Die Krienser Handballer wollen einen «Stein ins Rollen bringen»

1.-Ligist Kriens schlägt Wohlen mit 39:34. Zwei frühere NLB-Handballer sollen den Abstiegskandidaten stärker machen.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Die Krienser (Basil Bühler beim Abschluss) wollen in dieser Saison «etwas reissen».

Die Krienser (Basil Bühler beim Abschluss) wollen in dieser Saison «etwas reissen».

Bild: Nadia Schärli (Kriens, 19. September 2020)

Die 1. Liga-Handballer des HC Kriens setzen ein erstes Ausrufezeichen. Am Samstag holten sie am dritten Spieltag die ersten Punkte, bezwangen zu Hause die Wohlener mit 39:34. «Kein überragender Auftritt, aber ein guter, ich bin sehr zufrieden», lobte HCK-Trainer Ralf Stojan seine Equipe. Mehrmals hatten sie den Gegner auf vier Tore distanziert, immer wieder schafften die Aargauer den Anschluss, ehe die Krienser in der Schlussviertelstunde die entscheidende Differenz realisieren konnten. «Sie sehen es am Ergebnis, das war eine relativ schnelle Partie», sagte Stojan. Trotz der vielen Tore kamen sämtliche eingesetzten Goalies auf annähernd 40-Prozent-Abwehrquote, was auf eine Vielzahl an Abschlüssen schliessen lässt.

Zwei Protagonisten waren dabei neu im Dress der Krienser, beide sind in der Zentralschweizer Szene keine Unbekannten: Florian Henrich und David Wenger. Spielmacher Henrich, ein 30-jähriger Deutscher, spielt seit sieben Jahren in der Schweiz, sammelte beim BSV Stans und dem KTV Altdorf auch Erfahrungen in der NLB. Goalie Wenger, zuletzt auf NLB-Niveau in Stans im Einsatz, kehrte derweil zu seinem Stammverein zurück. «Sie sind beide Verstärkungen für uns, keine Frage», hält Stojan fest.

Gegen Wohlen haben beide entscheidende Akzente setzen können. Henrich mit zehn Toren, Wenger mit elf Paraden. «Zuerst muss sich meine Truppe noch an sie gewöhnen, sie passen aber auch menschlich sehr gut rein», sagt Stojan. Was ihm noch nicht gefällt, ist generell die Abwehrarbeit, noch funktionieren die Automatismen im 5:1-System nicht wie gewünscht. Die taktische Disziplin, die Kommunikation und die Geschlossenheit sind mangelhaft. Doch das werde man schon noch besser hinkriegen. Stojan ist zuversichtlich, in dieser Saison «etwas reissen zu können. Wir haben eine super Truppe, die zu 100 Prozent mitzieht.» Der Blick auf das Kader verrät dabei mehr Qualität und eine grössere Breite, als in den letzten zwei Jahren.

Mannschaft will den Abwärtstrend stoppen

Zur Erinnerung: Im Jahr 2015/16 war die SG Pilatus noch ein stolzer NLB-Teilnehmer gewesen. Es folgte der Abstieg in die 1. Liga, ein Spielerexodus und der Entscheid der Luzerner Nachwuchsorganisation, keine Aktivmannschaft mehr zu betreiben. Die Mannschaft stieg 2019 sportlich sogar in die 2. Liga ab und konnte nur in der 1. Liga bleiben, weil der HC Kriens, der die Spieler und den Staff der SG Pilatus daraufhin übernahm, den Aufstieg geschafft hatte. In der Zwischenzeit hat sich die junge Auswahl weiterentwickelt. Und Spieler wie etwa Captain, Kreisläufer und Abwehrchef Luca Stadelmann, der kürzlich erstmals im NLA-Aufgebot von Kriens-Luzern stand, sind zu Leistungsträgern gereift.

Ziel bleibt der Ligaerhalt, aber mit mehr Marge

Die Zielsetzung, so betont Stojan, sei zwar weiterhin auf den Ligaerhalt ausgerichtet. Künftig soll dieser aber mit einer etwas grösseren Marge erreicht werden. «Wir würden gerne bereits in der Hauptrunde ein, zwei Teams hinter uns lassen und für die eine oder andere Überraschung sorgen.»

Im Frühjahr dürfte es dann wie gewohnt in der Abstiegsrunde wieder um die Wurst gehen. Der Sieg gegen Wohlen soll dabei ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. «Das war ein Spiel, das man gewinnen muss, wenn man einen Stein ins Rollen bringen will», sagt Stojan.

HC Kriens - Wohlen 39:34 (20:18)
Meiersmatt. – 34 Zuschauer. – SR Pfenninger/Nayer. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kriens, 1-mal 2 Minuten gegen Wohlen inklusive rote Karte für Von Ballmoos (12./7:6). – Kriens: Wenger/Iten; Bühler (3), Heller (3), Timo Baumann (5), Rico Baumann (5), Studer (1), Stadelmann (6), Wolf (6/2), Wyss, Henrich (10/3). – Bemerkung: Iten pariert Penalty von Studerus (55./37:30).