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Die Rückkehr des Lido-Meistermachers

Vor 19 Jahren führte Ronald Agenor den TC Luzern Lido im NLA-Interclub zum ersten Meistertitel seiner Vereinsgeschichte. Am Samstag kehrte der frühere Weltklassespieler in Luzern auf den Tennisplatz zurück – als Gegner.
Albert Krütli

Im Jahr 2000 feierte der TC Luzern Lido seinen 100. Geburtstag, organisierte aus diesem Anlass das Finalturnier des NLA-Interclubs – und holte den ersten Meistertitel eines Zentralschweizer Clubs in der höchsten Spielklasse des Schweizer Tennis-Mannschaftswettbewerbs. Dieser Triumph hatte vor allem einen Namen: Ronald Agenor. Die Luzerner verpflichteten den damals 35-jährigen Profi aus Haiti, der 1989 beim French Open in Paris im Viertelfinal erst am späteren Sieger Michael Chang (USA) scheiterte, damit sein bestes Resultat auf der Tour einspielte und im gleichen Jahr bis auf Position 22 der Weltrangliste kletterte.

Spielwitz und Showtalent

Agenor, der das Lido-Team anführte, gewann beim 5:4-Finalsieg gegen Old Boys Basel sein Einzel gegen René Nicklisch und mit Jean-Claude Scherrer auch das Doppel gegen Nicklisch/Marco Chiudinelli. Der TC Luzern Lido liess sich die Verpflichtung von Agenor knapp 30 000 Franken kosten – und es zahlte sich aus. Mit seinem Spielwitz und Showtalent avancierte er zum Publikumsliebling und lockte an diesem Final-Wochenende 4000 Zuschauer auf die Lido-Anlage mit der proppenvollen Zusatztribüne. Nach dem Triumph bedankten sich die Fans mit einer nicht enden wollenden Standing Ovation bei Agenor und seiner Mannschaft.

Am vergangenen Samstag kehrte Ronald Agenor 19 Jahre nach diesem grossen Sieg zurück nach Luzern – im 45+ NLA-Team des TC Reinacherheide. Möglich machte das die Freundschaft eines Mitglieds des Reinacher Tennisklubs aus der Basel-Landschaft zum früheren Weltklassespieler, der jetzt als US-amerikanischer Staatsbürger in Miami lebt. Agenor genoss das Wiedersehen sichtlich – ein lockerer Spruch hier, eines der vielen Selfies da: der jetzt 54-Jährige war wieder in seinem Element.

Ein Highlight für Martin Arnet und Roger Erni

Lidos Nummer 1 Martin Arnet (R2) hatte schliesslich die Ehre, das Einzel gegen den ehemaligen Lido-Meistermacher zu bestreiten. Agenor (ebenfalls R2) konnte sein immer noch sehenswertes Tennis aber nur kurz demonstrieren: Nach drei Games zwang ihn eine Beinverletzung zur Aufgabe. «Schade, ich hätte die Partie gegen diesen Ausnahmekönner gerne zu Ende gespielt», sagte Arnet, der Luzern Lido damals zum NLA-Aufstieg verhalf, danach aber im Meisterjahr besser Klassierten seinen Platz überlassen musste. Immerhin: Arnet kam zusammen mit Roger Erni, dem früheren NLA-Fussballer des SC Kriens, dann doch noch zu seinem Highlight – und das Duo bezwang Agenor/Lang mit 7:5, 7:5. «Ein einmaliges Erlebnis, gegen einen früheren Weltklassespieler antreten zu dürfen», schwärmte Erni danach. Und Agenor bedankte sich artig beim Gastgeber: «Es war wirklich toll, nochmals im Lido zu spielen. Ich habe mich hier wieder so wohl gefühlt wie früher.»

Der TC Luzern Lido siegte schliesslich 7:0. Wenn die Mannschaft von Captain Elmar Auf der Maur im Nachtragsspiel vom Auffahrtsdonnerstag (11.00 Uhr) zu Hause gegen den letztjährigen Meister Chiasso mindestens zwei Punkte holt, steht sie im Halbfinal – und kann vielleicht einen weiteren Lido-Meistertitel feiern. Wie vor 19 Jahren Ronald Agenor mit Jean-Claude Scherrer, Christian Dillschneider, Armando Brunold, Roland Burtscher, Alain Dedial, Julian Knowle, Coach Freddy Blatter – und allen Zentralschweizer Tennisfans.

45+, NLA, Männer, Gruppe 2, 3. Runde: Luzern Lido – Reinacherheide 7:0. Chiasso – Uster 5:2. – Rangliste: 1. Uster 3/11. 2. Luzern Lido 2/10. 3. Chiasso 2/9. 4. Reinacherheide 3/5. – Nachtragsspiel: Luzern Lido – Chiasso (Donnerstag, 11.00 Uhr).

Luzern Lido – Reinacherheide 7:0

Martin Arnet (R2) s. Ronald Agenor (R2) 2:1 wo. Roger Erni (R3) s. Andreas Lindner (R2) 4:6, 6:4, 6:4. Thomas Stähelin (R3) s. Xavier Marco 3:2 wo. Philipp Gloggner (R4) s. Mattias Folkesson (R5) 7:6, 6:3. Henning Kloss (R4) s. Theo Lang (R5) 6:1, 6:1. Arnet/Erni s. Agenor/Lang 7:5, 7:5. Stähelin/Kloss s. Lindner/Folkesson 3:6, 6:4, 10:4.

Gruppe 2 (alle 3 Spiele): 1. Seeblick ZH 16. 2. Sissach 15. 3. Préverenges 11. 4. Visp 0.

Modus: Die ersten beiden Teams pro Gruppe nach 3 Runden spielen um den Meistertitel, die letzten beiden Teams gegen den Abstieg.

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