Der neue Trainer des HC Luzern sagt: «Die Chancen sind noch intakt»

Trainer Peter Weber kämpft mit dem HC Luzern in der 1. Liga um den Ligaerhalt.

Michael Wyss
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Peter Weber bei seinem ersten Einsatz mit dem HC Luzern.

Peter Weber bei seinem ersten Einsatz mit dem HC Luzern.

Michael Wyss

«Es wird nicht einfach, das bin ich mir bewusst. Noch aber haben wir 13 Spiele, um den Ligaerhalt zu schaffen, und wir arbeiten gemeinsam auf dieses Ziel hin. Wir nehmen Schritt für Schritt, Spiel für Spiel», zeigt sich der 59-jährige Peter Weber zuversichtlich. Noch befindet sich der Berner in der Findungsphase mit seinem Team. Nach der Freistellung seines Vorgängers Robert Küttel kurz vor Ende Jahr blieb dem Eishockeyfachmann Weber kaum Zeit, das Team kennen zu lernen. Zwei Trainingseinheiten am Donnerstag und Freitag, wie auch das Spiel am Samstag in Bellinzona, das Luzern knapp mit 3:4 verlor, liefern nun erste Erkenntnisse. Wie erlebte Weber die Partie beim Playoff-Kandidaten in der Südschweiz? «Ärgerlich ist, dass wir mit leeren Händen dastehen. Es ist schade, dass wir nicht mindestens einen Punkt mitnehmen konnten. Wir waren immer wieder dran und kämpften uns zurück, haben den Glauben nie verloren. Die Moral stimmte», so Weber.

Einmal mehr konnte Luzern mit einem Topteam, wie schon gegen Frauenfeld (1:4) und ­Pikes Oberthurgau (2:4) kurz vor Weihnachten, lange Zeit mithalten. «Wir können uns davon leider nichts kaufen. Auch eine ehrenvolle Niederlage bringt keine Punkte. Wir scheiterten in der Südschweiz an der Effizienz, aber auch in der Defensivzone herrschte eine gewisse Unordnung. Hier gilt es, den Hebel ­anzusetzen.»

Den letzten Sieg feierte der HCL am 24. November

Wie gross stehen die Chancen, dass sich Luzern aus der misslichen Lage befreien kann? Aktuell hat Luzern eine Hypothek von sieben Punkten auf das Tabellenvorletzte Prättigau-Herrschaft. Weber: «Die Chancen sind durchaus intakt, und abgerechnet wird am Schluss. Wichtig wäre nun für die Spieler, dass sie einen schnellen positiven Moment erleben könnten. Ein solches Erfolgserlebnis kann positive Energie wecken.»

Den letzten Sieg feierte Luzern am 24. November 2018 – 3:0-Sieg bei Prättigau-Herrschaft. Weber ist ein erfahrener Trainer, der weiss, wie mit solchen Situationen umzugehen ist. Der 59-jährige Familienvater und frühere Nationalliga-­B-Spieler (Grindelwald, Lyss und Ajoie) führte bereits letzte Saison das Fanionteam von Seewen in der My-Sports-League (MSL) von der Abstiegszone zum souveränen Ligaerhalt. Allerdings konnte Weber, der in früheren Jahren in der Schweiz im Nachwuchs bei Topklubs wie Bern, Fribourg, Langnau oder Zug wie auch in Italien (Bozen) und Schweden (Jönköping) arbeitete, die Spieler im Talkessel bereits im November 2018 übernehmen und hatte mehr Zeit, das Ding noch zu biegen.

Diese Woche schliesst Luzern mit den Partien gegen Burgdorf (heute 20.00, Localnet Arena) und Wil (Samstag 17.30, Eiszentrum Luzern) die Qualifikationsphase ab. Weiter geht es dann mit der Masterround (5 Spiele; Rang 7 bis 12) und Abstiegsrunde (6 Spiele, Rang 9 bis 12). Der HCL nimmt seine erspielten Punkte aus der Qualifikationsphase mit. Nach dem 33. Spieltag steigt das letztplatzierte Team der 1. Liga Region Ost in die 2. Liga ab.

Eishockey, 1. Liga

Ostgruppe. 20. Runde: Reinach – Rheintal 5:3. Pikes Oberthurgau – Argovia Stars 5:2. Frauenfeld – Prättigau-Herrschaft 5:1. Wil – Wetzikon 4:5 n. P. Burgdorf – Herisau 4:2. Bellinzona – Luzern 4:3.
Rangliste (alle 20 Spiele): 1. Frauenfeld 54. 2. Pikes Oberthurgau 42. 3. Wetzikon 40. 4. Wil 37. 5. Bellinzona 33. 6. Burgdorf 30 (63:59). 7. Argovia Stars 30 (58:57). 8. Herisau 28. 9. Rheintal 24. 10. Red Lions Reinach 21. 11. Prättigau-Herrschaft 14. 12. HC Luzern 7 (39:93).

Bellinzona – Luzern 4:3 (2:1, 0:1, 2:1)
Centro Sportivo. – 110 Zuschauer. – SR Rüegg (Torti, Lukac). – Tore: 10. 1:0. 11. Kuster (Spinner, Horvath) 1:1. 15. 2:1. 38. Niederhäuser (Dünner, Spinner) 2:2. 44. 3:2. 55. 4:2. 58. Zumbach (Martschini) 4:3.

Nächste Spiele. Heute. 20.00: Burgdorf – Luzern (Localnet Arena). – Samstag. 17.30: Luzern – Wil (Eiszentrum).