zur Qualität des neu formierten Kaders: «Wir haben vier Spieler verloren, die wir leider nicht gleichwertig ersetzen konnten. Dank Mario Obad, der über eine enorme Erfahrung verfügt, ist die Stammformation leistungsmässig in etwa gleich stark einzuschätzen wie in der letzten Saison. Aber in der Breite sind wir sicherlich etwas schwächer geworden. Falls der eine oder andere Schlüsselspieler verletzungsbedingt ausfallen sollte, könnte es eng werden für uns.» Dieses Horrorszenario ist schon eingetroffen. Linksaussen Pascal Aschwanden hat sich kürzlich im Cup-Spiel (1. Vorrunde) gegen den Erstligisten Yverdon, das die Urner nach einer durchzogenen Vorstellung, vor allem im Defensivbereich, mit 33:39 verloren, einen Muskelfaserriss zugezogen und dürfte rund sechs Wochen ausfallen. Auf dem linken Flügel gibt es keinen Ersatzmann für ihn.

Altdorf muss also bereits handicapiert in die Meisterschaft starten. Dennoch ist für Arnold die Marschroute für das Auftaktspiel klar: «Wohlen ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen, wenn wir vorne mithalten wollen. Die Aargauer konnten wir in der letzten Saison dreimal bezwingen, wenn auch teilweise nur knapp.»

Emmen und Olten sind die Hauptkonkurrenten

Zur Saisonzielsetzung verrät der Teamverantwortliche: «Wir nehmen es Schritt für Schritt. Zunächst gilt es, die Qualifikation für die Finalrunde zu schaffen». In der letzten Saison schrammten die Urschweizer nur um Haaresbreite daran vorbei. Vor der Sonne standen ihnen Olten und Emmen. Arnold geht davon aus, dass diese zwei Mannschaften wiederum die Hauptkonkurrenten sein werden. Auf der Rechnung haben müsse man aber auch den KTV Muotathal, der in verschiedenen Testspielen einen sehr starken Eindruck hinterlassen hatte. Falls die Urner den Einzug in die Finalrunde schaffen, stehen die Chancen sicherlich ganz gut, auch ein ernsthaftes Wörtchen um den Aufstieg in die Nationalliga B mitzureden. Die dritte von vier Erstligagruppen mit je acht Teams, in der sich Altdorf befindet, ist zumindest auf dem Papier als die klar stärkste einzustufen.

Hinweis. Handball, 1. Liga: Wohlen – Altdorf (Sa 17.45, Hofmatten).