Die Horwer Drittliga-Fussballer «stehlen» Adligenswil den Sieg

Drittligist Horw sichert sich in extremis ein 2:2-Remis gegen ein stark aufspielendes Adligenswil.

Michael Wyss
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Marco Suter, Verteidiger des FC Horw.

Marco Suter, Verteidiger des FC Horw.

Michael Wyss

«Es wird ein Zwischenjahr geben, wo wir Rückschläge in Kauf nehmen. Das ist kein Problem, denn die Integration zahlreicher Junioren geniesst Priorität in diesem Meisterschaftsbetrieb», lautete das Statement von Horw-Trainer Roberto Ordonez (49) nach dem Duell gegen Adligenswil (2:2). Einen ersten Rückschlag gab es für seine Kicker am Sonntagnachmittag vor heimischer Kulisse. Ordonez weiter: «Wir wollten gewinnen und die drei Punkte auf dem Seefeld behalten. Letztlich muss ich mit dem Punktgewinn aber zufrieden sein. Der Gast aus Adligenswil hat sich diesen einen Zähler nicht gestohlen. Positiv war, dass wir nach dem 0:2 nie aufgaben und bis am Schluss kämpften.»

An Spannung war die Schlussphase tatsächlich kaum zu überbieten. Die Horwer Equipe schaffte in der Nachspielzeit das vielumjubelte 2:2 und holte im dritten Spiel den fünften Meisterschaftspunkt.

Horwer sehen sich in der Lauerposition

«Dass wir aus dem 0:2 ein 2:2 bewerkstelligten, zeugt von Charakter. Der Teamgeist ist intakt und wir haben uns im Kollektiv diesen einen Zähler noch erkämpft», zeigte sich der gebürtige Krienser Marco Suter sichtlich erleichtert. Wie zufrieden ist der 21-jährige Verteidiger mit dem Auftakt in die neue Spielzeit? «Wir sind nach dem 3:1-Sieg gegen Buochs II und dem 2:2-Unentschieden in Meggen weiter auf Kurs, auch wenn wir uns aus dem Spiel gegen Adligenswil mehr erhofft haben.»

Auf die sportlichen Ziele angesprochen, wird man in Horw diese Saison etwas kleinere Brötchen backen. Ordonez: «Wir streben nach einem Rang im ersten Drittel. Wenn wir mehr erreichen, ist das Zugabe.» Verständlich ist die Horwer Bescheidenheit, denn in der Gruppe 2 buhlt mit Rothenburg, Küssnacht I und Ebikon ein starkes Trio um die heissbegehrten Top-Zwei-Aufstiegsrundenplätze. Ob es für Horw zu mehr reicht als nur die der Spielverderberrolle?

Adligenswil und das Pech der späten Gegentore

«Was soll ich dazu sagen, momentan fehlen mir einfach die Worte», zeigte sich Adligenswil Trainer Adrian Indergand (31) konsterniert nach dem 2:2 in Horw. Verständlich. Vor einer Woche kassierte seine Mannschaft im Derby in Meggen kurz vor Schluss das 1:2 durch einen Foulpenalty und verlor, in Horw fehlten Sekunden zum ersten Sieg. Pikant: Wiederum sorgte ein Penalty in der Nachspielzeit für viel Frust. «Das ist schon sehr bitter. Doch ich nehme das Positive aus diesen beiden Duellen. Wir haben mit zwei etablierten Drittligisten auf Augenhöhe gespielt. Wir haben Qualität, die Entwicklung stimmt. Wir dürfen nun bereits die dritte Spielzeit in der 3. Liga in Angriff nehmen», zeigte sich Indergand, der das Team in der vierten Spielzeit erfolgreich trainiert, stolz. «Wir wollen an die Leistungen der letzten Vorrunde anknüpfen. Mit 18 Punkten belegten wir im vergangenen Herbst den fünften Rang. Ich bin überzeugt, dass wir wiederum eine erfolgreiche Spielzeit erleben werden. Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren habe ich eine junge und hungrige Equipe, die aus Einheimischen besteht.»

Heute Dienstag (20.00, Kleinfeld) trifft Adligenswil im IFV-Cup auswärts auf den Drittligisten Reiden. Indergand: «Der Cup ist eine willkommene Zugabe, aber nicht das Wichtigste. Der Fokus liegt klar in der Meisterschaft. Wenn wir weiterkommen, ist das schön. Wenn nicht, machen wir kein Drama daraus.»