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Die Willisauer Ringer stehen mit einem Bein im Final

Die Willisauer Ringer gewinnen den Halbfinal-Hinkampf in Einsiedeln überaus deutlich 25:12.

Simon Gerber
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Der Willisauer Stefan Reichmuth (rot) ist ein fester Wert. (Bild: Philipp Schmidli, Willisau, 22. Dezember 2018)

Der Willisauer Stefan Reichmuth (rot) ist ein fester Wert. (Bild: Philipp Schmidli, Willisau, 22. Dezember 2018)

Seit drei Jahren weht in der Ringerriege Einsiedeln ein frischer Wind. Unter Urs Bürgler, dem Cheftrainer und zweifachen Olympiateilnehmer im Ringen, mauserten sich die Schwyzer zu einem ernstzunehmenden Gegner. Wie die Vergangenheit zeigt, tanzt Einsiedeln am liebsten den Willisau Lions frech auf der Nase herum. Vor ziemlich genau einem Jahr gewannen die Schwyzer das erste Halbfinalduell gegen den Rekordmeister mit 21:17. Im Rückkampf verpassten sie die erstmalige Finalteilnahme gegen die Luzerner nur gerade um einen winzigen Punkt. Heuer knöpfte Einsiedeln in der Qualifikationsphase dem Topfavoriten als einzige Mannschaft mit dem 19:19 einen Punkt ab. Wer im ersten Halbfinal wieder ein Spektakel der beiden Teams auf Augenhöhe erwartete, der wurde enttäuscht. Die Lions überliessen dem Gegner diesmal nur die Brosamen. In den beiden schwersten Gewichtskategorien überzeugten die Luzerner Hinterländer. Delian Alishahi punktete mit seiner starken Bodentechnik den zehn Kilogramm schwereren Boris Illenseer aus.

Stefan Reichmuth, der Bronzemedaillengewinner an den diesjährigen WM, blieb seinem Ruf nichts schuldig. Er dominierte das Duell gegen Sven Neyer mit schnellen Beinangriffen deutlich, gab allerdings nach einem Konter zwei Punkte ab. Viel Szenenapplaus erhielt Timon Zeder für seine überragende Leistung gegen Lars Neyer. Nach den ersten fünf Mattenduellen führte der Rekordmeister mit 13:6. Einziger Lichtblick der Gastgeber war Kay Neyer, der seinen Gegner Pascal Mühlemann in der leichtesten Gewichtsklasse von der Matte fegte.

Einsiedeln fehlen einige Leistungsträger

Nach der Pause sorgten auch die Jungen für die Musik. Das bärenstarke Brüderduo Tobias und Michael Portmann fuhr mit ihrer stets hohen Leistungsbereitschaft weitere zwei überlegene Erfolge ein. Mit einer technisch feinen Klinge am Boden liess Roger Heiniger dem offensiv kämpfenden Kontrahenten Jan Neyer keinen Spielraum und siegte deutlich. Als klarer Chef auf der Matte behauptete sich der Routinier Jonas Bossert gegen den unbequemen Matthias Käser. Mit einem so deutlichen 25:12-Triumph hat Thomas Bucheli, Cheftrainer von Willisau Lions, nicht gerechnet. «In einem Halbfinal sind die Teams meistens bis in die Haarspitzen motiviert. Bei unserem Gegner fehlten allerdings verschiedene Leistungsträger. Mit acht von zehn möglichen Siegen setzten wir ein deutliches Zeichen und sind mit dieser Leistung mit einem Bein im Final. Für uns ist wirklich alles optimal aufgegangen. Auch die knapp kalkulierten Duelle kippten noch auf unsere Seite», freut sich Bucheli. Dem Rückkampf sehe er mit grosser Zuversicht entgegen. «Alle Athleten sind fit und auf einem guten Niveau. Dank dem breiten und grossen Kader sind wir sehr gut positioniert», hält der Erfolgstrainer fest. Tatsächlich dürfte es für Einsiedeln praktisch ein Ding der Unmöglichkeit sein, das Blatt noch zu wenden.

Ringen, NLA-Männer

Halbfinals, Hinkämpfe: Einsiedeln – Willisau 12:25. Freiamt – Kriessern 19:17.