Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ein Riese soll die Altdorfer Handballer wieder gross machen

Altdorf siegt in Kriens nach klarem Rückstand mit 31:30. Der neue Spielertrainer Mario Jelinic möchte die Urner zurück in die NLB führen.
Stephan Santschi
Altdorfs Spielertrainer Mario Jelinic (am Ball) trägt zum 31:30-Sieg in Kriens sieben Tore bei.Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 19. Oktober 2019)

Altdorfs Spielertrainer Mario Jelinic (am Ball) trägt zum 31:30-Sieg in Kriens sieben Tore bei.Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 19. Oktober 2019)

Zumindest optisch passt die Wahl schon mal nicht schlecht. Mario Jelinic, mit 2,01 Metern eine eindrückliche Erscheinung, soll den KTV Altdorf wieder gross machen. Seit dieser Saison amtet der 31-jährige Kroate bei den Urnern als Spielertrainer. Sein klarer Auftrag lautet: Sofortige Rückkehr in die NLB, aus der die Mannschaft im letzten Frühjahr nach fast zwei Jahrzehnten abgestiegen ist.

Resultatmässig sind die Altdorfer auf Kurs, dank dem 31:30-Sieg am Sonntag in Kriens stossen sie auf den zweiten Rang vor. Diesen Platz müssen sie mindestens halten, wollen sie Ende Jahr in die Finalrunde einziehen. Es brauchte allerdings ein gehöriges Stück Arbeit, bis der Pflichterfolg beim punktelosen Tabellenletzten in trockenen Tüchern war. Kriens überrumpelte Altdorf zunächst mit einer sehr offensiven Deckung und führte zeitweise sogar mit sieben Toren Differenz, letztmals kurz vor der Pause (16:9). Der Einbezug eines siebten Feldspielers half den Urnern aber zurück in die Partie, welche erst in den letzten Minuten entschieden wurde – 120 Sekunden vor Schluss stand es noch 29:29-Unentschieden.

Altdorf möchte auf mehr Urner Spieler setzen

Überzeugend war sie also nicht, die Darbietung des Favoriten, doch das passt bisher ins Gesamtbild. «Wir bauen nach einer sehr schwierigen Saison etwas Neues auf. Noch läuft es verschiedentlich nicht so wie gedacht, doch das habe ich erwartet. Wir befinden uns in einem Prozess», erklärt Jelinic. Spieler wie Kasmauskas, Vorobjovas oder Zildzic haben den Verein verlassen, von einem Umbruch ist gar schon wieder die Rede. «Wir möchten künftig mehr junge Urner einbauen und ihnen mehr Verantwortung geben», betont Jelinic und meint Akteure wie Fabian Auf der Maur oder Pascal und Luca Aschwanden.

Auf internationale Unterstützung ist man aber weiterhin angewiesen. Mit Florian Henrich (Deutschland), Tomas Adamcik (Slowakei), sowie den neu verpflichteten Jelinic (Kroatien), Benjamin Vizi (Ungarn) und Aleksandar Stojanovic (Serbien, ist schon wieder weg), stieg der Verein mit fünf Ausländern in die Saison. «Die jungen Spieler brauchen Vorbilder, die über mehr Erfahrung verfügen», erklärt Jelinic.

Lehrjahre an der Seite eines Weltstars

Er selber brachte davon reichlich mit in den Urner Kantonshauptort. Mario Jelinic erlernte das ABC seines Sports in der kroatischen Handball-Hochburg Metkovic und stand als Teenager im selben Kader wie die Koryphäe Ivano Balic. «Solche Spieler haben eine ganze Generation unglaublich motiviert.» Später wechselte Jelinic ins Ausland, verdiente seine Sporen als Shooter im linken Rückraum in Österreich, Slowenien und Israel ab. Von 2013 bis 2016 stand er in der NLA bei GC Amicitia Zürich unter Vertrag, zuletzt wirkte er drei Jahre beim aktuellen luxemburgischen Doublegewinner Esch.

Dass er nun in die Zentralschweiz gewechselt hat, erklärt Mario Jelinic so: «Ich hätte in Luxemburg bleiben können, dort wird viel investiert, weil man in die Champions League möchte. Ich setze meinen Fokus nun aber auf meine Trainerkarriere.» Altdorf sei ihm schon früher ein Begriff gewesen, weil dessen ehemaliger Spielertrainer Mario Obad, der nun in Stans als Assistent im Einsatz steht, ein guter Kollege von ihm sei. «Das Potenzial», so ist Jelinic überzeugt, «ist in Altdorf riesig.» In Luxemburg amtete er zusätzlich als Jugend-Koordinator und trainierte den Nachwuchs, auch in Altdorf betreut er neben dem 1.-Liga-Team noch die U19-Junioren. «Ich schaue bei allen Teams im Training rein. Der Kontakt der 1. Mannschaft sollte bis hinunter zur U11 reichen.» Parallel dazu hat er ein dreijähriges Sportstudium begonnen, um die A-Lizenz zu erwerben.

Mit Frau und Baby in Altdorf wohnhaft

Beim KTV will er zur Stabilisierung des Vereins beitragen, sagt Mario Jelinic, der mit seiner Frau Fani und der einen Monat alten Tochter Marta in Altdorf eine Wohnung bezogen hat. Der Trainingsaufwand wurde um eine wöchentliche Einheit auf vier erhöht, «alle sind voll motiviert.» Kampf, Wille, Körpersprache, starke Abwehr und leichte Tore über den Gegenstoss – das sind die Schlagworte seiner Handball-Philosophie. Und dann kann auch Jelinic selber mit seinen 2,01 Metern und seiner Wurfkraft noch immer ein entscheidender Faktor sein. So, wie am Sonntag in Kriens, wo er sieben Treffer zum 31:30-Sieg beitrug.

Männer, 1. Liga

Gruppe 3: SG Olten – Dagmersellen 27:17 (12:9). Muri – Wohlen 34:25 (15:14). Kriens – Altdorf 30:31 (16:12).

Rangliste: 1. SG Olten 7/12. 2. Altdorf 7/11. 3. Handball Emmen 7/10. 4. Muotathal 7/8. 5. Muri 7/7. 6. Dagmersellen 7/6. 7. Wohlen 7/2. 8. Kriens 7/0.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.