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Die «Wand» und der «Techniker»

Die Brüder Manuel (27) und Martin Greder (24) haben beim Luzerner SC eine Führungsrolle im Landhockey-Team inne. Am Wochenende streben sie auf dem heimischen Utenberg nach dem ersten Meistertitel seit elf Jahren.
Stephan Santschi
Haben das Landhockey-Gen vom Vater geerbt: Martin (links) und Manuel Greder aus Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 7. Juni 2018))

Haben das Landhockey-Gen vom Vater geerbt: Martin (links) und Manuel Greder aus Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 7. Juni 2018))

«Ich bin überzeugt, dass wir Servette Genf im Halbfinal schlagen können. Und in einem Endspiel ist alles möglich», sagt Martin Greder. «Wir haben die Reife für den Titel», findet sein Bruder Manuel. Vor dem NLA-Finalturnier im Landhockey, das am kommenden Wochenende auf dem Luzerner Utenberg ausgetragen wird, strotzen die beiden Führungsspieler des Luzerner SC nur so vor Selbstvertrauen. Eigentlich ist ja RW Wettingen der Favorit, die Aargauer dominieren die Schweizer Szene seit vielen Jahren. Die Luzerner spielten aber eine derart starke Rückrunde, dass sie sich nicht mehr nur als kleiner Aussenseiter sehen. «Wir haben Wettingen in dieser Saison auch schon schlagen können», sagt Manuel Greder. Für den LSC wäre es der erste Meistertitel auf Kunstrasen seit dem Jahr 2007.

Dass sich die Luzerner in diese formidable Ausgangslage haben spielen können, ist zu einem wichtigen Teil auf die Gebrüder Greder zurückzuführen. In einem Team, das vor drei Jahren stark verjüngt worden ist und das letzte Saison sogar gegen den Abstieg gespielt hat, übernehmen die beiden eine Leaderrolle. Manuel Greder, 27 Jahre alt und Medizintechniker von Beruf, spielt als rechter Aussenverteidiger und übernimmt aufgrund des Fehlens eines Cheftrainers auch die Hauptverantwortung im Coaching. Martin, 24-jährig und gelernter Schreiner, ist Innenverteidiger und gilt als strategischer Kopf des Teams. Er ist zudem Stammspieler im Schweizer Nationalteam, das im Februar an der Hallen-WM dem Gastgeber und späteren Finalisten Deutschland im Viertelfinal mit 0:3 unterlegen war. «Etwas Tolleres habe ich noch nicht erlebt. Viel Publikum sind wir uns nicht gewohnt, in Berlin spielten wir aber vor über 10 000 Zuschauern», schwärmt Martin.

Gemeinsam halten sie die Abwehr zusammen

Seit dem Kleinkind-Alter frönen sie dem Hockey, weil ihr Vater es bereits spielte und weil später auch die Mutter im Verein eine Rolle als Trainerin übernahm. «Wir harmonieren sehr gut», sagt Manuel, um schmunzelnd anzufügen: «Natürlich geraten wir uns auch manchmal in die Haare. Doch das liegt wohl eher daran, dass wir Brüder sind.» So stark sie sich in ihrer Liebe für den Sport und den Verein ähneln, so unterschiedlich kommen die beiden Stadtluzerner auf dem Platz daher. Während Spielertrainer Manuel durch seine Physis besticht, zeichnet sich Martin als Techniker aus. «Manuel ist eine Wand, sehr schnell und eine Autoritätsperson auf dem Spielfeld», sagt Martin über seinen Bruder Manuel. Der gibt die Lorbeeren zurück und hält fest: «Martin ist äusserst ballsicher und kann das Spiel bestens lesen.» Gemeinsam sind sie hauptverantwortlich für die stabile Luzerner Defensive. Das Toreverhindern fällt den Luzernern dabei leichter, als selber welche zu erzielen. «Kämpferisch und läuferisch sind wir stark», sagt Martin Greder.

Eine Vorgehensweise, die der Mannschaft zuletzt viel Erfolg bescherte. In der Rückrunde gewann sie sechs von sieben Partien, selbst Titelverteidiger Wettingen verlor in Luzern mit 0:1. Lediglich in Genf musste sie sich nach Penaltyschiessen geschlagen geben. Die Qualifikationsphase beendeten die Luzerner auf dem starken zweiten Platz. Dabei haben sie ihre Stärken eher in der Halle. Im Gegensatz zum Landhockey auf Kunstrasen mit elf Spielern pro Team, bestehen die Indoor-Teams nur aus sechs Akteuren. «Das Spiel in der Halle ist schneller und intensiver», erklärt Manuel. Das komme ihren Qualitäten eher entgegen. Zwischen 2006 und 2012 wurde der LSC sieben Mal Hallenmeister in Serie, zehn Mal insgesamt. Auf dem Feld ergatterten sie bisher zwei Mal die Goldmedaille, letztmals 2007.

Am Wochenende könnten die Stadtluzerner also Historisches schaffen. Am Samstag treffen sie auf den Qualifikationsdritten Servette, am Sonntag würde es wohl zum Final gegen den grossen Rivalen aus Wettingen kommen. «Wir befinden uns mit ihnen auf Augenhöhe», betont Manuel Greder.

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