Ein Freudentag für die Eishockey Piccolos in Engelberg

An den Young Star Games in Engelberg traf sich die Eishockey-Zukunft – unter den Augen von Nationaltrainer Patrick Fischer.

Andrea Hurschler
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Eishockey Nationaltrainer Patrick Fischer bereitet sein All Star Team auf das Spiel vor am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
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Ein Spieler des EHC Burgdorf klatscht vor dem Spiel einen jungen Fan ab am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Neben dem Spielfeld werden Rollen an die Schlittschuhe montiert am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Spieler des EHC Burgdorf verlassen das Spielfeld am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Halbfinalspiel zwischen dem EHC Engelberg (rot) und den GCK/ZSC Lions (weiss) am Young Star Games Eishockey. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Unterstützung für einen Spieler neben dem Spielfeld am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Die GCK/ZSC Lions gewinnen den Final und jubeln am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Utensilien neben dem Spielfeld am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Zuschauer verfolgen das Allstar Spiel am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Auswechselbank des EHC Engelberg am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Halbfinalspiel zwischen dem EHC Engelberg (rot) und den GCK/ZSC Lions (weiss) am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Auswechselbank des EHC Engelberg am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Halbfinalspiel zwischen dem EHC Engelberg (rot) und den GCK/ZSC Lions (weiss). (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)
Auswechselbank des EHC Engelberg am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)

Eishockey Nationaltrainer Patrick Fischer bereitet sein All Star Team auf das Spiel vor am Young Star Games Eishockey Turnier. (Bild: Philipp Schmidli, 24. November 2019)

Wer am Sonntagnachmittag den Sporting Park in Engelberg betritt, mag über die vielen Leute im Foyer, in den Gängen und auf der Tribüne in der Eishalle staunen. Schnell wird jedem klar: Hier findet etwas Aussergewöhnliches statt. Bereits zum 19. Mal werden während zweier Tage die Young Star Games durchgeführt – ein internationales Eishockeyturnier für U11-Spieler (ehemals Piccolo) inklusive der schweizweit einzigartigen Möglichkeit, sich bei den Skills als Einzelspieler zu messen.

Zu diesem zweitägigen Turnier reisen auch viele Eltern an. Das führt dazu, dass in und ausserhalb der Halle jeweils ausgelassene Stimmung herrscht. «Wir haben zwischen 20 und 30 Bewerbungen von Teams, welche gerne teilnehmen würden», sagt OK-Präsident Ruedi Mathis, der sichtlich glücklich ist über den reibungslosen Ablauf des Turniers und die vielen Komplimente seitens der Zuschauer, Trainer und Betreuer. Gesetzt sind nur Engelberg als Gastgeber und der Titelverteidiger (Burgdorf), die anderen acht Teams werden möglichst nach Sprachregionen rekrutiert. «Lausanne etwa haben wir erstmals im Obwaldnerland zu Gast.»

Engelberg im kleinen Final

Ruedi Mathis hat nicht mehr lange Zeit um über das Turnier zu erzählen, denn es ist Anpfiff für die Finalspiele, und die will hier niemand verpassen. Ganz zur Freude der Gastgeber haben es die Mädchen und Knaben vom EHC Engelberg-Titlis in den kleinen Final geschafft. Gegen Burgdorf kämpfen sie um jeden Puck und beweisen, dass bereits 10-Jährige ein hohes Niveau haben. «Ich bin sehr stolz auf dieses Team», sagt Fran Hancock, Präsidentin vom einheimischen EHC. «Die Trainer haben super Arbeit geleistet. Die Mannschaft hat sich im vergangenen Jahr enorm gesteigert.»

Auf der gut gefüllten Tribüne haben alle ihre Fans, egal, woher sie angereist sind. Eine ältere Dame mischt sich unter die Engelberger und gesteht, dass sie eigentlich wegen ihres Enkels vom SC Bern gekommen sei. «Weil der SCB nicht so weit gekommen ist, unterstütze ich jetzt Engelberg.» Nach 20 Minuten Spielzeit jubeln die Engelberger, sie schmeissen ihre Stöcke und Handschuhe in die Luft: Sie haben es geschafft und den dritten Rang geholt. Nico Portmann und Luana Birnstiel strahlen gemeinsam um die Wette und sagen: «Wir sind sehr happy. Wir hätten nicht im Traum gedacht, dass wir so gut abschliessen würden.» Auch Torhüter Janis Glatthard gesellt sich zum Interview und sagt das, was die meisten Kinder hier sagen: «Mir gefällt an den Young Star Games alles sehr gut.»

Kids beweisen sich als Einzelspieler

Auf die Finalspiele des Turniers, das schliesslich von den GCK/ZSC Lions gewonnen wird, folgt bereits ein weiteres Highlight: das grosse Young Star Games Finale. Dort spielen jene Spieler mit, die am Samstag in den Skills am besten abgeschlossen haben. In diesen Übungen zeigen die Hockeyaner, wie gut sie schiessen und schlittschuhlaufen können. Wechsel von rückwärts auf vorwärts, Treffsicherheit, Passgenauigkeit oder Scheibenkontrolle während des Slalomfahrens sind nur einige Beispiele. «Wir testen Bewegungsabläufe, die im Spiel gebraucht werden», erklärt Skill-Chef Lukas Eberli die Auswahl. Vier Experten bewerten die Bewegungen, Schüsse oder messen das Tempo. «Die Übungen müssen separieren, sodass die Experten möglichst einfach und schnell beurteilen können», so Eberli weiter. Je die besten sechs Feldspieler der fünf Skills sowie die besten vier Torhüter dürfen am Sonntag als Belohnung im Finale mitspielen.

Patrick Fischer betätigt sich als Coach

Und das Finalspiel ist nicht nur der vollen Tribüne wegen eine Belohnung. Gecoacht werden die Kids an diesem Nachmittag von niemand Geringerem als dem Schweizer Naticoach Patrick Fischer (mit Unterstützung von Eishockey-WM-Organisator-2020 Gian Gilli) und dem Direktor der Schweizer Nationalmannschaft, Lars Weibel. «Es ist ein unglaublich cooles Turnier, das den Kindern viel Freude bereitet», sagt Fischer, der bereits zum vierten Mal an den Young Star Games zu Gast ist. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn ist er zusammen mit seinem Team in der Garderobe. Spieler aus fast allen teilnehmenden Teams werden bunt zu einer Mannschaft gemischt. Mit viel Humor und Sprachtalent – Fischer übersetzt für die Luganesi und den Lausanner Spieler mühelos – bereitet er die Jungs auf den Turnierabschluss vor.

Keine taktischen Anweisungen

Für die Meisten ist dieses Spiel einmalig, da sie in ihrer U11-Zeit nur einmal in Engelberg teilnehmen können. Fischer hätte es wohl mehrmals geschafft. «Ich spielte fast neun Jahre bei den Piccolos», sagt er lachend. Nicht, weil er so untalentiert war, sondern, weil er bereits mit drei Jahren beim EV Zug mit dem Hockey begann. Taktische Anweisungen gibt Fischer in der Garderobe keine. Aber er sagt zu seinen Spielern, die ehrfürchtig zu ihm hochschauen: «Ich will bei jedem Goal eine geile Jubelaktion sehen!» Grund zu jubeln hatten Fischers Jungs im von den National-League-Schiedsrichtern David Obwegeser und Anssi Kalevi Salonen geleiteten Final gleich sechsmal – für ihre fünf erzielten Tore und zusätzlich für den damit verdienten Sieg gegen das Team von Lars Weibel.

Engelberg. Young Star Games. Schlussrangliste: 1. GCK/ZSC Lions. 2. Lugano. 3. Engelberg-Titlis. 4. Burgdorf (Titelverteidiger). 5. Bern Future. 6. Lausanne. 7. Bavarian Lions (GER). 8. St. Moritz. 9. Zug. 10. Basel. – Skills-Finalisten aus der Zentralschweiz: Janis Glatthard (Torhüter), Noe Tannenberger, Gian Luca von Rotz, Joakin Rausch (alle EHC Engelberg-Titlis) und Ramon Binzegger (EV Zug).