Die Handballerinnen des LK Zug feilen weiterhin an ihrer Konstanz

Für Ria Estermann ist klar: Sie will das Derby gegen Spono gewinnen – und kennt auch das Rezept.

Ernesto Piazza
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Ria Estermann im Spiel gegen Yellow Winterthur.

Ria Estermann im Spiel gegen Yellow Winterthur.

Bild: Maria Schmid (5. September 2020)

Der LK Zug und die Konstanz: Das ist eine ganz spezielle Liaison. Noch sei ihr Spiel zu stark von Höhen und Tiefen geprägt, weiss auch Headcoach Christoph Sahli. Einer der Gründe mag darin liegen, dass die vielen jungen Spielerinnen zwar reichlich Potenzial mitbringen, dieses allerdings noch nicht regelmässig abrufen können. «Das ist vor allem ein Reifeprozess», ist der LKZ-Cheftrainer überzeugt. Am Samstag, wenn sie die Spono Eagles zum Derby empfangen, wollen die Zugerinnen nun einen nächsten Schritt machen.

Ria Estermann hat diesen Prozess bereits hinter sich, zählt sie doch mit ihren 27 Jahren in diesem Team bereits zu den Routiniers. Seit 2014 spielt sie beim LK Zug, unterbrochen durch ein Jahr, als sie studienhalber nach Berlin ging und Handball bei den Füchsen Berlin (2. Bundesliga) spielte.

Dass sie überhaupt in Zug landete – begonnen hatte die Rückraumspielerin bei Wettingen/Siggenthal –, ist ihrem jetzigen Trainer geschuldet. «Christoph fragte mich an, ob ich wechseln möchte, weil sein Team von Verletzungspech verfolgt war», erinnert sie sich. Damals war Sahli noch für die SPL2-Truppe verantwortlich.

Sie liebt den Vollgasmodus

Im Sommer hat Ria Estermann das Studium mit dem Master in Politikwissenschaften abgeschlossen und soeben eine neue berufliche Herausforderung gefunden. Genauso wie auf dem sportlichen Parkett. «Ich habe mich auf Rückraum rechts gut eingelebt», sagt die 168 Zentimeter grosse Aargauerin. Zuvor agierte sie lange auf der Mitte-­Position, war verantwortlich dafür, den Angriff zu leiten, zu koordinieren. Mittlerweile gefallen ihr «beide Positionen».

Ihre Stärken liegen vor allem im Verhalten «eins-gegen-eins» – und im Tempospiel. Sie liebt den Vollgasmodus. Und diese Spielweise praktiziert auch der LK Zug, was ihrem Naturell natürlich sehr entgegenkommt.

Ria Estermann freut sich auf das Derby. So leicht wie beim letzten Aufeinandertreffen dürfte es allerdings nicht mehr werden. Damals gewann der LK Zug in der eigenen Halle diskussionslos mit 31:22. Wenige Tage später kam der Lockdown und damit der Saisonabbruch. «Unser Ziel muss es sein, in der Deckung so kompakt zu stehen, dass die Eagles für ihre Tore zu kämpfen haben. Und im Angriff brauchen wir unser Tempospiel», kennt die 27-Jährige ihren Gameplan. Zudem habe Spono extrem starke Einzelspielerinnen. «Darauf müssen wir ein spezielles Auge werfen.»

Ein anderes Gesicht als gegen Brühl präsentieren

Es werde eine schwierige Aufgabe, ist sich Estermann bewusst. «Wenn wir aber 60 konstant gute Minuten auf den Platz bringen, ist sie lösbar.» Und in dieser Spitzenbegegnung ist auch mentale Stärke gefragt. Für Sahli ist jedenfalls klar: «Wir wollen ein anderes Gesicht präsentieren als noch bei der Brühl-Niederlage und zeigen, dass wir daraus gelernt haben.»

Spono Eagles: «Wollen richtigen Schlüssel finden»

Spono-Headcoach Ike Cotrina redet von einem «sehr komplizierten» Gegner, wenn er über den LK Zug spricht. «Sehr kompliziert» dahingehend, weil er das Team leistungsmässig auf dasselbe Niveau wie Brühl setzt. Für ihn ist es das erste Derby-Aufeinandertreffen als Eagles-Trainer. «Für mich ist es aber einfach eine Partie, allerdings eine wichtige», erklärt er. Cotrina kann sich aber «gut vorstellen, dass es für die eine oder andere meiner Spielerinnen eine besondere Affiche ist.» Klar ist für den Spono-Teamchef, dass die Zugerinnen ihre Vorteile im Tempospiel haben. «Hier müssen wir ansetzen, unsere Angriffe etwas länger ausspielen und vor allem treffen.» Oder auf einen einfachen Nenner gebracht: «Wir müssen unseren Job machen und wollen den richtigen Schlüssel finden», so Cotrina. (ep)