Die Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen ignorieren das «Verbot» zu verlieren

Die Sarner verpassen den frühzeitigen Ligaerhalt deutlich. Die Playout-Serie gegen Uster geht 0:4 verloren.

Melk von Flüe
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Jonas Höltschi, der einzige Sarner Torschütze, versucht hier Usters Timon Stäubli (rechts) zu stoppen.

Jonas Höltschi, der einzige Sarner Torschütze, versucht hier Usters Timon Stäubli (rechts) zu stoppen.

Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 7. März 2020)

«Verlieren verboten» lautete der Titel im Matchprogramm zum Spiel Ad Astra Sarnen gegen den UHC Uster. Die Aufforderung richtete sich an die Obwaldner, die in der Playout-Serie bereits mit 0:3 im Rückstand lagen. Doch sie hielten sich nicht an das «Verbot»: Anders als in den drei vorangegangenen Partien war das Team von Eetu Vehanen im Spiel 4 gegen Uster chancenlos und unterlag deutlich mit 1:7. Während die Zürcher in der Sarner Dreifachhalle verdientermassen den Klassenerhalt feierten, zogen die Sarner Spieler mit hängenden Köpfen von dannen  – im Wissen, dass ihr Kampf gegen den Abstieg aus der NLA um ein letztes Kapitel erweitert wird.

«Wir müssen nun den Kopf lüften und die Zeit bis zum nächsten Spiel sinnvoll nutzen», sagte Ad-Astra-Verteidiger Jonas Höltschi nach der 1:7-Niederlage. Ihm war es vergönnt, in der 39. Minute das Ehrentor zum zwischenzeitlichen 1:4 zu erzielen. Es dauerte lange, zu lange, bis sein Team offensiv zu Zählbarem kam. In den ersten drei Spielen der Serie gegen Uster war Ad Astra stets 1:0 in Führung gegangen, hatte früh im Spiel das erste Erfolgserlebnis. Nicht so am Samstagabend. Es helfe, wenn man früh ein Tor erzielen könne, erklärte Höltschi. «Doch diesmal dauerte es lange, bis einer rein gefallen ist.» Er wähle diese Worte bewusst, denn sein eher harmloser Schuss fiel wirklich quasi rein. Uster-Goalie Feiner machte beim einzigen Gegentreffer keine gute Figur. Davon abgesehen verbrachte er aber einen ziemlich stressfreien Abend. «Wir haben viel zu selten den Abschluss gesucht», erkannte Jonas Höltschi. Ad Astras Offensive kam überhaupt nicht auf Touren, sodass Uster nie in Gefahr geriet, das Spiel noch aus der Hand zu geben.

Achte Niederlage in Folge

Ein Aufbäumen wie in Spiel 3, als die Sarner sich von einem 1:5-Rückstand zurückkämpften und erst in der Verlängerung mit 6:7 verloren, war nicht zu sehen. Wenig verwunderlich kam in der gut gefüllten Dreifachhalle auch keine Stimmung auf, die das Team hätte mitreissen können. Dabei hatte Trainer Eetu Vehanen nach Spiel 3 gesagt, dass sein Team genau diese Emotionen brauche, um erfolgreich zu sein.

Die Playout-Serie gegen Uster endete aber auf dem schnellsten Weg – mit 0:4 aus Sicht der Obwaldner. Ein schlechter Ertrag, denkt man an die guten Leistungen in den ersten drei Partien zurück. Doch Jonas Höltschi brachte es auf den Punkt: «In den Playouts zählt nur der Sieg.» Mittlerweile hat Ad Astra bereits acht Spiele in Folge verloren, keine guten Vorzeichen für den weiteren Verlauf der Saison.

Die erste Chance auf den Ligaerhalt hat Sarnen somit liegen gelassen. Die zweite und letzte Gelegenheit, den sofortigen Wiederabstieg in die NLB zu verhindern, bieten die Auf-/Abstieg-Playoffs NLA/NLB. Dort trifft Ad Astra ab dem Wochenende vom 21./22. März in einer Best-of-7-Serie auf das beste NLB-Team, das sich noch im Rennen um den Aufstieg befindet. Wahrscheinlich ist, dass dies NLB-Qualisieger Basel Regio sein dürfte. Egal wer es sein wird, Jonas Höltschi weiss: «Wir werden auf ein Team treffen, das einen Lauf hat. Der Auftakt in diese Serie wird enorm wichtig sein.» Gleich mit einem Sieg in die Serie zu starten, täte der Moral der Sarner sehr gut. Es würde die so wichtigen positiven Emotionen zurückbringen – auch beim treuen Obwaldner Publikum.

Mehr als drei Mal zu verlieren ist jetzt verboten

Noch ist dieses trotz Corona-Virus-Gefahr in voller Anzahl zugelassen. Jonas Höltschi will gar nicht daran denken, wie es wäre, vor leeren Rängen zu spielen. «Auch wenn wir gegen den Abstieg spielen müssen, ist jetzt die coolste Zeit der Saison. Diese ohne Zuschauer zu bestreiten, wäre trostlos und würde viel vom Reiz des Sports nehmen.» Die Entwicklung betreffend Corona-Virus, aber auch betreffend der sportlichen Zukunft Ad Astras, ist nicht vorhersehbar. Die Auf-/Abstieg-Playoffs werden den Obwaldnern alles abverlangen. Die Devise lautet nun: «Mehr als dreimal verlieren verboten!»

Sarnen – Uster 1:7 (0:2, 1:2, 0:3)
Dreifachhalle. – 450 Zuschauer. – SR Röder/Anderegg.
Tore: 8. Hurni (Juhola) 0:1. 11. Stäubli (Juhola) 0:2. 22. Stäubli (Juhola) 0:3. 31. Steiger 0:4. 39. Höltschi (Marco Schöni) 1:4. 51. Suter 1:5. 55. Suter (Klauenbösch/ins leere Tor) 1:6. 59. Urner (Juhola/ins leere Tor) 1:7.
Strafen: je 1-mal 2 Minuten.
Ad Astra Sarnen: Amrein; Höltschi, Berchtold; Markström, Kunelius; Läubli, Kramelhofer; Marco Schöni, Roman Schöni, Liikanen; Savinainen, Cornel von Wyl, Basil von Wyl; Dubacher, Jonas von Wyl, Furrer; Durot.
Bemerkungen: 55. Timeout Sarnen, danach mehrheitlich ohne Torhüter. Ad Astra ohne Britschgi, Bitterli, Boschung und Gnos (alle Ersatz).