Die Zuger Unihockeyaner blamieren sich beim Supercup in Zürich bis auf die Knochen

Im Halbfinal des Supercups verlieren die Zentralschweizer die Cupfinal-Reprise gegen Alligator Malans mit sage und schreibe 2:14.

Ruedi Burkart aus Zürich
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Der Malanser Damian Rohner kommt vor Zug-Goalie Petter Nilsson frei zum Abschluss.

Der Malanser Damian Rohner kommt vor Zug-Goalie Petter Nilsson frei zum Abschluss.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus (Zürich, 29. August 2020)

Bonjour Tristesse! Mit einer krachenden Ohrfeige sind die Zuger Unihockeyaner auf die Zielgerade der Saisonvorbereitung eingebogen. Wie eine Horde Schulbuben liess sich das Team von Trainer Niklas Hedstal in der Zürcher Saalsporthalle von spielfreudigen Bündnern ausein­andernehmen. Nach 17 Minuten lautete das Skore 0:4 aus Sicht der Zuger, nach 30 Minuten 0:8. Und wären die Malan­ser nur ein bisschen konzentrierter vor dem Zuger Tor zu Werke gegangen, das Verdikt wäre noch deutlicher ausgefallen. Am Schluss blieb eine 2:14-Pleite und damit der peinlichste Auftritt einer Zuger Männermannschaft in der gesamten 16-jährigen Vereinsgeschichte.

«Ich kann mir das nicht erklären. Wir hatten von Beginn weg kein Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Es ist diesmal nicht das Zug United auf dem Platz gestanden, das wir kennen», versuchte Headcoach Niklas Hedstal kurz nach Spielschluss eine erste Analyse des Debakels. Es sei «terrible» gewesen, also furchtbar, was sein Team den wenigen Zuger Fans in der Halle präsentiert hatte. «Nun gilt es, an morgen zu denken», sprach Hedstal ein wenig hilflos weiter, «in zwei Wochen startet die Meisterschaft». Zug-Captain Tim Mock bezog vor dem Gang unter die Dusche Stellung, zumindest ein bisschen: «In meiner ganzen Karriere habe ich noch nie so hoch verloren. Ich bin enttäuscht, ganz klar. Aber wir müssen das hinter uns lassen und vorwärtsschauen.»

Nach sieben Gegentoren hat Goalie Nilsson genug

Paradoxerweise gehörte die erste erfolgversprechende Aktion des Spiels den Zugern. In der sechsten Minute lancierte Nationalspieler Furger mit einem zentimetergenauen Zuspiel über die halbe Spielfeldlänge Yannick Rubi. Doch Malans-Goalie Jonas Wittwer entschärfte den Abschluss des Zuger Stürmers. Kurz darauf kamen die Bündner zu ihrer ersten Möglichkeit. Thöny liess sich nicht lange bitten und traf nach 6:57 Minuten zum 0:1 aus Zuger Sicht. Das Verhängnis nahm seinen Lauf. Gegen die fahrig auftretenden Zuger erzielten die Malanser einen Treffer nach dem anderen. Einmal verlor Bachmann im entscheidenden Moment den Ball, dann Nachwuchs-Nationalspieler Nigg, auch Schelbert leistete sich den einen oder anderen Fauxpas, und der als Toptransfer angekündigte ehemalige GC-Verteidiger Luca Graf blieb vieles schuldig. Zug-Hüter Petter Nilsson hatte nach dem siebten Gegentor endgültig genug und überliess in der 27. Minute dem jungen Obwaldner Nils Schälin (19) den Platz zwischen den Pfosten.

Davon, und auch vom Ehrentreffer durch den Neo-Zuger André Andersson nach 32 Minuten zum zwischenzeitlichen 1:8, liessen sich die Bündner jedoch nicht beirren. Sie schalteten zwei Gänge zurück und schossen dennoch nach Belieben weitere Tore. Mit 14:2 qualifizierte sich Malans für das sonntägliche Endspiel gegen Köniz.

Die eigenen Jungen machen Mut

Wer nach einer solchen Demontage, wie sie die Zuger am Samstag erlebten, nach positiven Aspekten sucht, tut sich logischerweise schwer. Und doch gibt es dank der jungen Eigengewächse den einen oder anderen Lichtblick. Jerôme Schmidiger, ein flinker junger Mann mit Jahrgang 1999, durfte beim Stand von 0:7 ran und machte seine Sache angesichts der trostlosen Lage durchaus ansprechend. Ebenfalls ein Versprechen für die Zukunft ist Goalie Schälin. Der Nachwuchs-Internationale mit Jahrgang 2001 hat das Zeug dazu, dereinst die Nummer 1 im Zuger Tor zu werden.

Es gibt sie also trotz allem, die Lichtblicke im Zuger Team.

Zürich (Saalsporthalle). Supercup. Final Four. Männer. Halbfinals: Alligator Malans– Zug United 14:2. Wiler-Ersigen – Köniz 4:5 n. P. – Final: Alligator Malans – Köniz 5:7.

Frauen. Halbfinals: Kloten-Dietlikon – Piranha Chur 7:1. Wizards Bern Burgdorf – Skorpion Emmental Zollbrück 6:5. – Final: Kloten-Dietlikon – Bern Burgdorf 7:6 n. V.

Zug United – Malans 2:14 (0:4, 1:5, 1:5)
Saalsporthalle Zürich. – 465 Zuschauer. – SR: Gasser, Britschgi. – Tore: 7. Thöny (Nett) 0:1. 10. Rohner (Schubiger) 0:2. 15. Berry (Ausschluss Andersson) 0:3. 17. Vetsch 0:4. 25. Camenisch (Nett) 0:5. 26. (25:03) Capatt (Berry) 0:6. 26. (25:24) Hartmann (Nett) 0:7. 30. Vetsch 0:8. 32. Andersson (Larsson) 1:8. 39. Rohner (Buchli) 1:9. 49. Rohner (Flütsch/Ausschlüsse Berry, Andersson) 1:10. 51. R. Schubiger (Camenisch) 1:11. 52. Berry (Braillard) 1:12. 54. Berry (Vetsch) 1:13. 56. Andersson (Nigg/Ausschluss Malans) 2:13. 59. Buchli 2:14.

Zug: Nilsson (ab 27. Schälin); Graf, Maurer; Staub, Schelbert; Uhr, Flütsch; Hallén, Nigg, Andersson; Rubi, Larsson, Furger; Bachmann, Mock, Laely; Schmidiger, Knüsel, Khan.

Malans: Wittwer; Obrecht, Berry; R. Schubiger, Camenisch; Tromm, Flütsch; Holenstein; Vetsch, Braillard, Vestlund; Nett, Hartmann, Thöny; Buchli, V. Schubiger, Rohner; Capatt, Schmid.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug; 3-mal 2 Minuten gegen Malans.

Bemerkungen: Zug ohne Menon, Malans ohne Numela, Veltsmid und Schnell. 9. Vestlund verletzt ausgeschieden. 23. Lattenschuss Buchli. 26. Timeout Zug.