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Andrin Züllig ist die Zuger Tennis-Nummer 1

Andrin Züllig ist in diesem Jahr in die N-Klasse aufgestiegen und gehört damit zu den 150 besten Schweizer Spielern. Seine Zukunft sieht der 17-jährige Baarer in Amerika.
Albert Krütli
Im Schweizer Ranking von Position 176 auf 122: Andrin Züllig. Bild: Maria Schmid (Zug, 29. Juni 2019)

Im Schweizer Ranking von Position 176 auf 122: Andrin Züllig. Bild: Maria Schmid (Zug, 29. Juni 2019)

«Ich bin eigentlich ein Spätzünder», sagt Andrin Züllig über sich selber, «denn ich habe erst vor vier Jahren richtig auf den Sport gesetzt.» Seither ging es aber zügig voran, der Zuger verbesserte sein Ranking stetig mit dem Höhepunkt in diesem Frühling. In der halbjährlich erstellten Klassierungsliste von Swiss Tennis erschien er erstmals in der N-Klasse, dem erlauchten Kreis der 150 besten Schweizer Tennisspieler. Züllig stiess von Rang 176 auf Position 122 vor und sorgte damit zusammen mit dem Rotkreuzer Manuel Bernhard (von 167 auf 135) dafür, dass die Regionalvereinigung Zug Tennis wieder Spieler der nationalen Spitze (N1 bis N4) in ihren Reihen hat.

Andrin Züllig besucht das Sportgymnasium in Kreuzlingen und trainiert im Tennis Team der NET, der Nationalen Elitesportschule Thurgau. Pro Woche stehen 13 Stunden Tennis und vier Stunden Kondition auf dem Programm. Dieser Wegzug war zwingend, weil es im Kanton Zug für Tennistalente kein vergleichbares Angebot gibt. Neben Schule und Training kommen die Turniere dazu, nationale und internationale, diese aus finanziellen Gründen allerdings nur in der näheren Umgebung. Mit seinen 17 Jahren ist er die Nummer 1 im Kanton Zug, die Nummer 5 in der Zentralschweiz, die Nummer 8 der Schweiz in seinem Jahrgang 2001 – und er ist Teamleader der NLC-Mannschaft des TC Zug. In dieser Interclub-Saison hat Züllig drei seiner vier Einzel für sich entschieden und dafür gesorgt, dass die Zuger die NLC-Klasse problemlos halten konnten. Auf das alles ist er zu Recht stolz. «Besonders gefreut hat mich die Achtelfinal-Qualifikation bei den Schweizer U18-Indoor-Meisterschaften in Kriens», ergänzt Züllig, der mit seiner Statur (174 cm gross, 65 kg schwer) stark an den belgischen Weltklassespieler David Goffin erinnert.

Konstanz und Kampfgeist

Andrin Züllig will mit hartem Training und starkem Willen seinen Aufstieg fortsetzen. Das Spiel des Linkshänders basiert auf seiner schnellen Vorhand, mit der er häufig punktet. Verbesserungspotenzial sieht er vor allem beim Service. «Daran arbeite ich momentan intensiv», sagt der Zentralschweizer, der neben der Vorhand seine Konstanz und den Kampfgeist bis zum Schluss als seine Stärken bezeichnet. In zwei Jahren will er seine Matura in der Tasche haben und dann soll es ab nach Übersee gehen. «Vor allem die Naturwissenschaften interessieren mich. Deshalb möchte ich in den USA in einem College-Team Unterschlupf finden und damit Ausbildung und Sport unter einen Hut bringen», verrät Züllig seine Zukunftspläne.

Der intelligente junge Mann ist sich bewusst, dass er auf diesem Weg auch immer wieder Niederlagen wird wegstecken müssen. So wie zuletzt am Samstag bei den 40. Zuger Kantonalmeisterschaften. Gleich bei seinem ersten Einsatz scheiterte der topgesetzte Andrin Züllig mit 6:2, 3:6, 6:7 (5:7) an Gordon Van de Sande (R3, TC Hünenberg). Der 47-jährige Holländer, der frühere Spitzenjunior in seinem Land, ist allerdings stark unterklassiert. Zudem bereitete Züllig eine Entzündung am Schlagarm mehr Probleme, als ihm lieb war. Aufgeben war für den jungen Zuger aber keine Option, er kämpfte sich bei brütender Hitze durch.

Diesen Kampfgeist, den «Fighting Spirit», wird Andrin Züllig in seiner Karriere weiterhin brauchen – vor allem auch später, in Amerika.

Ein alter Bekannter und eine Familienangelegenheit an den Zuger Meisterschaften

Thomas Schweizer und Corinne Erni setzten sich in den Hauptkategorien der 40. Zuger Kantonalmeisterschaften durch. Aufgrund der Setzliste war der Ausgang des Finals in der «Königsklasse» eine Überraschung, und mindestens resultatmässig war der 6:0, 6:3-Erfolg von Thomas Schweizer gegen Vorjahreschampion Manuel Bernhard auch eine solche. Schweizer, langjähriger Interclub-Spieler im TC Allmend Luzern und nun wieder in seinen Stammlanden am Bielersee tätig, ist aber ein alter Bekannter und treuer Gast in Zug und hatte den Titel bereits mehrfach gewonnen. Die grösste Überraschung hatte sich bereits im Startspiel zugetragen. Gordon van de Sande, nur R3 klassiert, spielte seine gesamte Routine gegen Junior Andrin Züllig aus und holte sich gegen den topgesetzten N4-Spieler ein unerwartetes Resultat. Ein Punkt fehlte Riedo Bei den Frauen musste der Rechenschieber bemüht werden, nachdem Corinne Erni im letzten Match in drei Sätzen der Juniorin Sara Radojevic (TC Allmend Zug) unterlegen war. Erni, Radojevic und Jeannine Riedo führten die Fünfer-Gruppe allesamt mit drei Siegen aus vier Partien an, und letztlich entschied das Satz- und Gameverhältnis zugunsten der routinierten Spielerin, die unlängst als Captain den TC Allmend Luzern zum Klassenerhalt in der Nationalliga B geführt hatte. Etwas ärgern musste sich Jeannine Riedo. Die Spielerin aus Unterägeri hatte im zweiten Satz beim Stande von 5:3 gegen Erni Satzball gehabt, und wenn sie diesen hätte nutzen können, hätte sie das mathematische Spiel um eine weitere Rechnungseinheit erweitert. So konnte am Sonntagabend der Champagner in der Luzerner Agglomeration gekühlt werden. Ebenso wie Erni setzte sich bei den Senioren ihr Ehemann Roger durch. Der ehemalige NLA-Fussballer des SC Kriens wurde seiner Favoritenrolle als Turniernummer 1 souverän gerecht, seinem Offensivspiel war kein Kontrahent gewachsen. Erni jongliert derzeit ebenso erfolgreich zwischen zwei Leidenschaften wie früher mit dem Fussball: Im Tennis ist er so stark wie noch selten, im September erlebt seine politische Karriere als höchster Krienser einen vorläufigen Höhepunkt. In 15 Kategorien wurde zwischen Donnerstag und Sonntag gespielt, gleich dreimal setzten sich bekannte Zuger Routiniers durch. Der Baarer Sepp Iten holte den Titel bei den über 65-Jährigen mit einem klaren Finalsieg, sein Meisterstück hatte der langjährige und umsichtige Mitorganisator im Halbfinal mit einem 12:10 im Champions-Tiebreak gegen Josef Küchler gemacht. Bei den über 75-Jährigen gewann Erwin Flütsch alle Gruppenspiele. Der Seniorenverantwortliche der Regionalvereinigung Zug Tennis ging also mit gutem Beispiel voran und legte die Messlatte hoch. Bei den über 55-jährigen Frauen fügte Sonja Meyer ihrem beeindruckenden Palmarès einen weiteren Erfolg hinzu. Im Endspiel liess sie Vanessa Kelly keine Chance.
Marco Keller

40. Zuger Kantonale Meisterschaften auf den Anlagen von Zug, Baar, Zug Allmend, Hünenberg und Steinhausen. Männer, N4/R5, Viertelfinals: Gordon van de Sande (R3, Hünenberg) s. Andrin Züllig (N4.122, Zug) 2:6, 6:3, 7:6. Thomas Schweizer (R2, Allmend Luzern) s. Andreas Lindner (R2, Allmend Zug) 6:1, 6:1. Moritz Bernhoerster (R1, Zug) s. Thomas Stähelin (R3, Luzern Lido) w.o. Manuel Bernhard (N4.135, Risch-Rotkreuz) s. Selim Ardüser (R4, Zug) 6:2, 6:1. – Halbfinals: Schweizer s. van de Sande 6:1, 6:3. Bernhard s. Bernhoerster 1:6, 6:3, 6:3. – Final: Schweizer s. Bernhard 6:0, 6:3. R5/R7, Halbfinals: Mike Giger (R5, Luzern Lido) s. Timo Baumann (R7, Baar) 7:5, 6:2. Ivan Burnac (R5, Viscosuisse-Emmen) s. Dominik Schibig (R5, Küssnacht) 7:6, 6:1. – Final: Giger s. Burnac 6:3, 6:3. R7/R9, Halbfinals: Miroslav Wagenhofer (R8) s. Christian Barun (R7, Ebikon Schindler) 6:4, 6:0. Emmanuel Gogow (R7, Baar) s. Lukas Henzi (R9, Luzern Lido) 6:2, 6:0. – Final: Wagenhofer s. Gogow 6:1, 6:7, 6:2. 35+. R7/R9, Gruppenspiele, Sieger: Dimitrij Derkac (R7, Zug). – 45+, R3/R7. Final: Roger Erni (R3, Horw) s. Paul Indra (R5, Hünenberg) 6:0, 6:0. – 45+, R7/R9, Final: Marcel Sommer (R7, Cham) s. Gürkan Demircan (R7, Allmend Zug) 6:1, 6:1. – 55+, R3/R7, Final: Johannes Irgens (R5, Zug) – Markus Konrad (R5, Küssnacht) noch ausstehend. – 55+, R7/R9, Final: Dieter Popp (R7, Zug) s. Arno Ardüser (R7, Zug) 6:0, 6:2. – 65+, R7/R9, Final: Josef Iten (R7, Baar) s. Erwin Schantl (R7, Weggis) 6:3, 6:0. – 75+, R7/R9, Gruppenspiele, Sieger: Erwin Flütsch (R8, Baar). Frauen, N4/R7, Gruppenspiele: Fabienne Dony (R6, Baar) v. Sara Radojevic (R1, Allmend Zug) 1:6, 0:6. Corinne Erni (R1, Horw) s. Dony 6:1, 6:0. Erni v. Radojevic 6:2, 3:6, 3:6. Alexandra Leisibach (R4, Allmend Zug) v. Dony 0:6, 7:6, 6:7. Leisibach v. Erni 0:6, 0:6. Leisibach v. Radojevic 2:6, 1:6. Leisibach v. Jeannine Riedo (R1, Unterägeri) 1:6, 0.6. Riedo s. Dony 6:1, 6:1. Riedo v. Erni 2:6, 5:7. Riedo s. Radojevic 6:3, 7:5. – Rangliste (alle 4 Spiele): 1. Erni 3 Siege (7:2 Games). 2. Riedo 3 (6:2). 3. Radojevic 3 (6:3). 4. Dony 1. 5. Leisibach 0. R7/R9, Gruppenspiele, Siegerin: Melanie Agner (R8, Baar). – 40+. R2/R7, Final: Siranee Egli (R4, Meggen) – Susanne Stein (R4, Uetliberg) noch ausstehend. – 40+, R7/R9, Final: Mirjam Flühler (R7, Baar) s. Claudio Knobel-Frigo (R7, Baar) 6:2, 6:3. – 55+. R4/R7, Final: Sonja Meyer (R4, Blau-Weiss) s. Vanessa Kelly (R5, Hünenberg) 6:0, 6:1.

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