Die drei Eckpfeiler bei Volley Luzern

Luzerns NLA-Team will heute mit einem Sieg gegen Lutry (Bahnhofhalle, 17.30 Uhr) Rang drei besiegeln.

Roland Bucher
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Liam Sketcher (Mitte), der Trainer-Gentleman bei Volley Luzern.

Liam Sketcher (Mitte), der Trainer-Gentleman bei Volley Luzern.

Manuela Jans-Koch | Lz

So stark und erfolgreich trumpfte Volley Luzern seit der Neuformatierung und dem Aufstieg in die höchste Spielklasse vor fünf Jahren noch nie auf. Das Team von Headcoach Liam Sketcher ist kein wie noch vor einem Jahr belächelter Aussenseiter – die Mannschaft ist zu einem hungrigen Anwärter auf den Meistertitel avanciert. Drei Eckpfeiler des Erfolgs geben die Erklärung ab, weshalb man heute Abend gegen Lutry durchaus an Pflichtsieg Nummer 9 in Serie glauben darf – und weshalb die Reise noch längst nicht zu Ende ist.

Liam Sketcher, Headcoach, der Baumeister. Wie wertvoll seine Arbeit für Volley Luzern in den letzten drei Jahren war, wird die Zukunft zeigen: Liam Sketcher (37) verlässt das Team Ende dieser Saison, um einer anderen Liebschaft – seiner Partnerin Anna in Holland – näher zu sein. Mit der Meistermedaille im Rucksack? Der Australier bleibt, wie es seinem Naturell entspricht, unverbindlich: «Das letzte Kapitel meiner Reise mit diesem Team ist noch nicht zu Ende.» Um ihn, der Volley Luzern aus dem Mittelmass an die Spitze coachte, rankt die Geschichte, dass er in seinem Vokabular keine bösen Wörter kennt. Das braucht der Trainer-Gentleman auch nicht, um seinen Leuten zu verklickern, was ihm passt und was weniger. Gepasst hat ihm, dass man einige enge Spiele noch aus dem Feuer gerissen hat und «wir den hohen Erwartungen, die wir uns vor der Saison mit Minimalrang vier selber aufgebürdet haben, gerecht geworden sind». Und, keine Angst vor einem Dämpfer im Spiel gegen Lutry? «Wir wissen, dass unser Job noch nicht gemacht ist. Aber ich vertraue meinen Leuten.»

Nick Amstutz, Captain, die Identifikationsfigur. Träumen dürfte man immer vom Meistertitel, sagte Nick Amstutz (27) vor der Saisoneröffnung nicht bieder-jovial, sondern mit dem Brustton eines Volley-Erfahrenen, der nicht nur als starker Blocker am Netz (ab-)liest, sondern auch das Gespür besitzt, wie ein Verbund zusammengesetzt ist und in der Konsequenz funktioniert. «Schön, dass wir mit dem Playoff-Heimrecht die erste hohe Vorgabe erreicht haben», betont der Captain, «aber erreicht – haben wir natürlich noch nicht das, was uns vorschwebt.» Zum Beispiel den Playoff-Final: Es müsse alles optimal zusammenpassen, um dorthin zu gelangen, aber «wir haben in dieser Saison bewiesen, dass wir jeden Gegner bezwingen können. Also wieso nicht?» Nick Amstutz stammt aus einer Volley-Dynastie, sein Vater, Lehrer an der Kantonsschule, smashte die junge Sportart vor vielen Jahrzehnten zur Popularität. Der starke Aufschläger, in dieser Funktion sich deutlich von seiner eher zurückhaltenden Art im Alltag unterscheidend, macht kein Geheimnis daraus, wie das Erfolgsrezept heute gegen Lutry lautet: «Ganz easy ins Spiel. Wenn wir das abrufen, was wir im Repertoire haben, dann kommt’s gut.» Könnte übrigens gut sein, dass es das allerletzte Qualifikationsspiel ist, welches Nick Amstutz für Volley Luzern bestreitet: «Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich noch eine Saison anhänge.» Mit Meistergold auf der Brust wäre es ein Muss.

Josef Wicki, Teammanager. Wenn man Josef Wicki fragt: «Wie viel Zeit wenden Sie für Volley Luzern ehrenamtlich auf?», dann sagt der Mann weise: «Ich zähle nicht die Stunden, die Antwort kennt nur mein Herz.» Dieses schlägt für Volley Luzern in schon fast beängstigender Frequenz, und das Wortspielchen «Wicki(e) und die starken Männer» drängt sich durchaus auf. Wer hätte zu Beginn dieser Saison vermutet, dass es ihm und Co-Sportchef Jörg Gautschi gelingt, hochkarätige Abgänge mit noch wirkungsvolleren Spielern zu kompensieren? Wicki macht’s möglich, eigentlich wie alles andere auch, was im Betrieb dieser Untersektion des Stammvereins zu erledigen ist. Seine Motivation: «Es macht einfach unerhört Spass.» Auch heute Abend wird der General, der meist aus zurückgezogener Position das Spiel beobachtet, auffallen: mit seiner legendären Pfiffsonate, die er bei gewonnenen Punkten zum Besten gibt. «Wir unterschätzen Lutry ganz gewiss nicht», betont er, «aber ich bin sicher, dass wir diesen Sieg schaffen.»