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Die Arbeit mit Menschen macht dem neuen Trainer des FC Littau Spass

Mit David Andreoli kehrt ein Urgestein zum FC Littau zurück. Der frühere Profi schlug andere Trainerangebote aus.
Michael Wyss
David Andreoli arbeitet in Luzern als leitender Sportphysiotherapeut in einer Gesundheitspraxis. Beim FC Littau steigt er wieder ins Fussballgeschäft ein.Bild: Michael Wyss (Luzern, 12. August 2019)

David Andreoli arbeitet in Luzern als leitender Sportphysiotherapeut in einer Gesundheitspraxis. Beim FC Littau steigt er wieder ins Fussballgeschäft ein.Bild: Michael Wyss (Luzern, 12. August 2019)

«Der FC Littau verkörpert meine Philosophie. Der Verein geht seit Jahren einen Weg, der für mich stimmt», sagt der 36-jährige David «Dave» Andreoli. Der frühere Profi des FC Luzern ist seit dieser Saison neuer Trainer des FC Littau und ersetzt Herbert Baumann, der auf eigenen Wunsch im Sommer den Rücktritt erklärte. «Es hat mich gereizt, mit jungen Eigengewächsen, die fortlaufend in die erste Mannschaft eingebaut werden, zu arbeiten. Zudem war mein Engagement auch eine Herzenssache. Hier habe ich meine Wurzeln. Es war ein schönes Heimkommen zum Stammverein», zeigte sich der frischgebackene und stolze Familienvater emotional. «Ich hatte auch andere Angebote, doch hier bin ich zu Hause und fühle mich wohl in meinem bekannten Umfeld.»

Das Littauer Fanionteam startet mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren und 95 Prozent Eigengewächsen in die neue Saison. Zum Auftakt muss die Andreoli-Equipe am Sonntag (15.00, Schützenmatte) nach Altdorf. «Der Start ist natürlich immer wichtig. Ein Sieg soll immer das Ziel sein. Ich will viele Tore schiessen und jedes Spiel gewinnen. Diese Einstellung erwarte ich auch von meinen Spielern.» Doch Andreoli sagt auch: «Meine Priorität liegt nicht nur in den Resultaten und dem stetigen Blick auf die Rangliste. Ich bin Trainer und Ausbildner. Ich arbeite mit Menschen, für die ich mich interessiere und die ich in ihrer fussballerischen Entwicklung weiterbringen möchte. Das ist eine schöne Herausforderung für mich und meinen Assistenten Fabio Competiello.»

Aufstieg und Ehrentreffer

Andreoli, der in Reussbühl aufwuchs und in Kriens wohnt, begann seine Karriere beim FC Littau. Dann kam der Wechsel zum FCL-Nachwuchs. Später folgten Engagements als Spieler beim FC Luzern U21 (1. Liga), FC Luzern (Super League), FC Lugano (Challenge League), SC Kriens (1.Liga/Challenge League), Sursee (2. Liga inter), Cham (1. Liga) und Buochs (2.Liga inter/1. Liga). «Es war eine schöne Zeit, die Jahre als Profi. Das möchte ich nicht missen. Ich habe neue Menschen kennen lernen dürfen und habe mich weiterentwickelt.»

Zu seinen schönsten Momenten als Mannschaftssportler zählt Andreoli den Aufstieg mit dem FC Luzern in die Super League im 2006 unter Trainer René van Eck. «Wir haben in der Challenge League eine Serie von 31 Spielen ohne Niederlage hingelegt und schafften den Wiederaufstieg mit 79 Punkten. Zum letzten Heimspiel kamen gegen Lugano 14300 Fans auf die altehrwürdige Allmend, das war schon unbeschreiblich.» Unvergesslich, ein persönlicher Erfolg, war 2005 der Ehrentreffer für den FCL im Cupfinal gegen den FC Zürich unter dem heutigen Dortmund-Trainer Lucien Favre. «Wir spielten mit dem FCL im St.-Jakob-Park vor über 32500 Fans. Der FCZ, der klarer Favorit war und eine Liga höher spielte als wir, gewann 3:1. Ich durfte in der 87. Minute den Ehrentreffer erzielen.» Auch das Cupspiel mit Buochs als damaliger 2.-Liga-inter-Vertreter gegen Superligist St.Gallen vor vier Jahren war etwas Emotionales für den damaligen Trainer Andreoli: «Wir standen im Viertelfinal, ein Cupmärchen war das. Wir verloren gegen die Ostschweizer 0:5, doch schrieben wir für den Verein ein Stück Geschichte.»

Vom Profi- ins Berufsleben

Und Enttäuschungen, gab es die auch? «Als der Schnitt vom Profitum zum Amateur kam. Ich erhoffte mir, noch etwas länger als Profi beim FCL spielen zu können, doch ich spielte beim damaligen Trainer keine tragende Rolle mehr. Damals war ich frustriert, heute sehe ich das positiv. Diese Situation hat mir neue Türen geöffnet. Ich fand schnell den Schritt zum Wunschberuf. Heute arbeite ich erneut in einem Team, verdiene meinen Lebensunterhalt in der Stadt Luzern in einer Gesundheitspraxis als leitender Sportphysiotherapeut.»

Neuland ist die Trainertätigkeit eines Aktivteams für Andreoli, der die letzten zwei Jahre pausierte und sich beruflich sowie sportlich weiterbildete, allerdings nicht. Während der Saison 2013 bis 2017 wirkte der 36-Jährige an der Seitenlinie des SC Buochs als Cheftrainer. Mit Erfolg: «Wir schafften den Aufstieg in die 1. Liga. Das war ein Highlight für mich als junger Trainer. Es war eine äusserst lehrreiche Zeit. Ich konnte viel profitieren und werde doch einiges beim FC Littau einbringen können. Die Vereine sind ähnlich strukturiert und auch sehr familiär.» Und zufällig dieselben Vereinsfarben. «Ja das stimmt. Die Farben Blau und Weiss begleiten mich schon die ganze Karriere. Das war in Littau, Luzern und Buochs der Fall.» Wenn das kein gutes Omen für Andreolis zweite aktive Trainerstation seiner Karriere ist ...

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