Fussball: Olympique Lucerne ist ein 3.-Liganeuling mit vielen Qualitäten

Olympique Lucerne mischt die Stadtgruppe auf. Der Aufsteiger will sich in der Liga etablieren. Im Vordergrund stehen aber nicht nur die sportlichen Resultate.

Michael Wyss
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Meris Kazic ist der Trainer des Drittligisten Olympique Lucerne. Bild: Michael Wyss

Meris Kazic ist der Trainer des Drittligisten Olympique Lucerne. Bild: Michael Wyss

«Ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Leistungen. Als Neuling machten wir eine gute Figur. Wir sehen uns mittelfristig als 3.-Liga-Team. Die Freude am gemeinsamen Hobby steht aber im Vordergrund. Es zählt bei uns nicht nur der Erfolg», so Sportchef Sascha Gilli (28) und fügt hinzu: «Bei uns verdient kein Spieler Geld und jeder bezahlt den Mitgliederbeitrag selber.» Der Verein Olympique Lucerne wurde 2012 gegründet und ist der zweitjüngste im Gebiet des Innerschweizerischen Fussballverbandes.

Im Winter absolvierte die 3.-Liga-Equipe, die im Sommer 2018 mit der Promotion den grössten Erfolg in der Vereinsgeschichte schaffte, ein Trainingslager in Barcelona. Gilli: «Das war wichtig für den Kitt und die Teambildung. Das Kollektiv ist unsere grosse Stärke.» Derzeit stehen die Stadtluzerner, die ihre Heimspiele auf den Sportanlage Allmend Süd austragen, auf dem 6. Rang mit 19 Punkten, was sich für einen Liganeuling sehen lässt. «Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt bewerkstelligen. Die 12 Punkte Reserve auf das unter dem Strich klassierte Hildisrieden sind beruhigend, aber noch sind wir nicht aus dem Schneider», weiss Trainer Meris Kazic (26). Und der Reussbühler doppelt nach: «Die 1:3-Auftaktniederlage in die Rückrunde gegen Rothenburg schmerzt, denn wir verpassten es, einen Konkurrenten klar zu distanzieren.»

Auffanglager für ehemalige FCL-Futuro-Spieler

Dass in dieser Mannschaft viel Qualität steckt, zeigte das Team in jüngster Vergangenheit. Die Truppe ist mit 1.-Liga-, 2.-Liga- inter- und 2.-Liga-regional-erfahrenen Spielern gespickt. Zudem steht mit Marko Sucic (34) ein ehemaliger Profi (Ex-FC-Luzern) im Kader. Sanel Kljajic (29), Verteidiger und Olympique-Lucerne-Präsident: «Das Gros der Spieler stammt aus der Stadt Luzern. Nach der Auflösung des Drittliga-Teams Futuro Luzern letzte Saison, kam der eine oder andere Spieler zu uns. Wir haben sicher viel Qualität in der Mannschaft.» Gründungs- und Ehrenpräsident ist Arton Behaj. Der 28-Jährige, der im Luzerner Grenzhof-Quartier aufwuchs, ist auch Namensgeber des Vereins. Er ist leidenschaftlicher Fan des französischen Spitzenklubs Olympique Marseille (aktuell 4. Rang). Deshalb nennt sich der Verein, bestehend aus einer 3.-Liga- und 5.-Liga-Mannschaft, auch Olympique Lucerne.

Rothenburgs schafft Befreiungsschlag

Der 3:1-Aufaktsieg von Rothenburg bei Olympique Lucerne war nicht unverdient. Das Team von Trainer Michel Kohler bewies nach dem 0:1-Rückstand mentale Stärke und spielte diszipliniert: «Wir haben uns den Sieg hart erarbeiten müssen. Es war ein Kampfsieg und sind Big-Points für uns. Ein wegweisendes Spiel. Nun können wir etwas durchatmen», so Kohler (33). Neun Punkte Reserve hat Rothenburg auf den Strich, sprich auf die Abstiegszone.