Die Schattdorfer Fussballer trotzen dem Sturm

Der Luzerner SC verliert nach der 1:3-Niederlage gegen die Urner den Anschluss zur Spitze in der 2. Liga regional.

René Barmettler
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Bei der Wahl des Stilmittels gab sich der FC Schattdorf nicht immer wählerisch. Falls nötig wurde rustikal abgewehrt. Derweil flogen die Bälle hoch in den einbrechenden Nachthimmel, aber nicht immer ins Niemandsland. In der 91. Minute traf Pascal Baumann in hohem Bogen ins verwaiste Tor des Luzerner SC zum 3:1. Und belohnte so sein Team für einen aufopfernden Kampf.

Schattdorfs Samuel Wirth (links) spediert vor dem Luzerner Emanuell Sakica den Ball weg.

Schattdorfs Samuel Wirth (links) spediert vor dem Luzerner Emanuell Sakica den Ball weg.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 3. Oktober 2020)

Die Urner erwiesen sich als äusserst sturmerprobt. Sie hatten nach der Sturmnacht vom Freitag auf den Samstag wegen der überfluteten A2 einen Umweg über Schwyz zu erdulden. «Kein Problem für mein Team», sagte Schattdorfs Trainer David Cos Gayon, «wir finden immer eine Lösung.» Er hatte gut lachen, denn die Anreise des in Malters wohnhaften und ehemaligen Betreuers des Team Rontal Junioren B war kurz. Mit «immer eine Lösung finden» nahm er selbstredend auch Bezug auf die soeben abgelaufenen 94 Spielminuten. Die Sturmphase des LSC zu Beginn der Partie hatte die zurzeit beste Urner Mannschaft mit kollektiver Kampfkraft, aber auch mit einer gehörigen Portion Glück schadlos überstanden. Sie schöpfte mit Fortdauer der Partie immer mehr Mut, nahm auch auf das Spielgeschehen mehr Einfluss.

Der Luzerner SC schwächt sich durch Platzverweise

Das 1:0 in der 17. Minute durch Patrik Stampfli war da sicher hilfreich. Und hätte in der 34. Minute Jonathan Schürpf die Führung ausgebaut, wäre das zu diesem Zeitpunkt entgegen dem Spielverlauf gewesen. Der Luzerner SC verpasste es, seine gut herausgespielten Chancen zu nutzen. Als eine weitere in der 55. Minute ungenutzt blieb, erahnten die Heimfans, dass wohl an diesem Abend nichts mehr zu gewinnen ist. Das 2:0 (74.) durch den eingewechselten Ramon Scheiber in diesem intensiv geführten 2.-Liga-Duell war dann auch die Vorentscheidung. Daran änderte sich auch am Weitschusstor zum 1:2 (84.) durch Ivan Amin Abu Ghannam gegen diese selbstbewussten Schattdorfer nichts mehr. Mit diesem Sieg wahrten die Urner den Anschluss an das Seetaler Spitzenduo aus Hochdorf (1.) und Eschenbach (2.). «Das ist ein spezieller Sieg gegen einen technisch starken LSC. Doch am Ende haben wir alles richtig gemacht», sagte Cos Gayon. Zufrieden nahm er zur Kenntnis, dass seine Schattdorfer im Vergleich zur abgebrochenen Saison 2019/20 defensiv stabiler geworden sind, «und auch offensiv können wir unser Potenzial besser ausschöpfen». Überbewerten möchte er die gegenwärtige Situation indes nicht. «Diese 2. Liga regional ist so spannend und ausgeglichen: Deshalb entscheidet oft das Mentale.»

Für den Luzerner SC war die bereits vierte Saisonniederlage denn auch nicht gerade Balsam auf die Seele. Trainer Pren Spaqi: «Im Moment sind wir nicht besser als Durchschnitt. Schattdorf hat bewiesen, dass der Kampfgeist das ‹A und O› ist, da müssen wir wieder hinfinden.» Wenig hilfreich um erfolgreich zu sein, sind die Platzverweise, die sich einige Spieler bereits eingehandelt haben. Beim LSC fühlt man sich nicht immer gerecht behandelt und wird sogar als Zielscheibe wahrgenommen. Wie dem auch sei, auch in dieser Saison ist der Stadtluzerner Traditionsclub unangefochten an der Spitze bei den Strafpunkten. Spaqi: «Diesem Problem müssen wir uns stellen, Spieler haben sich nicht korrekt verhalten. Das ist auch mühsam für den Trainer.» Ihm fehlen aus diesem Grund wichtige Spieler. Spieler, die mithelfen sollten, um auch sportlich ganz vorne mitspielen zu können. Der Luzerner SC im Gegenwind: Ob er auch so sturmerprobt ist wie die Schattdorfer, wird sich herausstellen.