Die Hergiswiler Fussballer ziehen der Konkurrenz davon

Der FC Emmenbrücke (2. Liga inter) muss einen weiteren Dämpfer hinnehmen: 0:1-Niederlage gegen Hergiswil.

Ruedi Vollenwyder
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Der Emmenbrücker Irakli Shekiladse (links) kommt gegen Hergiswils Yves Erni zum Schuss.

Der Emmenbrücker Irakli Shekiladse (links) kommt gegen Hergiswils Yves Erni zum Schuss.

Bild: Pius Amrein (Emmenbrücke, 19. September 2020)

Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit. Eine gute halbe Stunde zuvor hatte David Schuler den FC Hergiswil mit seinem Treffer 1:0 in Führung gebracht. Da ertönte der verspätete Pfiff des Schiedsrichters: Freistoss. Dem FC Emmenbrücke winkte in diesem Spitzenkampf, der diese Affiche auch verdiente, die Chance, noch einen Punkt zu retten. Der erstmals zum Einsatz gekommene Tomislav Puljic legte sich den Ball zurecht. Und setzte diesen aus 20 Metern hoch übers Tor von Oliver Strohhammer. Aus, vorbei! Das Emmenbrücker Team um Trainer Meris Kazic musste nach dem 1:2 gegen das Team Ticino U21 auch gegen den Leader FC Hergiswil ohne Punkte vom Gersag-Feld.

Klar, dass im Lager der Hergiswiler mächtig gefeiert wurde. Ebenso verständlich war die Gemütslage beim allein in der Spielerbox stehende FCE-Trainer Meris Kazic. «Ja ich bin enttäuscht. Sehr enttäuscht. Eine unnötige Niederlage, denn auch wir hatten unsere Tormöglichkeiten, welche wir aber nicht nutzen konnten.» Er spricht dabei eine erste in der 37. Minute an. Robin Hrgota profitierte von einem seltenen Abwehr-Schnitzer in der kompakt stehenden zweikampfstarken Hergiswiler Hintermannschaft, scheiterte dann aber am sehr gut reagierenden FCH-Schlussmann Oliver Strohhammer.

Trotz viel Ballbesitz kaum zu Chancen gekommen

Und eine zweite kurz nach der Pause. Da verfehlte der brandgefährliche 28-jährige Georgier Irakli Shekiladse (von Savona zum FCE gewechselt) mit einem Kopfball und wenig später auch eine dritte. Stefano Geri hatte mit seiner Doppelchance kein Abschlussglück. Meris Kazic kleinlaut: «Jetzt wird es schwierig das Saisonziel Aufstieg noch zu erreichen.» Denn der Rückstand auf Sieger und Leader Hergiswil beträgt nach nur fünf Partien bereits sechs Zähler.

Auch beim FCE-Brasilianer Alan Nabarro, der zusammen mit Ensar Huruglica im Mittelfeld die spielerischen Fäden zog, war die Stimmung im Keller. Er analysiert nüchtern: «Wir hatten wohl viel Ballbesitz. Doch als es darauf ankam, den letzten Pass sauber zu spielen, haben wir versagt. Und deshalb haben wir auch kein Tor erzielt.»

In diesem intensiv, aber anständig geführten, technisch hochstehenden Spitzenkampf hatte das sehr kompakt agierende Hergiswiler Ensemble von Trainer Sascha Imholz in der 76. Minute ebenfalls eine Topchance, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Der eingewechselte Jonas Hönger konnte nach einem Konter allein auf Goalie Eldin Beganovic zulaufen. Er scheiterte aber am FCE-Goalie. Und war wohl erleichtert, dass Emmenbrücke die letzte Freistoss-Chance in der 94. Minute nicht nützen konnte.

Für den Siegtorschützen David Schuler ist dieser Sieg nicht mit der «Affiche glücklich» zu werten. «Wir haben diesen zusammen erarbeitet.» Mit viel Disziplin und tollem Einsatz. Und Abwehrchef und Captain Yves Erni berichtet ausgepowert, aber lachend: «Die spielstarken Emmenbrücker machten es uns nicht einfach. Wir mussten sehr viel laufen, um diese unter Kontrolle halten zu können.»

Auch Trainer Sascha Imholz, selber mit der Trikotnummer 6 auf dem Matchblatt aufgeführt, strahlte nach dem gewonnenen Spitzenkampf: «Ich sah eine tolle Teamleistung. Meiner Meinung nach haben wir diesen Fight nicht unverdient gewonnen. Denn auch wir hatten mit dem Fehlen von Luca Mombelli, Andrin Arnold und Kevin Kehrer gewichtige Absenzen. Obwohl Emmenbrücke mehr Ballbesitz hatte, haben wir dem Gegner nicht allzuviel zugelassen.» Dass der FC Hergiswil nach diesen Sieg gegen ein starkes, ebenfalls personalgeschwächtes Emmenbrücke (es fehlten Leistungsträger wie Janco Pacar, Demerali Saliu, Ramon Barmettler und Topstürmer Elvis Bratanovic) nicht überbordet, dafür wird der Trainer sorgen. «Wir wissen unsere Leistung schon korrekt einzuschätzen. Bisher hat mir die Arbeit mit dem Team aber sehr viel Spass gemacht.»