Die Handballer von Kriens-Luzern wollen eine trostlose Serie beenden

Vorläufiges Highlight der Saison: Kriens-Luzern gastiert heute bei Pfadi Winterthur zum Cup-Viertelfinal.

Stephan Santschi
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Pfadi-Trainer Adrian Brüngger will die Heim-Siegesserie gegen Kriens-Luzern fortsetzen.

Pfadi-Trainer Adrian Brüngger will die Heim-Siegesserie gegen Kriens-Luzern fortsetzen.

Deuring Photography

Die Hürde ist hoch, sehr hoch. Die letzten neun Spiele auswärts gegen Pfadi Winterthur hat der HC Kriens-Luzern allesamt verloren. Der letzte Sieg in der Halle der Winterthurer datiert vom 15. April 2017, als man den Gegner im Startspiel des NLA-Playoff-Halbfinals mit einem 30:21-Erfolg überrascht hatte. Heute Freitag wäre nun gewiss kein ungünstiger Moment, um die Trendwende einzuleiten, auf dem Programm steht nämlich der Viertelfinal im Schweizer Cup (19 Uhr, Axa Arena, ohne Zuschauer). «Für beide Teams ist es das bisherige Spiel des Jahres», sagt Adrian Brüngger. «Die Ausgangslage ist völlig offen, es wird sehr eng werden.»

Brüngger ist der Trainer der Winterthurer und in dieser Funktion hat er die Zentralschweizer also schon oft vor unlösbare Probleme gestellt. Sein Erfolgsrezept? «Wir spielen eine Deckung, der man halt nicht so oft begegnet. Den Kriensern liegt unser 3:2:1- oder 5:1-System weniger als das 6:0. Wenn unsere Verteidigung ins Spiel kommt, kann es sein, dass wir nur 30 Sekunden für drei Tore brauchen – so wie es beim letzten Mal der Fall war.»

Drei Gegentore innert 38 Sekunden

Das letzte Mal, das war Anfang Oktober. Kriens-Luzern war gut im Spiel, geriet in der 50. Minute aber entscheidend ins Hintertreffen, als es innert 38 Sekunden die Gegentore vom 19:20 bis zum 19:23 kassierte. «Gegen Pfadi ist es kaum möglich, wunderschönen Handball zu spielen. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir vorne unsere technischen Fehler reduzieren», sagt Goran Perkovac, der Trainer der Krienser. Und er betont: «Jede Serie geht einmal zu Ende. Es kommt zu einem Duell zweier ausgeglichener Teams. Wobei ich uns eher noch etwas besser einschätze.»

Die Winterthurer, die sich in der Vergangenheit immer wieder finanziell verschuldeten und zwischenzeitlich sogar vor dem Aus standen, haben auf die aktuelle Spielzeit hin das Budget reduziert. Leistungsträger wie Goalie Matías Schulz, Aufbauer Peter Schramm (ex-HCK) und Kreisläufer Antonio Pribanic stehen nicht mehr im Kader.

Einen grossen Transfer konnte man sich trotzdem leisten, der Schweizer Nationalspieler Roman Sidorowicz kehrte nach eineinhalb Jahren bei Bundesligist Melsungen zurück. «Er brauchte keine Zeit, um sich zurechtzufinden. Roman ist sich seiner Rolle als Vorbild noch bewusster geworden, er strahlt keine Spur Arroganz aus», sagt Brüngger. Zuletzt war Sidorowicz verletzt, ebenso wie der Linkshänder Aleksandar Radovanovic (ex-HCK). Für den Cup-Viertelfinal seien sie aber wieder einsatzbereit. Auch ohne die beiden wichtigen Akteure im Rückraum ist Pfadi Winterthur ein zäher Gegner, in dieser Saison verloren die Zürcher erst zwei Partien – jene in der 2. Qualifikationsrunde der European League in Gudme und das Meisterschaftsspiel in Schaffhausen. «Unser Start war besser als erwartet, unsere Ausbeute bewegt sich nahe am Optimum», berichtet Brüngger, dessen Team nach Verlustpunkten in der NLA auf Platz zwei steht.

Adrian Brüngger lobt Kriens-Luzern, aber…

Vor dem Gegner im Cup-Viertelfinal hat Brüngger, der Pfadi seit Januar 2007 (!) trainiert, grossen Respekt: «Stabil, stark, kompakt – die Mannschaft hat eine andere Mentalität, weniger Schwankungen, weniger Launenhaftigkeit.» Den Sieg aber, den beansprucht er für sich – womit das Stängeli im Direktduell in Winterthur voll wäre.