Die Freude am Pferdesport ist bei Daniela Krebs wieder da

Daniela Krebs stammt aus einer Züchterfamilie und hat ein Jahr Pause hinter sich. Nun ist die Wahl-Luzernerin am vergangenen Wochenende am Concours in Hildisrieden wieder in den Sattel zurückgekehrt.

Kirstin Burr
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Daniela Krebs holt sich in Hildisrieden über 130 Zentimeter Rang 6. Bild: Kirstin Burr (3. März 2019)

Daniela Krebs holt sich in Hildisrieden über 130 Zentimeter Rang 6. Bild: Kirstin Burr (3. März 2019)

Bei der Familie Krebs stand der Springsport schon immer im Mittelpunkt. Da ihre Eltern sowie die Schwester Nicole allesamt im Parcours unterwegs waren, war es sozusagen eine logische Konsequenz, dass Daniela ebenfalls in den Springsattel stieg. Fritz Krebs begann mit dem Züchten und so hatten seine beiden Töchter immer wieder junge Pferde zum Ausbilden. «Man spürt bereits bei einem Fohlen, ob man es ins Herz schliesst oder es nicht dein Typ Ross ist. Da Nicole und ich einen sehr unterschiedlichen Stil haben, gab es nie Streit darum, wer welches Pferd reiten darf, obwohl wir beide harte Köpfe haben», erklärt Daniela Krebs lachend. So übernahm sie von ihrer älteren Schwester die Stute Lambada K, die für Daniela das Pferd ihres Lebens war. Mit ihr gewann sie unter anderem den «Grossen Preis in Saignélégier» über 155 Zentimeter. «Das war speziell, alle kamen mit ihren LKWs, nur Stefan Lauber und ich mit unseren Zweipferdeanhängern. Es war auch der erste GP, den ich mit Lambada bestritten habe», sagt die noch 28-Jährige, die am Donnerstag ihren Geburtstag feiert.

Später wurde die Stute nach Mexiko verkauft, wo sie noch immer an Fünfstern-Veranstaltungen eingesetzt wird. Natürlich sei sie traurig gewesen, dass Lambada K verkauft wurde und auch sie träumte davon, einmal Fünfstein-Grand-Pixs bestreiten zu können. Aber Krebs weiter: «Man muss aber auch die finanzielle Seite berücksichtigen. Es ist schwierig Besitzer zu finden, die einen unterstützen. In der Schweiz sind die Möglichkeiten begrenzt. Ich bin kein offener Typ, der auf Menschen zugeht. Das macht es nicht einfacher.» Mit Chiccago K hat sie heuer den Sohn von Lambada unter dem Sattel. Obwohl er ein Hengst ist, hat er fantastischen Charakter, wie die sympathische Reiterin, immer wieder betont.

«Ohne Freude macht es keinen Sinn»

Die Bernerin Daniela Krebs, die eine KV-Lehre und die Berufsmatura abgeschlossen hat, beschloss vor 7,5 Jahren, als sie zu ihrem Lebensgefährten Martin Häfliger nach Luzern umsiedelte, erst einmal voll und ganz aufs Reiten zu setzen. Aber schon damals war ihr klar, dass sie das nicht «bis an ihr Lebensende» machen wolle. Sie genoss die Zeit, doch dann verlor sie den Spass am Reiten, wusste nicht, warum sie es überhaupt noch machte und fasste den Entschluss, damit aufzuhören. «Mit Chiccago, dem Sohn von Lambada, zwei jungen Pferden, die mir Fredy Müller zur Verfügung stellte, und einem 60-Prozent-Job, der mir angeboten wurde, hatte ich eigentlich gerade beste Voraussetzungen, aber ich wollte nicht mehr. Und ohne Freude macht es keinen Sinn», erzählt Krebs. Paul Estermann übernahm Chiccago und Krebs begann bei einer Bank zu arbeiten. Sie genoss die pferdefreie Zeit. Sie probierte das Wandern aus, las viel – aber es war nicht so erfüllend. «Ich habe einen kompletten Strich gemacht. Ich habe Chiccago höchstens mal auf dem Nachhauseweg besucht und gestreichelt», sagt die Amazone.

Nach einem Jahr Pause fing sie wieder an mit dem Hengst auszureiten und fand langsam wieder ihren Spass am Reiten. In Burgdorf bestritten sie ihr Comeback-Turnier. In Hildisrieden beim Heimturnier klassierten sie sich am Freitag in einer 130cm Prüfung auf dem 6. Rang, im 135cm und den beiden 140-cm-Springen fiel je eine Stange. Als nächstes steht Müntschemier auf dem Plan, um sich auf die Saison vorzubereiten. Denn das Ziel, wieder an den nationalen Grossen Preisen zu reiten, hat Daniela Krebs fest im Blick.

Nationales Wochenende. N140, Wertung A, 1 Stechen: 1. Barbara Schnieper (Seewen/Katharina vom Illum) 0/0/35,76. 2. Elin Ott (Obfelden/Nanu II) 0/0/36,16. 3. Elian Baumann (Lostorf/Cim Air) 0/0/36,62. 4. Schnieper/Camara Bella 0/0/36,91. – N 140, Wertung A: 1. Philipp Züger (Galgenen(Cantata II) 0/56,98. 2. Andreas Hugener (Obergägeri/Gondra) 0/57,76. 3. Niklaus Rutschi (Alberswil/Fandilot) 0/58,77. Ferner: 5. Hugener/Irene 0/59,08. 7. Paul Estermann (Hildisrieden/Anaba Haize) 0/59,35.

R/N135, Zweiphasen-Springen, 1 Stechen: 1. Alain Jufer (Lossy/Izeaux van Spielveld) 0/0/32,33. 2. Philipp Züger (Galgenen/Cantata) 0/0/32,57. 3. Séverin Hillereau (Corminoeuf/Carissima G.P.A) 0/0/32,64. 9. Thomas Buholzer (Eschenbach/Cote d’Ore) 0/0/35,29. – R/N 135. Zweiphasen-Springen: 1. Elin Ott (Obfelden/Nanu) 0/0/24,06. 2. Paul Estermann (Hildisrieden/Cantinin della Caccia) und Raphael Jud (Dotnacht/Carlo M), je 0/0/24,73. 4. Barbara Schnieper (Seewen/Katharina vom Illum) 0/0/24,94. 8. Niklaus Rutschi (Alberswil/Ernie) 0/0/27,58.

R/N 130, Wertung A: 1. Vanessa-Joy Nägele (Nendeln/Vegas de Alkantara) 0/58,78. 2. Alain Jufer (Lossy/Corsimo) 0/63,54. 3. Chantal Müller (Veltheim/Tabasca) 0/66,25. 6. Daniela Krebs (Hochdorf/Chiccago) 0/66,39. 9. Philipp Züger (Galgenen/Cantata II) 0/67,24. – R/N 130, Wertung A: 1. Erich Steiger (Boniswil/Calilah) 0/61,01. 2. Ivo Spirig (Diepoldsau/Casper) 0/62,96. 3. Ivo Spirig/Quattro’s Xena 0/63,50. 4. Pascal Bucher (Retschwil/Cayman Athletic) 0/64,15. Andreas Hugener (Oberägeri/Gondra) 0/64,19. 8. Hugener/Irene 0/65,82.

Alle Resultate: www.reitsport-estermann.ch