Raphael Zurgilgen: «Diese Chance musste ich packen»

Der Obwaldner Raphael Zurgilgen darf an der Volleyball European Tour in Moskau an den Start. Snowvolleyball wird, anders als im Beachvolleyball, zu dritt gespielt.

Ruedi Vollenwyder
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Raphael Zurgilgen (rechts) mit seinem Partner Remo Spahr. Bild: PD

Raphael Zurgilgen (rechts) mit seinem Partner Remo Spahr. Bild: PD

Wenn man mit Raphael Zurgilgen über Volleyball parliert, beginnen seine Augen zu glänzen. Wenn man im Gespräch mit ihm den Namen Keanu Sean («Frischer Wind vom Meer») erwähnt, dann werden diese ob seinem Vaterglück leicht wässrig. Während vier Tagen muss der «Zuri», wie ihn alle nennen, auf den Anblick des am 1. November geborenen Söhnchens verzichten. Stattdessen fixiert er den Volleyball, der ihn im bisherigen Leben so faszinierte.

«Keine leichte Zeit», gibt er unumwunden zu. Er reist ins ferne Moskau, wo er zusammen mit Remo Spahr, Noah Eichenberger und Timon Hallauer die Schweiz am Snowvolleyball-Turnier vertreten wird. Im «Herbst» seiner langjährigen Karriere mit Einsätzen im Nationalteam (2007 bis 2010) und den NLA-Klubs Sursee, Näfels und zuletzt für Volley Top Luzern wollte der immer mit viel Herzblut bei der Sache gebliebene Sportlehrer noch etwas Neues anpacken. Und kam zum Snow-Volleyball. «Volleyball im Schnee ist eine coole Sache», schwärmt der bald 36-jährige Obwaldner von dieser aufstrebenden Sportart.

Veranstalter in Moskau bezahlt alles

Im Rahmen der CEV Snow Volleyball European Tour 2019 wird im Vodny Stadium Dynamo in Moskau das erste Turnier gespielt (21./22. Dezember). Das Schweizer Quartett ist im 16er-Hauptfeld als Nummer 6 gesetzt. Was ist die Motivation von Raphael Zurgilgen, an diesem Event überhaupt teilzunehmen? «Das Eine ist der sportliche Aspekt. Zum andern reizt mich Moskau, denn dort war ich noch nie.» Zudem können die Schweizer von tollen Voraussetzungen profitieren. «Wir müssen nur für die Kosten zum Flughafen Zürch aufkommen. Alles andere wie Flüge, Unterkunft, Verpflegung und Transfers werden vom Veranstalter übernommen. Sowas habe ich in meiner langen Karriere noch nie erlebt. Diese Chance musste ich ganz einfach packen», strahlt Raphael Zurgilgen.

Was das sportliche Ziel in Moskau angeht, da tappen die Schweizer noch etwas im Dunkeln. «Die Vorbereitung hätte besser sein können. Denn wir haben zuvor in dieser Besetzung noch nie zusammengespielt.» Raphael Zurgilgens lakonischer Kommentar: «Entweder kommt es gut oder es geht in die andere Richtung.» Gespielt wird übrigens mit 3 gegen 3. Der vierte Akteur ist Ersatzspieler und Coach zugleich. Mit dieser personellen Änderung wollen sich die Snow-Volleyballer vom Beach-Volleyball (2 gegen 2) etwas abheben.