Die Spätberufene Mara Frey lässt sich nicht entmutigen

Die Luzernerin Mara Frey beendet die U18-Eishockey-Weltmeisterschaft mit dem Ligaerhalt.

Daniel Monnin
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Mara Frey (rechts) mit U18-Nationalcoach Florence Schelling im WM-Stadion von Bratislava.

Mara Frey (rechts) mit U18-Nationalcoach Florence Schelling im WM-Stadion von Bratislava.

PD

«Ich bin ein Spätzünder», sagt Mara Frey und sogleich korrigiert: «Wohl eher eine Spätberufene.» Das war vor ein paar Wochen, als sie das definitive Aufgebot für die U18-WM erhalten hatte. «Meine erste und zugleich letzte, deshalb Spätberufene.»

In der Tat ist die Seetalerin in den letzten Jahren nicht etwa durch das Scouting-Radar gefallen, nein, man hatte sie ganz einfach als zu leicht eingestuft und nach ihren Jahren in der U16 mehr oder minder links liegen gelassen. Das habe sie gewurmt, sagt sie, «aber nicht entmutigt».

Wechsel zu Langenthal hat sich gelohnt

Sie schloss sich neben den Seetaler Junioren dem Reinacher Frauen-Team an, kam zu ersten Einsätzen in der obersten Spielklasse, wurde dann aber «in die B-Liga zu Langenthal abgeschoben». Sie sei vorerst nicht damit klargekommen, «doch eigentlich war dieser Schritt zurück das Beste, was mir passieren konnte», blickt sie zurück. «Ich habe in Langenthal mehr Verantwortung übernehmen können, mehr Eiszeit erhalten und das hat sich in einem Leistungsschub ausgewirkt, auf den ich stolz bin.» Und ihr auch den Weg ins U18-Nationalteam geebnet. Die Erfahrungen, die sie Ende Dezember an der U18-Top-Division-WM in Bratislava gemacht hat, möchte sie nicht missen. Mit dem Ligaerhalt und drei Siegen in fünf Spielen hat das Schweizer Team von Headcoach Florence Schelling das ­erklärte Ziel erreicht. Man sei nach dem Auftaktsieg gegen Tschechien (2:1 nach Verlängerung) einer erneuten Viertel­finalqualifikation – vor einem Jahr erreichte das Schweizer Team in der 13-jährigen Geschichte der U18-WM erstmals die Runde der letzten acht – «sehr nahe gewesen. Uns fehlte allerdings in den entscheidenden Augenblicken auch ein wenig das nötige Glück und das entsprechende Durchsetzungsvermögen.» In 18,5 Minuten Überzahl gelang den Schweizerinnen gegen die Slowakei (2:3 n. V.) und Schweden (0:2) kein einziger Treffer. Dies änderte sich in den beiden Relegationsspielen gegen die Slowakei: «Plötzlich lief alles wie am Schnürchen und wir haben drei unserer sechs Tore im Powerplay erzielen können.»

Frey lobte nach dem Ligaerhalt vor allem den Teamzusammenhalt: «Wir waren nach den beiden Niederlagen in den Gruppenspielen und der verpassten Viertelfinalqualifikation enttäuscht, aber wir haben uns nicht von unserem Weg abbringen lassen.» Die beiden Erfolge in der Relegation bezeichnete sie als «Siege des ganzen Teams».

Nun soll es auch noch mit dem Aufstieg klappen

Mit einem Erfolg im Gepäck ist Frey Anfang Januar ins normale Leben zurückgekehrt, an die Sportschule Alpenquai in Luzern und ins Training mit ihrem Club Langenthal. Am kommenden Wochenende geht es in der Meisterschaft der SWHL B in die entscheidende Phase. Zwar steht der souveräne Leader Langenthal längst als Playoff-Teilnehmer und Qualifikationssieger fest – drei Spiele vor Schluss beträgt der Vorsprung auf das zweitplatzierte Brandis neun Punkte –, doch auf wen Frey und ihre Kolleginnen im Playoff-Viertelfinal treffen werden, ist noch nicht klar. Zur Auswahl stehen Wil und Zunzgen-Sissach, die sich um den letzten Playoff-Platz duellieren. Das Ziel ist seit Saisonbeginn klar formuliert: Langenthal will nicht nur die B-Meisterschaft gewinnen, sondern in den Aufstiegsspielen auch den Letzten der Women’s League besiegen und aufsteigen.

Auch persönlich hat Mara Frey klare Vorstellungen, wie es mit Karriere und Beruf nach der Matura in zwei Jahren weitergehen soll: «Ich möchte Medizin studieren», sagt sie. «Ich finde es zwar schön für jede Karriere, einmal im Ausland spielen zu können, aber wir haben auch in der Schweiz eine gute Meisterschaft und ich sehe keinen Grund, warum ich es nicht auch in der Schweiz mit guten Leistungen in die A-Nationalmannschaft schaffen soll.»