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Der Aufstieg von Ad Astra Sarnen: Drehbuch eines Märchens

Ad Astra Sarnen hat erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die NLA geschafft. Die Feierlichkeiten sind Geschichte, die Verantwortlichen nehmen diese Herausforderung in Angriff.
Die Sarnen Spieler feiern einen Treffer. (Bild: Claudio Schwarz (Kloten, 12. April 2019))

Die Sarnen Spieler feiern einen Treffer. (Bild: Claudio Schwarz (Kloten, 12. April 2019))

Gross war der Jubel in Kloten und rauschend die anschliessende Feier in Sarnen der Spieler und Fans nach dem erstmaligen Aufstieg von Ad Astra Sarnen in die höchste Schweizer Spielklasse. Knapp zwei Wochen später ist die Freude über das Erreichte im und um den Verein immer noch gross. Es habe etwas Zeit gebraucht, dies zu verdauen, meint Ad-Astra-Captain Roman Schöni: «Kurz nach Spielschluss war der Adrenalinpegel bei allen auf dem Maximum. Da realisiert man nicht wirklich, was man gerade geschafft hat. Und auch die Aufstiegsfeier mit allen Fans war fast ein wenig surreal. Aber es ist tatsächlich so: Wir haben unser grosses Ziel erreicht!»

Noch zu Beginn der Saison zeigten sich die Sarner zurückhaltend bei der Formulierung ihrer Ziele. «Mir war von Anfang an klar, welches Potenzial im Team steckt. Der Aufstieg hatte jedoch nicht oberste Priorität, die wir auf Teufel komm raus erreichen wollten. Man muss bedenken, dass wir mit Eetu Vehanen auf diese Saison hin einen neuen Trainer engagiert haben. Bis ein Trainer und das Team sich gefunden haben, braucht es immer einige Zeit», meint Ad-Astra-Präsident André Küchler.

Nach Weihnachten Ziele nach oben revidiert

Ein Blick auf die Resultate in der Qualifikation zeigt, dass die Obwaldner keine Anlaufschwierigkeiten hatten. Eine Niederlage nach Verlängerung und eine nach der regulären Spielzeit musste Ad Astra in der Hinrunde hinnehmen. «Keine schlechte Ausbeute», lautet Roman Schönis trockener Kommentar. Noch besser verlief die Rückrunde: Von 33 möglichen Punkten holten die Sarner deren 32 – der Qualifikationssieg war die logische Folge. Ein Verlauf, der die Sarner ihre Ziele nach oben revidieren liess: «Spätestens nach Weihnachten wussten wir, dass wir mit diesem Team in der Lage sind, höhere Ziele anzuvisieren», so Schöni.

Ins gleiche Horn wie der Captain bläst sein Coach Eetu Vehanen: «Zu Beginn der Saison haben wir teamintern das Ziel definiert, in einer vollen Halle vor vielen Fans zu spielen. Was dies genau heisst, liessen wir offen. Je länger die Saison dauerte, umso mehr realisierten wir, was möglich ist. Es war förmlich spürbar, dass die Stimmung im und um das Team immer besser wurde.»

Lange Sarner Siegesserie endet erst in Playoffs

Nach zwölf Spielen und fast vier Monaten ohne Meisterschafts-Niederlage erlebte die aufkeimende Sarner Euphorie im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel auswärts gegen Fribourg einen ersten kleinen Dämpfer. «Wir haben damals den Start total verschlafen und schafften es am Ende knapp nicht, das Spiel noch zu drehen. Vielleicht kam dieser Warnschuss zu einem guten Zeitpunkt», analysiert Vehanen. Die folgenden zwei Spiele gegen die Freiburger konnten die Obwaldner für sich entscheiden, der Einzug in die Halbfinals war der verdiente Lohn.

Dort wartete mit Langenthal Aarwangen (ULA) ein zäher Widersacher, dem Vehanen seinen Respekt zollt: «ULA hat uns echt gefordert. Wir standen mit dem Rücken zur Wand und auswärts in Spiel vier kurz vor dem Ausscheiden, ehe wir spät den Ausgleich erzielten und in der Verlängerung das Entscheidungsspiel erzwangen.» Die «Belle» tags darauf gewannen die Sarner dank einer abgeklärten Leistung mit 4:1, der Einzug in die Aufstiegsspiele gegen die Kloten-Dietlikon Jets war Tatsache.

«Unser Erfolgshunger stieg mit jedem Sieg», blickt Schöni zurück. Ein Schlüsselerlebnis war der 8:3-Sieg im ersten Aufstiegsspiel zu Hause gegen die Jets: «Nach diesem Erfolg hat definitiv jeder daran geglaubt, dass wir es schaffen können.» Aus dem Glauben wurde Realität: Sechs Spiele benötigte Ad Astra gegen die Klotener, um die vier Siege zum Aufstieg einzufahren. «Aus Sicht des Vereinspräsidenten hätte ich auch ein siebtes und entscheidendes Spiel in Sarnen genommen», meint André Küchler mit einem Augenzwinkern. «Aber ich und meine Nerven sind dem Team nicht böse, dass es nicht so weit gekommen ist. Das Drehbuch der gesamten Saison hätte kaum besser sein können.» (jh)

Der Kern des Teams bleibt

Nachdem sich die erste Aufstiegseuphorie gelegt hat, planen die Verantwortlichen bereits die erste NLA-Saison. Vehanen: «Die Spieler kriegen einen Monat Pause, um durchzuatmen und etwas Abstand vom Unihockey zu gewinnen. Irgendwann gegen Ende Mai werden wir dann mit dem Sommertraining loslegen.» Bis zu diesem Zeitpunkt dürfte auch die Kaderplanung für die kommende Spielzeit abgeschlossen sein. «Der Kern des Teams mit vielen einheimischen Spielern wird zusammenbleiben, so viel steht jetzt schon fest. Zwei bis drei kleine Fragezeichen gibt es aktuell noch, was die bestehenden Spieler anbelangt. Unser Ziel für nächste Saison ist es, noch etwas breiter aufgestellt zu sein. Dafür halten wir die Augen und Ohren offen für punktuelle Verstärkungen, welche uns weiterbringen», so Vehanen. Präsident Küchler ist sich bewusst, dass der Aufstieg in die höchste Spielklasse auch das eine oder andere an Mehraufwand neben dem Feld mit sich bringen dürfte: «Was genau, weiss ich ehrlich gesagt auch noch nicht im Detail. Aber wir nehmen uns dieser Arbeit gerne an. Es ist einfach genial, dass wir mit einem Verein aus einem kleinen Kanton in der höchsten Spielklasse mitspielen dürfen.» (jh)

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