Ein bitterer Abend für den FC Kickers Luzern beim FC Sarnen

Der FC Sarnen (2. Liga inter) landet gegen Kickers Luzern mit 3:2 den ersten Saisonsieg.

Ruedi Vollenwyder
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Zieht man den letzten 2.-Liga-inter-Spieltag zu Rate, dann ist für die Partie zwischen dem Tabellenletzten FC Sarnen (ein Zähler) und dem FC Kickers Luzern (Rang acht, neun Punkte) die Favoritenrolle klar verteilt. Gastgeber Sarnen kassierte in Mendrisio eine 0:5-Schlappe mit vier Gegentoren nach Standards. Der FC Kickers unter Trainer Faras Hayavi hingegen landete gegen den FC Sursee einen 7:1-Kantersieg. Gegen «ein schwaches Sursee», so Hayavi, das eine Runde zuvor die Sarner noch mit 3:0 besiegte. Doch wieder einmal bewahrheitete sich die abgedroschene Floskel: «Jedes Spiel muss zuerst gespielt werden.» Denn der Tabellenletzte FC Sarnen erzielte nach einem 0:1-Rückstand zur Pause dank einer Leistungssteigerung einen 3:2-Sieg. In einer ersten Halbzeit ohne Geschichte mit einem Kopfball-Tor (25.) von Granit Palushi (auf eine Topflanke von Till Fischer) als einzigem Höhepunkt sprach das Momentum für die Kickers aus Luzern. «Nur haben wir es noch vor der Pause verpasst, den Vorsprung auszubauen», hadert Faras Hayavi im Nachhinein.

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag: Keine zwei Minuten waren gespielt, als Daniel Rohrer nach einem Steilzuspiel Kickers-Goalie Luca Bühlmann keine Abwehrchance liess und den 1:1-Ausgleich realisierte. «Endlich habe ich wieder einmal getroffen. Das ist ein geiler Moment für mich», sagte der 21-jährige Torschütze strahlend. Doch lange währte die Freude über den Ausgleich nicht. In der 50. Minute brachte Till Fischer sein Team mit einem Kopfball-Treffer nach einem Corner wieder in Front.

Sarnens Ante Pekas (am Ball) übt Druck auf Kickers Luzern aus.

Sarnens Ante Pekas (am Ball) übt Druck auf Kickers Luzern aus.

Eveline Beerkircher

Kickers Luzern spielt oft spektakulär

Die nun wachgerüttelten und nach dem 1:1-Ausgleich frecher und aggressiver agierenden Sarner konterten sofort. Zwei Minuten später zirkelte Ante Pekas einen Freistossball auf den Kopf von Joshua Ochsenbein – 2:2. Kickers-Teambetreuer Robert Laurent sah nun das Unheil kommen: «Ich sehe bei uns auf dem Platz überhaupt keine Ordnung mehr.» Die schönste Kombination im von vielen Fehlpässen geprägten Derby führte zum Sarner Siegtreffer (82.). Joshua Ochsenbein schickte Daniel Rohrer mit einem langen Ball auf die Reise. Seinen von der Grundlinie aus geschlagenen Flankenball verwertete der eingewechselte Dominic Braschler direkt zum 3:2. Die Freude im Lager der bisher abschlussschwachen Sarner (nur drei Tore in sieben Partien) war grenzenlos.

Mit etwas Glück überstanden die kämpferisch untadeligen Obwaldner die hektischen Schlussminuten. Sarnens Trainer Roger Mathis strahlte: «Endlich haben auch wir einmal das Glück auf unserer Seite gehabt.» Dagegen analysierte Kickers-Chef Faras Hayavi nach der Partie kopfschüttelnd: «Eine unnötige Niederlage. Unsere Chancenauswertung war miserabel.» Bei den Kickers setzte man auf die neue Saison hin auf Kontinuität. Die vier Abgänge (Prenk Marki, Nikolas Stojak, Adnan Ates, Albin Balaj) wurden mit den Neuzuzügern Chris Kaufmann (Sursee), Diogo Sousa (Perlen-Buchrain), Till Fischer, Rückkehrer Selim Durakovic (FCL-Junioren) sowie dem genesenen Langzeitverletzten Filipe Rodrigues kompensiert. Zusammen mit den schon im letzten Winter engagierten Erjon Morina und Mattia Bragagnola kann Trainer Faras Hayavi (35), der das Team in der vierten Saison führt, auf ein breites Kader aus Routiniers und jugendlicher Dynamik zurückgreifen.

Eine optimale Ausgangslage, um attraktiven und erfolgreichen Fussball zu spielen. «Mit dem Saisonstart und den neun gewonnenen Punkten bin ich zufrieden. Denn dieser war mit den Partien gegen die Meisterschaftsfavoriten Mendrisio und Emmenbrücke recht happig», bilanziert Faras Hayavi. Nebst dem ersten Saisonsieg in der 4. Runde (1:0 gegen Gambarogno) sticht neben dem 7:1 gegen Sursee das spektakuläre 3:3 gegen Emmenbrücke heraus. «Das Negativ-Erlebnis ist sicher die 2:3-Niederlage gegen die Obwaldner. Kleinigkeiten haben in diesem Derby gegen uns entschieden. Diese verlorenen Punkte tun schon weh», klagt Faras Hayavi. Und wehmütig: «Nach dieser Niederlage folgt ein bitterer Abend für mich und meine Spieler.»