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Drama in Sarnen mit glücklichem Ende für Ad Astra

Was für ein Spiel, was für ein Krimi in der Dreifachhalle. Ad Astra Sarnen schlägt Kloten-Dietlikon in der fünften Partie der Auf-/Abstiegsrunde mit 8:7 nach Verlängerung. Nun haben die Obwaldner zwei Matchbälle für den Aufstieg in die NLA.
Stephan Santschi
Der Sarner Robin Markström ist der überragende Mann, erzielt zwei Tore und gibt drei Vorlagen. (Bild: Philipp Schmidli (Sarnen, 7. April 2019))

Der Sarner Robin Markström ist der überragende Mann, erzielt zwei Tore und gibt drei Vorlagen. (Bild: Philipp Schmidli (Sarnen, 7. April 2019))

Robin Markström, wer sonst. Erst 45 Sekunden waren in der Verlängerung gespielt, als der Sarner Verteidiger einen Konter des Gegners unterband. Praktisch aus der Abwehrbewegung heraus suchte er sofort den Torschuss. Und traf aus beträchtlicher Distanz zum 8:7 und damit zum Golden Goal. In der mit über 600 Zuschauern bestens gefüllten Sarner Dreifachhalle brachen alle Dämme. Die fünfte Partie der Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB war entschieden, Ad Astra Sarnen führt in der Best-of-7-Serie nun mit 3:2-Siegen.

Nicht nur wegen der finalen Szene war Robin Markström der Mann des Spiels. Der 28-jährige Schwede spielte in zwei von drei Linien als Verteidiger und war an diesem Abend überall anzutreffen. Hinten gefiel er mit konsequenter Aufräum- und Blockarbeit, im Spiel nach vorne bewies er mit präzisen Pässen seine Übersicht, und vor dem Tor war er eiskalt. Drei Assists liess sich Markström gutschreiben, zwei Tore erzielte er selber, und dies alles vor den Augen seines Vaters, der extra für dieses Spiel aus Schweden angereist war. «Er sagt mir immer: Nutze deine Stärken noch mehr», erzählte Robin Markström und lachte. «Die Möglichkeit, ein Spiel zu entscheiden – das mag ich. Ich bin ein Mann für die schwierigen ­Momente, dafür bin ich da.»

Fans künden den Absturz des Gegners an

Und schwierige Momente gab es in diesem Krimi reichlich. Wie schon in den vergangenen beiden Begegnungen begann der B-Ligist aus Sarnen gut. Dank eines finnischen Doppelschlags durch Lauri Liikanen (18.) und Tatu Eronen (19.) stand es nach dem ersten Drittel 2:0, Cornel von Wyl verwertete in der 28. Minute einen Konter sogar zum 3:0. «Breaking News: Jets Absturz NLB» hiess es auf einem Transparent der Sarner – eine Ankündigung, die sich zu bewahrheiten schien. Die Kloten-Dietlikon Jets, die am Samstag die Serie mit einem 7:6-Heimsieg auf 2:2 ausgleichen konnten, spielten nicht schlecht, doch sie kämpften unglücklich.

Ebenfalls wie in den zwei letzten Spielen vermochten die Obwaldner mit der guten Ausgangslage nicht viel anzufangen. Sie versuchten den Vorsprung zu verwalten, wurden dadurch zu passiv, begingen Abspielfehler in der Vorwärtsbewegung, verloren Ruhe und Übersicht. «Wir sind zwar noch immer eine routinierte Mannschaft, aber etwas jünger als letzte Saison. Vielleicht werden wir deshalb nervös. Oder vielleicht sind wir uns Spiele vor solch einer Kulisse einfach nicht gewohnt», rätselte Markström.

Die Zürcher kamen auf und verkürzten das Skore innerhalb von 42 Sekunden auf 3:2 (33./34.). Die Obwaldner hatten zwar die richtige Antwort parat, Eronen (36.) und Markström (40.) trafen noch vor dem Ablauf des zweiten Drittels herrlich unter die Latte des gegnerischen Gehäuses und stellten damit den Dreitore-Vorsprung wieder her (5:2). Doch dann ging das Unihockey-Drama erst richtig los.

Kloten-Dietlikon macht aus einem 2:5 ein 6:5

Kloten-Dietlikon kam nämlich mit viel Überzeugungskraft aus der zweiten Pause, verkürzte nach nur 19 Sekunden durch Markus Kulmala auf 3:5 und war nun kaum mehr zu bremsen. Bis zur 55. Minute hatten die Gäste drei weitere Treffer erzielt und führten mit 6:5. Die Verzweiflung war den Sarnern in den Gesichtern abzulesen, und genau aus dieser Verzweiflung schienen sie nochmals Mut zu schöpfen. Noah Boschung stocherte den Ball zum 6:6 über die Linie und Cornel von Wyl traf in der 58. Minute zum 7:6. Die Zuschauer standen, feierten ihr Team, das musste nun doch die Entscheidung gewesen sein. Von wegen ... Die Zürcher riskierten nun alles, nahmen für die letzten 70 Sekunden den Torhüter aus dem Spiel und ersetzten ihn durch einen sechsten Angreifer. Kurz darauf gelang ihnen der vermeintliche Ausgleich, doch er wurde annulliert. 37 Sekunden vor der Schlusssirene halfen dann aber auch die hilflosen Blicke zum Schiedsrichter nichts mehr – Fabian Zolliker traf tatsächlich zum 7:7 und erzwang die Verlängerung.

Das letzte Wort in diesem nervenaufreibenden Schlagabtausch hatten dann allerdings die Sarner, wie eingangs erwähnt in der Person des überragenden Robin Markström. Sein Team hat nun zwei Matchbälle für den erstmaligen Aufstieg in die NLA auf dem Schläger – den ersten am Samstag in Kloten. «Wir wollen dort clever spielen», sagte Markström. «Und alles klarmachen.»

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