Dritter Weltcup-Einsatz für den Obwaldner Langläufer Janik Riebli

Der Giswiler Langläufer Janik Riebli liebäugelt in Dresden mit der ersten Finalqualifikation.

Roland Bösch
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Der 21-jährige Obwaldner Janik Riebli will die Rennen in Dresden locker angehen.

Der 21-jährige Obwaldner Janik Riebli will die Rennen in Dresden locker angehen.

Bild: Urs Steger (Davos, 14. Dezember 2019)

Das Aufgebot für die Weltcup-Rennen in der Stadt Dresden ist für den B-Kader-Langläufer Janik Riebli eine Art verspätetes Weihnachtsgeschenk. Der geerdete Sportler ist sich bewusst, dass er die eigentlichen Kriterien für ein Aufgebot nicht erfüllt hat. «Dass ich trotzdem am City-Sprint und am Team-Sprint an den Start gehen darf, werte ich als Vertrauensbeweis der Trainer», erklärt Janik Riebli, der in Davos lebt und trainiert. Der ehrgeizige Giswiler möchte in der zwölftgrössten Stadt Deutschlands beweisen, dass es der richtige Entscheid gewesen ist.

Janik Riebli nimmt dazu die Erfahrungen aus den beiden Weltcup-Sprints im Dezember in Davos und im slowenischen Planica mit. Bei beiden Wettkämpfen hat er den Prolog nicht überstanden. Währendessen in Davos mehr als 4,5 Sekunden für die Finalläufe der 30 Besten gefehlt hatte, betrug in Slowenien der Rückstand lediglich noch 1,37 Sekunden. «Die Strecke in Dresden ist relativ kurz, da werden wenige Hundertstel über die Finalqualifikation entscheiden», ist sich Janik Riebli bewusst und präzisiert: «Es ist möglich, es muss aber alles stimmen.»

«Der Tapetenwechsel hat gutgetan»

Was das Gegenteil bedeutet, hat Janik Riebli in dieser Saison im Continental-Cup bereits zweimal mitbekommen. Stockbruch im Finallauf beim Sprint im slowenischen Pokljuka und Sturz am letzten Wochenende beim Klassisch-Sprint in Campra. «Das Ausscheiden im Viertelfinal hatte ich definitiv nicht so auf der Rechnung. Ich war enttäuscht und habe mich auch geärgert, da ein anderer Läufer den Sturz verursacht hat», blickt Janik Riebli zurück. Der Athlet des Skiclubs Schwendi-Langis hatte sich für dieses Rennen im Tessin sehr viel vorgenommen. Die Weihnachtstage zu Hause in Giswil standen im Zeichen des Trainings in der klassischen Technik auf den Loipen in Gadmen BE und dem Langis. «Der Tapetenwechsel hat gutgetan. Ich habe es geschätzt, am Abend auch einige Male mit meinem Vater in den Stall zu gehen», erzählt der gelernte Landwirt.

Wenn Janik Riebli morgen in Dresden an den Start geht, befindet sich der Obwaldner in einer ganz anderen Welt. Und diese liebt er: «Ich finde es toll, dass man mit dem Langlauf zu den Leuten geht. Es wäre toll, wenn es so etwas auch in der Schweiz wieder einmal geben würde», stellt der 21-Jährige eine Forderung in den Raum. Selber kennt er die City-Sprints vor dem KKL in Luzern in den Jahren 2003 bis 2005 nur aus Erzählungen. Im Alter von fünf, sechs Jahren war er noch auf den Alpin-Ski unterwegs.

Keine Einlaufstrecken in Dresden

Das Rennen in Dresden hat seine eigenen Spielregeln. Da der ganze Schnee in einer Halle produziert und in die Stadt gefahren werden muss, gibt es keine Einlaufstrecken. Nur wie soll das gehen? «Für einmal nehmen wir die Rollskis zu Hilfe. Aufgrund der prekären Schneesituation war dies auch in Planica schon der Fall», nimmt es Janik Riebli gelassen. Möglichst locker will er die beiden Rennen in Dresden so oder so angehen. Im Gespräch verrät er auch, dass der Druck beim Heimweltcup in Davos schon viel grösser gewesen sei. Am kommenden Wochenende warten zudem zwei Chancen auf den Athleten des Skiclubs Schwendi-Langis. Am Sonntag im Team-Sprint wird er mit Erwan Käser, Roman Schaad oder Jovian Hediger eines der beiden Schweizer Duos bilden.