Die Nidwaldner Fünfkämpferin Anna Jurt überrascht sich am Crosslauf selbst

Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen prägen den 4. Lozärner Cross. Über 360 Laufbegeisterte sorgen für einen Teilnehmerrekord. Die moderne Fünfkämpferin Anna Jurt mischt das Feld der Schweizer Juniorinnen auf.

Stefanie Barmet
Drucken
Die Junioren-Crossläuferinnen mit Anna Jurt (Mitte, Nummer 158) nach dem Start in das vier Kilometer lange Rennen. (Bild: Hanspeter Roos (Luzern, 16. Februar 2019))

Die Junioren-Crossläuferinnen mit Anna Jurt (Mitte, Nummer 158) nach dem Start in das vier Kilometer lange Rennen. (Bild: Hanspeter Roos (Luzern, 16. Februar 2019))

Der vierte Lozärner Cross war in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg. Einerseits wurde nicht zuletzt dank dem Einbezug in den Swiss Athletics Cross Cup mit über 360 Startenden ein Teilnehmerrekord erzielt. Andererseits herrschte ideales Laufwetter, das auch zahlreiche Zuschauer anlockte. Alle Teilnehmenden hatten Runden zu einem Kilometer zu absolvieren, die mit Strohballen und engen Kurven versehen waren. Das Eliterennen der Frauen über sechs Kilometer war eine klare Angelegenheit von Judith Wyder. Die zurückgetretene, mehrfache OL-Weltmeisterin, die zukünftig vermehrt auf der Strasse sowie im Berglauf antreten wird, setzte sich mit über einer Minute Vorsprung vor der Urnerin Priska Auf der Maur durch.

Bei den Männern kam es zu einem Fotofinish zwischen Neil Burton (LC Basel) und dem mehrfachen Schweizer Meister Fabian Kuert (LV Langenthal), wobei der Basler knapp die Nase vorn hatte. Mit rund 20 Sekunden Rückstand folgten der Innerschweizer Berglaufspezialist Daniel Lustenberger (LV Horw) sowie der erst 19-jährige Cross-EM-Teilnehmer Yves Cornillie von der Läuferriege Gettnau.

Erst gerade aus Südafrika zurückgekehrt

Im Rennen der Juniorinnen über vier Kilometer mischte mit Anna Jurt eine moderne Fünfkämpferin die nationale Crosslaufszene auf – zu ihrer eigenen Überraschung. Mit 14 Sekunden Rückstand klassierte sich die Neuntplatzierte der letztjährigen Youth Olympic Games und U19-Europameisterin hinter der Cross-EM-Teilnehmerin Joceline Wind (Biel/Bienne Athletics) auf Rang zwei und liess dabei diverse Laufspezialistinnen hinter sich. Erst am Mittwoch war die 17-Jährige aus einem über zweiwöchigen Trainingslager in Südafrika zurückgekehrt. «Der Fokus lag dabei auf den Disziplinen Schwimmen und Fechten. Den Crosslauf habe ich als hartes Training bestritten. Mein Ziel war es, alle Runden etwa gleichschnell zu laufen.» Ein Unterfangen, welches der Emmetterin gelang. «Ich bin überglücklich, wie es gelaufen ist. Dass ich nach dem harten Trainingslager eine so gute Laufleistung zeigen würde, habe ich nicht erwartet.»

Lediglich zwei bis drei Laufeinheiten absolviert Anna Jurt wöchentlich. Hinzu kommen Trainings im Schwimmen, Fechten, Schiessen und Reiten – den anderen vier Disziplinen des modernen Fünfkampfes. Somit kommt sie auf rund 24 Stunden Training pro Woche. Damit sie Training und Ausbildung unter einen Hut bringen kann, wohnt und trainiert die 17-Jährige unter der Woche in Bern, wo sie die Sportschule besucht.

«Das Laufen liegt mir besonders. In anderen Disziplinen muss ich mehr trainieren, um mit den besten Fünfkämpferinnen mithalten zu können. Im modernen Fünfkampf wird der Laufsport in der Disziplin Laserrun mit dem Schiessen kombiniert. In dieser letzten Disziplin kann noch ex­trem viel passieren. Sie braucht Nerven und Ausdauer.» Schon öfters gelang es der 17-Jährigen, dank dieser Disziplin mehrere Ränge gutzumachen. «Im kommenden Jahr möchte ich in der Elitekategorie schnuppern und schauen, ob ich den Anschluss schaffe.» Der grosse Traum der Nidwaldnerin ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. Auf dem Weg dahin wird sie weiterhin an Crossläufen wie dem Lozärner Cross teilnehmen. «Der Lauf hat mir sehr gut gefallen, er war super organisiert. Vermutlich werde ich auch an der Cross-SM, die in drei Wochen stattfindet, teilnehmen und so einen weiteren Trainingslauf bestreiten.»

Nach dem Crosslauf hiess es für die Gymnasiastin nicht etwa Beine hochlegen. Stattdessen ging es zum Reiten und in den Schiessstand. «Jedoch standen nur regenerative Einheiten an», so die Nidwaldnerin. Dass die Ausdauer in der Familie liegt, zeigten auch die jüngeren Schwestern von Anna Jurt. Flurina siegte in der Kategorie U16, während Katharina im selben Rennen Fünfte wurde. Marlena erreichte das Ziel ein Kategorie höher auf Rang vier.

Männer, 6000 m: 1. Neil Burton (Basel) 20:12. 3. Daniel Lustenberger (Horw) 20:32. 10. Matthias Schöpfer (Sempach) 21:18. 11. Roman Renner (Rotkreuz) 21:21. – Masters, 6000 m: 1. Xavier Moulin (Martigny) 22:07. 6. Alexander Kerber (Nidwalden) 23:32. 8. Marco Wipfli (Malters) 24:12. – Fun Cross, 3000 m: 1. Pedro Cardoso (Ruswil) 11:12. 2. Julian Gundi (Reussbühl) 11:31. 4. Tizian Demont (Luzern) 12:19.
U20. 6000 m: 1. Léon Dietrich (Belfaux) 21:03. 9. Sämi Duss (Sarnen) 21:47. – U18. 4000 m: 1. Abdi Salam Ali (Uster) 13:52. 4. Navid Kerber (Nidwalden) 14:00. 8. Tobias Renggli (Ebikon) 14:41. – U16. 3000 m: 1. Mickael Marti (Bienne) 11:04. 5. Florian Kalt (Hellbühl) 11:50. 6. Luca Moser (Emmenstrand) 11:51. 10. Jonas Müller (Sursee) 12:16. – X-Duathlon 6000 m: 1. Jari Claes (Unterseen) 20:42. 4. Fabian Stähli (Sempach) 23:33. 6. Marcel Villiger (Luzern) 24:37. 8. Frank Malter (Rotkreuz) 25:09.
Frauen, 6000 m: 1. Judith Wyder (Bern) 22:34. 2. Priska Auf der Maur (Basel) 23:36. 5. Myriam Keiser (Rotkreuz) 25:06. 6. Michèle Bucher (Luzern) 30:55. – 4000 m: 1. Kerstin Aebersold (Bern) 16:59. 2. Tanja Häfeli (Gettnau) 17:28. – Masters, 4000 m: 1. Simona Lazzeri (Gad Dongii) 17:25. 3. Silvia Buholzer (Schwarzenberg) 18:52. 4. Åsa Nyfeler (Luzern) 19:45. – Fun Cross, 3000 m: 1. Corinne Zeller (Uetendorf) 13:35. 2. Rita Schmidli (Ebikon) 15:25. 3. Margrit Bänziger (Ebikon) 15:46.
U18. 4000 m: 1. Joceline Wind (Biel) 15:45. 2. Anna Jurt (Nidwalden) 15:59. 6. Amy Leibundgut (Alpnach) 16:43. – 3000 m: 1. Livia Wespe (Eschenbach/Diemberg) 11:21. 4. Marlena Jurt (Nidwalden) 11:48. 18. Lieke Wehrung (Cham) 13:11. – U16. 3000 m: 1. Florina Jurt (Nidwalden) 12:01. 4. Fabienne Müller (Sursee) 12:15. 5. Katharina Jurt (Nidwalden) 12:17. – X-Duathlon 6000 m: 1. Anneke Hertig (Obernau) 26:29. 3. Véronique Durrer (Kerns) 28:18. Resultate unter: www.luzernercross.ch